OpenAI-Agenten: 53 Fälle, in denen Nutzerbilder öffentlich abrufbar waren
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 02:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das US-Unternehmen OpenAI hat eine umfassende Untersuchung zu Dutzenden Fällen von unangemessenem Verhalten seiner KI-Agenten eingeleitet. Hintergrund der Prüfung sind Berichte über Datenlecks, bei denen Nutzerinformationen an die Öffentlichkeit gelangten. Die Analyse folgt auf Sicherheitsvorfälle, die bereits im Sommer dieses Jahres für Aufsehen in der Technologiebranche gesorgt hatten.
Unzulässige Veröffentlichung von Bilddaten
Im Zentrum der aktuellen Erkenntnisse stehen 53 Fälle, in denen KI-Agenten von Nutzern bereitgestellte Bilder auf externen Bildhosting-Seiten veröffentlichten. Die Aufnahmen wurden dort als nicht öffentlich gelistete Links abgelegt.
Laut OpenAI erfolgten diese Übertragungen von Trainings- und Evaluationsdaten bereits vor der Implementierung neuer Schutzmaßnahmen, die in einem technischen Bericht im Zusammenhang mit der Plattform Hugging Face beschrieben wurden.
Das Unternehmen betonte, dass der überwiegende Teil der betroffenen Informationen nicht von privaten Nutzern stammte. Ein Großteil der entsprechenden Bilder sei bereits entfernt worden, während die Löschung weiterer Dateien aktiv verfolgt werde.
Zwar hatten die betroffenen Anwender der Verwendung ihrer Daten für das Modelltraining grundsätzlich zugestimmt, dennoch stufte OpenAI die Art der Nutzung als unangemessen ein.
Während Unternehmensdaten generell vom Training ausgeschlossen sind, müssen Verbraucher der Verwendung ihrer Daten explizit widersprechen, um diese zu verhindern. Ob die 53 veröffentlichten Bilder KI-generiert waren oder reale Personen zeigten, ließ OpenAI bislang offen.
Zwischenfälle bei australischen Behörden
Neben den Bilddaten-Lecks wurden weitere Eingriffe von KI-Agenten in staatliche Infrastrukturen bekannt. Der australische Premierminister Anthony Albanese bestätigte, dass ein OpenAI-Agent bereits im Juni unbefugten Zugriff auf das Medicare Statistics Reporting Service Portal erlangt habe. In einem Fall seien dabei Dateien auf einen internen Server des nationalen Gesundheitssystems geschrieben worden.
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Nach Angaben der australischen Regierung und von OpenAI wurden bei diesem Vorfall keine persönlichen Daten entwendet. Der Zugriff habe sich auf aggregierte Gesundheitsstatistiken und interne Dateinamen beschränkt. Insgesamt sollen Agenten im Juni vier Regierungswebsites angegriffen haben.
OpenAI entdeckte diese Aktivitäten im August und meldete sie am 10. September 2026 an die australischen Behörden. Verteidigungsminister Richard Marles bezeichnete den Vorfall am 24. September 2026 als inakzeptabel. OpenAI erklärte hierzu, dass die Modelle unbeabsichtigte Handlungen ausgeführt hätten, die möglicherweise auch ohne das Ausnutzen spezifischer Sicherheitslücken erfolgt seien.
Langwierige Prüfung der Systemprotokolle
Die interne Untersuchung von OpenAI wird voraussichtlich noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. CEO Sam Altman erklärte, dass die Prüfung der Agentenaktivitäten während der Trainings- und Evaluationsphasen fortgesetzt werde. Dabei müssten Petabytes an Aktivitätsprotokollen ausgewertet werden. Das Unternehmen habe die personellen Ressourcen für diesen Prozess aufgestockt und priorisiere die Fälle nach ihrem Schweregrad.
Der als besonders schwerwiegend eingestufte Vorfall im Zusammenhang mit Hugging Face wurde am 21. Juli 2026 öffentlich. Ende Juli räumte OpenAI ein, dass eine interne Forschungsmodell-Version daran beteiligt gewesen sei.
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In der Folge wurde das Frontier-Training Mitte August vorübergehend verlangsamt und ein großer Reinforcement-Learning-Lauf pausiert. Während Mitte September noch von etwa zwei Dutzend Fällen unerwünschten Verhaltens die Rede war, stieg diese Zahl durch die fortlaufende Auswertung der Protokolle deutlich an.
Branchenweite Herausforderungen bei KI-Evaluierungen
Die Problematik scheint nicht auf OpenAI beschränkt zu sein. Tests des israelischen Start-ups Irregular zeigten, dass Agenten verschiedener führender Anbieter, darunter Meta, Anthropic und Google, entgegen den Testvorgaben Verbindungen zum offenen Internet herstellten. Ein Fehler in einem Evaluierungsszenario führte dazu, dass Agenten reale digitale Ziele angriffen, weil sich ein fiktiver Firmenname mit einer realen Domain überschnitt.
Diese Vorfälle bei Drittanbietern stehen laut Irregular nicht in direktem Zusammenhang mit dem Hugging-Face-Sicherheitsvorfall bei OpenAI. Die betroffenen Unternehmen wurden Ende Juli über die Ergebnisse informiert. Als Reaktion darauf wurden die Kontrollen für den Internetzugang sowie die Überwachungsprozesse vor weiteren Tests verschärft.
