Omega-3: Bundesinstitut warnt vor mehr als 1,5 Gramm täglich
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Sozialverband VdK, Ortsverband Innen-Südwest und Mühlburg, lädt zu einem kostenlosen Fachvortrag mit dem Titel „Gesundheit beginnt auf dem Teller – entzündungshemmend essen, Wohlbefinden stärken!“ ein.
Als Referentin thematisiert die Karlsruher Wissenschaftsjournalistin und Gesundheitscoach Regina Kratt eine alltagstaugliche, entzündungshemmende Ernährung, die ohne komplizierte Diäten Schritt für Schritt umsetzbar sein soll.
Die Veranstaltung steht auch Nichtmitgliedern offen; Anmeldungen nimmt der VdK Kreisverband Karlsruhe per E-Mail unter kv-karlsruhe@vdk.de sowie telefonisch unter 0721 359799 entgegen. Der thematische Schwerpunkt spiegelt ein wachsendes wissenschaftliches Interesse an den Wechselwirkungen zwischen Ernährungsweisen und stillen Entzündungsprozessen im Körper wider.
Wissenschaftliche Einordnung chronischer Entzündungen
Nach Veröffentlichungen von Harvard Health Publishing gilt die Ernährung als wirksames Instrument im Umgang mit chronischen Entzündungen, wobei insbesondere mediterrane Kostformen hervorgehoben werden. Chronische niedriggradige Entzündungen stehen im Zusammenhang mit Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.
Allerdings mache eine vereinzelte Handvoll Nüsse oder Beeren die Gesamtkost nicht automatisch entzündungshemmend; erforderlich sei vielmehr ein dauerhaftes Gesamtmuster mit dem schrittweisen Austausch ungünstiger Lebensmittel.
Zugleich betont Harvard Health, dass Nahrungsmittel keine eigenständige medikamentöse Wirkung besitzen und eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen können. Der Verzehr von Salat oder Nüssen hebe die negativen Effekte von verarbeitetem Fleisch und raffiniertem Zucker nicht auf; zudem entfalte sich der Nutzen nur im Zusammenspiel mit Bewegung und ausreichend Schlaf.
Zu den empfohlenen Komponenten zählen Blattgemüse, fetter Fisch mit Omega-3-Fettsäuren, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Pflanzenöle sowie Beeren. Gemieden werden sollten dagegen raffinierte Kohlenhydrate wie Weißbrot, Frittiertes, zuckerhaltige Getränke, Wurst sowie Schmalz und Margarine.
Wer die wissenschaftlichen Hintergründe von Entzündungsprozessen versteht, kann sein Wohlbefinden durch die Auswahl der richtigen Lebensmittel gezielt unterstützen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt Ihnen die 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killer vor und bietet praktische Rezepte für den Alltag. Kostenlosen Ratgeber für entzündungshemmende Ernährung anfordern
Internationale Leitlinien und Konsensempfehlungen
Einen globalen Rahmen für gesundheitsfördernde Ernährungsmuster legte eine internationale Expertengruppe um Karen A. Della Corte von der Brigham Young University zusammen mit 22 Wissenschaftlern und dem International Carbohydrate Quality Consortium vor.
In der Fachzeitschrift Advances in Nutrition veröffentlichten sie eine internationale Ernährungspyramide, basierend auf dem Vergleich von Leitlinien aus Ländern wie Deutschland, Kanada, Australien und China sowie über 250 Fachpublikationen. Das vierstufige Konsensverfahren, das keine neuen Versuchspersonen einbezog, sieht Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte als Basis vor.
Mindestens die Hälfte der Getreideprodukte solle aus Vollkorn bestehen, während Proteine bevorzugt aus pflanzlichen Quellen sowie Fisch und Geflügel statt aus rotem oder verarbeitetem Fleisch stammen sollten. Schätzungen der EAT-Lancet-Kommission zufolge könnten durch eine gesunde, pflanzenbetonte Ernährung weltweit rund 15 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindert werden.
Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort und wie Sie mit 9 goldenen Ernährungsregeln gegen stille Entzündungen vorgehen können, erfahren Sie in diesem bereits tausendfach genutzten Leitfaden. Gratis-PDF mit Entzündungs-Selbsttest jetzt herunterladen
Auch Fachgesellschaften wie die SFR, die EULAR und das ACR empfehlen bei entzündlichen Rheumaerkrankungen Gewichtskontrolle und mediterrane Kost. Zwar zeige sich auf Symptome ein moderater Effekt, ein Nachweis auf eine radiologische Progression fehle jedoch, weshalb die Ernährung auch hier die medikamentöse Therapie nicht ersetzen könne.
Einer französischen Erhebung zufolge modifizieren rund 40 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis ihre Ernährung nach der Diagnose, davon 69 Prozent ohne ärztlichen Rat.
Differenzierte Befunde zu Nährstoffen und Mahlzeitenabfolgen
Die Bedeutung spezieller Nährstoffe wird von Fachinstitutionen differenziert bewertet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung verweist auf den Wert der Omega-3-Fettsäuren ALA, EPA und DHA. Während ALA entzündungshemmend wirke, verbesserten EPA und DHA die Durchblutung.
Gleichzeitig warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung davor, mehr als 1,5 Gramm Omega-3 pro Tag aus allen Quellen aufzunehmen, da ein Überschuss unter anderem Vorhofflimmern begünstigen und die Blutungsneigung verstärken könne; die EFSA stuft Mengen von bis zu 5 Gramm EPA und DHA bei gesunden Erwachsenen als unbedenklich ein.
Zu populären Ernährungsstrategien wie der gezielten Reihenfolge der Speisen lieferte das Deutsche Diabetes-Zentrum eine Metaanalyse von 18 randomisierten kontrollierten Studien: Der Verzehr von Gemüse vor Kohlenhydraten bremse den postprandialen Blutzuckeranstieg lediglich vorübergehend, eine nachhaltige Verbesserung des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c sei bislang nicht belegt.
