KI verdrÀngt Suchmaschinen als Shopping-Ratgeber
23.07.2025 - 08:00:38Gut die HĂ€lfte aller KI-Nutzer in Deutschland fragt zumindest manchmal zuerst ChatGPT & Co. als Kaufratgeber und nicht mehr eine Suchmaschine. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts Norstat im Auftrag der Verdane, einer fĂŒhrenden europĂ€ischen Investmentgesellschaft.Â
Drei Prozent sind ausgewiesene KI-Fans und nutzen immer KI-Tools anstelle von Suchmaschinen beim Onlineshopping. 14 Prozent sagen, dass sie meistens KĂŒnstliche Intelligenz verwenden. Und 35 Prozent tun dies manchmal. Ăber die Studie hatte zuerst der Fachinformationsdienst «F.A.Z.-Digitalwirtschaft» berichtet.
An der Umfrage nahmen im Juni insgesamt 7.282 Menschen aus Deutschland, GroĂbritannien, Schweden, Norwegen, DĂ€nemark und Finnland im Alter zwischen 18 und 60 Jahren teil.
Den höchsten KI-Anteil weist der Online-Einkauf von Reisen mit 33?Prozent auf. Dahinter folgen Unterhaltungselektronik (22?Prozent), Handwerkerprodukte und Hobbybedarf (20?Prozent) sowie Software oder digitale Abos (19?Prozent). Vergleichsweise niedrig ist der KI-Anteil bei Mode und Bekleidung (13?Prozent), Kosmetika (12?Prozent) und Immobilien (7?Prozent).
KI im Job immer hÀufiger in Deutschland
Im europĂ€ischen Vergleich liegen die Menschen in Deutschland bei der KI-Nutzung beim Shoppen deutlich unter dem Durchschnitt. Bei der beruflichen Nutzung hingegen liegen sie vorn: Die HĂ€lfte aller Befragten nutzt KI-Tools tĂ€glich oder mehrmals pro Woche fĂŒr den Job. Besonders bemerkenswert ist die Dynamik: Rund die HĂ€lfte der deutschen Befragten gab an, KI im beruflichen Umfeld in den vergangenen sechs Monaten «wesentlich hĂ€ufiger» verwendet zu haben.
Unter den KI-Werkzeugen liegt ChatGPT mit groĂem Abstand vor der Konkurrenz. 86?Prozent der KI-Nutzer setzen den Chatbot von OpenAI regelmĂ€Ăig ein. Mit deutlichem Abstand folgen Googles Gemini (26?Prozent regelmĂ€Ăige Nutzer) und Microsoft?Copilot (20?Prozent). Der in KI-Fachkreisen und DatenschĂŒtzern heftig diskutierte chinesische KI-Bot DeepSeek spielt dagegen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern keine Rolle.
Hersteller und HĂ€ndler mĂŒssen umdenken
Die Ănderungen im Suchverhalten der Verbraucher stellen nicht nur Anbieter von Suchmaschinen wie Google vor eine groĂe Herausforderung. Auch die Hersteller und HĂ€ndler mĂŒssen sich anpassen, um ihre Sichtbarkeit in der KI-Welt weiter zu gewĂ€hrleisten. «In den vergangenen zehn Jahren war es fĂŒr KonsumgĂŒtermarken eine bewĂ€hrte Wachstumsformel, sich Sichtbarkeit zu kaufen. Pay-per-Click-Kampagnen auf Google und Facebook waren gut geeignet, um Kunden auf die eigene Website zu leiten. Heute verliert dieses Konzept zunehmend an Bedeutung», sagte Daniel Ahlstand, Partner der norwegischen Beteiligungsgesellschaft Verdane der «FAZ».Â
GroĂe Sprachmodelle verĂ€nderten die Art und Weise, wie Verbraucher online Informationen und Produkte finden. «Dabei umgehen sie den traditionellen Such- und Werbetrichter. Dieser Wandel hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Wachstumsstrategien», sagte Ahlstand.


