Omega-3, Yale-Forschung

Omega-3: Yale-Forschung zeigt mögliche SchwÀchung der NK-Zell-Abwehr

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 07:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Yale-Forschende sehen in prÀklinischen Modellen eine mögliche Hemmung der Tumorabwehr durch mehrfach ungesÀttigte FettsÀuren.

NahrungsergÀnzungsmittel im Fokus: Forschung zeigt mögliche Risiken
Ein steriler Labortisch mit einer Glasschale vor einem unscharfen Hintergrund in einer klinischen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Forschungsergebnisse der Yale University School of Medicine werfen ein kritisches Licht auf die weitverbreitete Supplementierung von mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (PUFA), insbesondere Omega-3. Eine im Fachjournal Science Signaling veröffentlichte Untersuchung des Programms fĂŒr VaskulĂ€re Biologie und Therapeutik deutet darauf hin, dass diese FettsĂ€uren in prĂ€klinischen Modellen die körpereigene Immunabwehr gegen Tumorzellen beeintrĂ€chtigen können.

Mechanismus der Immunsuppression ĂŒber das LRP5-Protein

Die Forscher der Yale University identifizierten einen spezifischen Mechanismus, bei dem PUFA die AktivitĂ€t natĂŒrlicher Killerzellen (NK-Zellen) hemmen. Dieser Prozess werde ĂŒber das Transportprotein LRP5 vermittelt.

In Tiermodellen, die Kolonkarzinome untersuchten, fĂŒhrten entweder ein selektiver Block dieses LRP5-Proteins oder eine ErnĂ€hrung ohne mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren zu einem verlangsamten Tumorwachstum. Zudem konnte beobachtet werden, dass die Wirksamkeit von Immuncheckpoint-Inhibitoren, einer modernen Form der Krebstherapie, unter diesen Bedingungen anstieg.

Der Erstautor der Studie, Yi Luan, warnte angesichts der Ergebnisse vor möglichen unerwĂŒnschten Effekten, da PUFA-Integratoren derzeit in großem Umfang verschrieben und konsumiert werden. ErgĂ€nzend dazu untersuchte eine italienische Studie der UniversitĂ€t La Sapienza, die in der Fachzeitschrift Cancers veröffentlicht wurde, die Wirkung der Omega-3-FettsĂ€ure DHA bei Brustkrebs.

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Hierbei zeigten Frauen mit einer BRCA1/2-Mutation nach der Gabe von DHA signifikant erhöhte Spiegel von Resolvinen, wÀhrend dieser Effekt bei Frauen mit familiÀrer Vorbelastung ohne diese spezifische Mutation nicht nachweisbar war.

Regulatorische Warnungen und Marktentwicklung bei Supplementen

Parallel zu den neuen Erkenntnissen aus der Forschung mehren sich Warnungen vor einer unkritischen Einnahme von NahrungsergĂ€nzungsmitteln. Laut Informationen des Bundesamtes fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) besteht etwa bei lithiumhaltigen PrĂ€paraten ein erhebliches Gesundheitsrisiko.

Lithium ist in der EuropĂ€ischen Union nicht fĂŒr die Verwendung in NahrungsergĂ€nzungsmitteln zugelassen. Das BVL verwies auf die geringe therapeutische Breite des Stoffes; Vergiftungserscheinungen können von Zittern und MuskelschwĂ€che bis hin zu schweren Koordinationsstörungen oder Koma fĂŒhren.

Wissenschaftler und VerbraucherschĂŒtzer adressierten zudem in einem Brief an mehrere Bundesministerien Bedenken hinsichtlich der QualitĂ€t und Sicherheit von Produkten mit sogenannten Botanicals, also pflanzlichen Stoffen sowie Extrakten aus Pilzen oder Algen. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr ĂŒber 30.000 neue NahrungsergĂ€nzungsmittel angemeldet.

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Andreas Hensel, PrĂ€sident der Gesellschaft fĂŒr Phytotherapie an der UniversitĂ€t MĂŒnster, betonte die hohe Dynamik dieses Marktes. Im Gegensatz zu Arzneimitteln durchlaufen diese Produkte vor dem Markteintritt keine behördliche PrĂŒfung, sondern mĂŒssen lediglich beim BVL registriert werden.

Evidenzlage und Versorgungsstatus in der Bevölkerung

Die Notwendigkeit einer Supplementierung wird fĂŒr gesunde Personen mit ausgewogener ErnĂ€hrung zunehmend hinterfragt. Fachleute weisen darauf hin, dass die 13 essenziellen Vitamine in der Regel ĂŒber die Nahrung abgedeckt werden können.

Dennoch erhĂ€lt laut der DONALD-Studie des Dortmunder Forschungsinstituts fĂŒr KinderernĂ€hrung jedes zehnte Kind tĂ€glich mindestens ein Supplement. Die EsKiMo-Studie beziffert den Anteil bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren sogar auf rund 20 Prozent, obwohl dies in den meisten FĂ€llen als unnötig eingestuft wird.

Sinnvoll bleibe eine gezielte Zufuhr nur bei definierten Risikogruppen oder unter Àrztlicher Aufsicht. Dies betrifft etwa FolsÀure bei Kinderwunsch, Vitamin B12 bei veganer Lebensweise oder Supplementierungen bei chronischen Erkrankungen.

Im Bereich Vitamin D zeigt ein Umbrella Review der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) ĂŒber 73 Studien einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Status und einem erhöhten Risiko fĂŒr Atemwegsinfekte.

Die DGE spricht hier von einer möglichen prĂ€ventiven Wirkung, warnt jedoch vor einer Überdosierung, die insbesondere bei gleichzeitiger Zink-Einnahme zu Magen-Darm-Beschwerden fĂŒhren kann.

Eine Studie aus dem Jahr 2021 mit ĂŒber 21.000 Probanden im Alter zwischen 60 und 84 Jahren konnte zudem keinen signifikanten Unterschied bei Atemwegsinfekten durch eine monatliche Vitamin-D-Gabe im Vergleich zu einem Placebo feststellen.

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