Online-Banking-Betrug: KI-Stimmen und Deepfakes sollen zu Überweisungen verleiten
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deVerbraucherschutzorganisationen schlagen Alarm wegen neuartiger Täuschungsversuche im digitalen Zahlungsverkehr. Kriminelle setzen zunehmend auf raffinierte Online-Banking-Betrugsmaschen, bei denen sie mittels künstlicher Intelligenz erzeugte Sprach- und Video-Imitationen von Bankmitarbeitern nutzen.
Um Bankkunden vor den schwer erkennbaren Fälschungen zu schützen, verlangen die Verbraucherschützer stärkere Authentifizierungsmaßnahmen sowie eine umfassendere Aufklärung der Öffentlichkeit.
Deepfakes und geklonte Stimmen täuschen Notlagen vor
Die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Cyberangriffe beschäftigt Finanzinstitute weltweit. So warnte die Punjab National Bank vor Angriffen mit geklonten Stimmen, Deepfakes und Phishing im Zuge steigender Betrugsfälle.
PNB-Chef Ashok Chandra erläuterte, dass Kriminelle dabei das Aussehen oder die Stimmen von Vertrauenspersonen, Familienmitgliedern oder Freunden nachahmen, um dringliche Notlagen vorzuspielen und Betroffene zu überstürzten Überweisungen zu verleiten.
Zur Abwehr rät das Institut zur konsequenten Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung, täglichen Limits für Transaktionen und Zahlungskarten sowie der Vereinbarung von Codewörtern innerhalb der Familie. Zudem sollten Betroffene verdächtige Kontakte stets über die gewohnte Telefonnummer zurückrufen.
Parallel zu den audiovisuellen Fälschungen bleiben manipulierte Benachrichtigungen ein zentrales Einfallstor. Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor betrügerischen E-Mails im Namen der ING.
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Unter dem Betreff einer dringenden neuen Nachricht täuschen die Absender ein notwendiges Update der digitalen Bankeninfrastruktur vor und drohen mit einer Kontosperrung innerhalb von 48 Stunden. Solche E-Mails lassen sich häufig an unpersönlichen Anreden, dubiosen Absenderadressen oder Verlinkungen zur Bestätigung der Sicherheit erkennen.
Verbraucherschützer raten dringend davon ab, auf solche Nachrichten zu antworten oder Links anzuklicken. Kontobewegungen sollten ausschließlich über offizielle Bankkanäle geprüft werden. Wer Zugangsdaten bereits preisgegeben hat, muss umgehend das Kreditinstitut kontaktieren und Kennwörter ändern.
Kombination aus Quishing und bösartiger Software
Auch regionale Institute wie die Volksbank Freiburg registrieren aktuelle Betrugswellen. Neben klassischem Phishing beobachten Sicherheitsexperten dort vermehrt sogenanntes Quishing, bei dem manipulierte QR-Codes auf gefälschte Internetseiten umleiten, was vereinzelt bereits Firmenkunden betraf.
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Das Institut stellte klar, niemals über E-Mails, QR-Codes, Briefe, Links oder per Telefon nach vertraulichen Online-Banking-Daten zu fragen. Sollten sensible Zugangsdaten in falsche Hände geraten sein, lässt sich das betroffene Konto über den zentralen Sperrnotruf unter der Rufnummer 116 116 sperren.
Um die Bevölkerung für diese Gefahren zu sensibilisieren, beteiligt sich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht an einer gemeinsamen Aufklärungskampagne unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums der Finanzen und der Deutschen Bundesbank.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte im Rahmen der Initiative, dass Nutzer im digitalen Zahlungsverkehr über Betrugsmuster Bescheid wissen müssten, da auch Aufsichtsbehörden wie die BaFin für Spoofing und Identitätsdiebstahl missbraucht werden.
Dass die Angreifer dabei technisch hochgerüstet vorgehen, zeigen auch Analysen des Sicherheitsdienstleisters Lab539. Kriminelle platzieren auf gefälschten Seiten Schaltflächen zur angeblichen Überprüfung von Anrufen oder Betrugsmeldungen, über die legitime Fernwartungstools oder Schadcode nachgeladen werden.
Am 9. Oktober 2026 wurden Zertifikate widerrufen, mit denen entsprechende Schadprogramme signiert worden waren. Lab539 wies zudem darauf hin, dass die bösartigen Dateien auf der Analyseplattform VirusTotal zwischenzeitlich nur von 30 beziehungsweise 23 von 69 Antiviren-Programmen erkannt wurden.
