OkoBot-Malware: Kaspersky deckt Mega-Kampagne gegen Krypto-Nutzer auf
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher von Kaspersky haben eine weitreichende Cyber-Kampagne gegen Krypto-Nutzer aufgedeckt. Das als „OkoBot“ bezeichnete Framework setzt auf spezialisierte Malware-Module, um Zugangsdaten und digitale Vermögenswerte zu stehlen.
Modulare Malware mit klarem Ziel
Die Angreifer arbeiten mit einer komplexen Struktur aus verschiedenen Schadprogrammen. Das zentrale Modul OkoSpyware überwacht Chromium-basierte Webbrowser. Parallel dazu exfiltriert die Komponente „TookPS“ sogenannte Seed-Phrasen – jene mnemonischen Schlüssel, die den vollständigen Zugriff auf Krypto-Wallets ermöglichen.
Besonders heikel für Nutzer von Hardware-Lösungen: Das Tool „SeedHunter“ ist darauf programmiert, gezielt nach Informationen von Hardware-Wallets der Hersteller Trezor und Ledger zu suchen und bösartige Implantate einzuschleusen. Ergänzt wird das Arsenal durch den Rilide-Stealer.
GitHub und gefälschte Installer als Einfallstore
Die Verbreitung läuft über mehrere Wege. Auf GitHub stellen die Angreifer präparierte Repositories bereit – etwa einen gefälschten Installer für das SQL Server Management Studio (SSMS), der die Malware im Hintergrund installiert. Zudem nutzen die Hintermänner die „ClickFix“-Methode, um Nutzer zum Download infizierter Dateien zu verleiten.
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Die Kampagne läuft laut Kaspersky bereits seit über einem Jahr. Schwerpunkte der Aktivitäten liegen in Brasilien, Vietnam, Kanada, Mexiko und der Türkei. Hunderte Nutzer sind bereits betroffen.
Krypto-Sektor unter Druck
Die Entdeckung fällt in eine Phase erhöhter Alarmbereitschaft. Parallel zu OkoBot kämpfen Nutzer mit den Folgen einer massiven Schwachstelle bei Coldcard-Wallets. Ein Firmware-Fehler aus dem Frühjahr 2021 führte zu unzureichender Entropie bei der Erzeugung von Sicherheitsschlüsseln – private Schlüssel wurden für Angreifer vorhersehbar.
Die Folgen sind gravierend: Branchenberichten zufolge wurden bereits Bitcoin-Bestände im Wert von über 100 Millionen US-Dollar entwendet. Galaxy Research schätzt den Gesamtschaden auf bis zu 130 Millionen US-Dollar. Eine Phishing-Welle verschärft die Lage zusätzlich: Betrüger nutzen die Verunsicherung der Wallet-Inhaber aus und erschleichen sich über gefälschte E-Mails Zugriff auf Fernwartungssoftware.
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Schutzmaßnahmen für betroffene Anwender
Experten raten zu erhöhter Vorsicht. Software und Firmware sollten ausschließlich von offiziellen Herstellerseiten stammen. Für Coldcard-Nutzer hat Hersteller Coinkite gepatchte Firmware-Versionen veröffentlicht – doch Fachleute betonen: Betroffene müssen ihre Bestände zwingend auf neue Adressen mit neu generierten Seeds transferieren. Die alten Schlüssel gelten aufgrund des Firmware-Fehlers dauerhaft als kompromittiert.
Hardware-Wallet-Hersteller wie Trezor und Foundation warnen zudem eindringlich davor, auf Links in unaufgeforderten E-Mails zu klicken oder Seed-Phrasen auf digitalen Geräten einzugeben.
