Open, Source

Open Source in Behörden: SouverÀne Alternativen sollen bis MÀrz 2027 bereitstehen

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die LĂ€nder wollen offene IT-Lösungen entwickeln und die AbhĂ€ngigkeit der Verwaltung von großen US-Technologiekonzernen verringern.
Ein minimalistischer, heller Flur in einem modernen VerwaltungsgebÀude mit klaren architektonischen Linien und Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die BundeslĂ€nder Bayern und Schleswig-Holstein bĂŒndeln ihre KrĂ€fte beim Ausbau digitaler SouverĂ€nitĂ€t. Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring und der schleswig-holsteinische Digitalminister und Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter, unterzeichneten am 4. November 2026 in Berlin eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Ziel der Partnerschaft ist es, die bestehende AbhĂ€ngigkeit der öffentlichen Hand von großen US-Technologiekonzernen wie Microsoft spĂŒrbar zu reduzieren.

Gemeinsame Entwicklung offener IT-Infrastruktur

Kern der Vereinbarung ist die gemeinsame Entwicklung offener, interoperabler und herstellerunabhĂ€ngiger Softwarelösungen sowie digitaler Infrastrukturen. Behörden sollen kĂŒnftig eigenstĂ€ndig darĂŒber entscheiden können, welche Software sie einsetzen, wie Verwaltungsdaten verarbeitet werden und wann ein Anbieterwechsel erfolgt.

Mit dem Schritt setzen beide BundeslĂ€nder einen Beschluss der MinisterprĂ€sidentenkonferenz um. Dieser sieht vor, bis zum 31. MĂ€rz 2027 funktionsfĂ€hige und souverĂ€ne Alternativen zu proprietĂ€rer BĂŒrosoftware bereitzustellen. Konkrete Projekte, ZeitplĂ€ne oder ein gemeinsames Finanzbudget machten die Minister bei der AnkĂŒndigung der Kooperation allerdings noch nicht öffentlich.

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Unterschiedliche Ausgangslagen in Kiel und MĂŒnchen

Die beiden LĂ€nder bringen unterschiedliche Erfahrungen in das BĂŒndnis ein. In Schleswig-Holstein gilt LibreOffice in der Landesverwaltung bereits auf 100 Prozent der ArbeitsplĂ€tze als Standard, wĂ€hrend lediglich rund 20 Prozent der BeschĂ€ftigten noch Einzellizenzen fĂŒr Programme wie Microsoft Word oder Excel benötigen. Die Kieler Staatskanzlei arbeitet mit ĂŒber 200 BeschĂ€ftigten nahezu vollstĂ€ndig auf dem Betriebssystem Linux.

In Bayern soll der Umstieg im Digitalministerium erprobt werden. Dort ist geplant, dass bis Ende MĂ€rz 2027 ein Anteil von 20 Prozent der Belegschaft ausschließlich mit Alternativprogrammen arbeitet. Zudem hatte der Freistaat im Juni auf Initiative von Mehring den Beitritt zu einem Microsoft-Rahmenvertrag gestoppt.

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Bundesweiter Trend zu Open Source

Der Vorstoß fĂ€llt in eine Phase wachsender Debatten ĂŒber IT-Kosten und Lock-in-Effekte in deutschen Behörden. Auf Bundesebene stiegen die Ausgaben fĂŒr Microsoft-Produkte ĂŒber einen Rahmenvertrag zuletzt deutlich an: Nach rund 274,1 Millionen Euro im Jahr 2023 und knapp 347,7 Millionen Euro im Jahr 2024 summierten sich die Abrufe der Ressorts und nachgeordneten Behörden im Jahr 2025 auf rund 481,4 Millionen Euro netto.

Auch auf kommunaler Ebene wÀchst der Druck auf VerÀnderungen. Laut einem Bericht vom 6. November 2026 verabschiedete die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister Vitako ein Positionspapier, in dem eine koordinierte Masterstrategie und der konsequente Ausbau von Open-Source-Alternativen gefordert werden.

Die Open Source Business Alliance forderte ihrerseits, kĂŒnftig mindestens 20 Prozent der Softwareausgaben aus den allgemeinen IT-Budgets der Bundesministerien gezielt in Open-Source-Lösungen zu investieren.

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