Knäckebrot, Acrylamid

Öko-Test bei Knäckebrot: Acrylamid in allen 21 Produkten nachgewiesen

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fünf Produkte erhielten die Bestnote, während Schadstofffunde und Pestizidrückstände zahlreiche Knäckebrote abwerteten.

Öko-Test findet Acrylamid in allen 21 Roggenvollkorn-Knäckebroten
Nahaufnahme von Roggenkörnern auf einer rustikalen Holzoberfläche in einer Backstube. Illustration mit AI erstellt.

Eine Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test wirft ein kritisches Licht auf Roggenvollkorn-Knäckebrote. In einer umfassenden Laboranalyse von 21 Produkten, darunter neun Bio-Waren, wiesen die Tester in sämtlichen geprüften Artikeln Acrylamid nach. Während ein Teil des Testfelds mit Bestnoten überzeugte, fielen mehrere Produkte aufgrund von Schadstoffen und Rückständen durch.

Flächendeckende Nachweise von Acrylamid

Der als potenziell krebserregend eingestufte Stoff Acrylamid entsteht vor allem bei starker Hitzezufuhr während des Backens. Die Laborergebnisse zeigten das Spaltprodukt in allen 21 untersuchten Roggenvollkorn-Knäckebroten.

Obwohl die Gehalte bei den meisten Herstellern unter den gesetzlichen Schwellen blieben, überschritt ein Produkt den offiziellen EU-Richtwert. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass bei der industriellen Herstellung von Trockenflachbrot eine strikte Temperatur- und Prozesskontrolle nötig sei, um die Bildung des Stoffes zu minimieren.

Neben Acrylamid beanstandete das Labor bei einem Produkt zudem erhöhte Werte von T-2- und HT-2-Toxinen, bei denen es sich um Schimmelpilzgifte handelt.

Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel festgestellt

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt der Prüfer betrifft das Vorkommen von Agrarchemikalien. In einzelnen Knäckebroten ließen sich Spuren von bis zu sechs unterschiedlichen Pestiziden nachweisen. Unter den gefundenen Substanzen befanden sich unter anderem das Breitbandherbizid Glyphosat sowie das Fungizid Tebuconazol.

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Laut Öko-Test sind die potenziellen Wechselwirkungen der verschiedenen nachgewiesenen Substanzen bislang unzureichend erforscht. Der sogenannte Cocktail-Effekt, bei dem mehrere Chemikalien gleichzeitig auf den Organismus wirken, stellt in der Risikobewertung weiterhin eine offene Frage dar.

Bei den neun untersuchten Bio-Produkten fielen die Laborbefunde differenzierter aus: Einzelne ökologisch erzeugte Waren wiesen zwar ebenfalls Pestizidspuren auf, diese lagen jedoch meist in sehr geringen Mengen vor.

Große Spannweite bei den Gesamtbewertungen

Das Gesamtergebnis der Untersuchung zeichnet ein gespaltenes Bild des Marktsegments. Insgesamt fünf Knäckebrote sicherten sich das Gesamturteil sehr gut und zeigten, dass eine schadstoffarme Produktion möglich ist.

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Demgegenüber schnitt rund ein Drittel des gesamten Testfelds mit den Bewertungen mangelhaft oder ungenügend ab. Ausschlaggebend für die schlechten Noten waren vor allem die deutlichen Schadstoffbefunde bei Acrylamid, Mykotoxinen oder die Mehrfachbelastungen durch Pestizide.

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