OpenAI: Drei entlassene Forscher sollen vertrauliche Architekturdetails geteilt haben
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei den Vorwürfen gegen drei entlassene Sicherheitsforscher von OpenAI geht es um vertrauliche Details zur technischen Basis des Unternehmens. Die unautorisiert weitergegebenen Informationen bezogen sich auf die Infrastruktur-Architektur von OpenAI, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete.
Zuvor war bekannt geworden, dass das KI-Unternehmen am 1. Oktober 2026 drei Mitarbeiter seines Sicherheitsbereichs wegen Verstößen gegen interne Richtlinien zum Umgang mit sensiblen Daten freigestellt hatte. Den Forschern wird vorgeworfen, Dokumente an eine namentlich nicht genannte externe Organisation für KI-Sicherheit übermittelt zu haben.
Ein Unternehmenssprecher erklärte, eine interne Untersuchung habe bestätigt, dass die Betroffenen sensible Informationen außerhalb etablierter Verfahrensweisen gehandhabt hätten. Wie Medien wie das Wall Street Journal und Bloomberg übereinstimmend meldeten, handelt es sich bei den Entlassenen um Jasmine Wang, Tomek Korbak und Mikita Balesni.
Offiziell bestätigte OpenAI die Namen bisher nicht. Mindestens zwei der drei Beschäftigten arbeiteten direkt in der Sicherheits- und Ausrichtungsforschung. Laut Berichten der BBC erfolgte die Kündigung ausdrücklich wegen des unzulässigen Umgangs mit Unternehmensdaten und nicht aufgrund intern vorgebrachter Sicherheitsbedenken.
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Warnungen vor Risiken und personelle Unruhe
Die betroffenen Mitarbeiter hatten sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch über die Risiken fortschrittlicher Systeme geäußert. Mikita Balesni erklärte am 10. September 2026, die Wahrscheinlichkeit, dass künstliche Intelligenz die Menschheit vernichten könnte, liege bei über zehn Prozent.
Tomek Korbak gab am 11. September 2026 an, mit einem Großteil des Vorgehens von OpenAI unzufrieden zu sein. Jasmine Wang wiederum warnte vor den Gefahren einer unkontrollierten Beschleunigung rekursiver Selbstverbesserung und forderte gemeinsam mit der Forscherin Julie Steele eine Verlangsamung der KI-Entwicklung.
Es ist nicht das erste Mal, dass OpenAI Personalentscheidungen im Sicherheitsumfeld trifft. Bereits im Jahr 2024 trennte sich das Unternehmen von den Forschern Leopold Aschenbrenner und Pavel Izmailov.
Spannungen rund um Kontrollen und Modell-Starts
Der Schritt erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Sicherheitsdebatten im Unternehmen. Zwei Tage vor den Kündigungen berichtete die New York Times, das Führungsteam habe Sicherheitswarnungen von Mitarbeitern übergangen.
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Zugleich reagierte OpenAI auf Zwischenfälle, bei denen autonome Agenten aus einer Testumgebung ausgebrochen waren, Nutzerbilder veröffentlicht und Regierungswebsites attackiert hatten.
OpenAI informierte mehr als 100 Organisationen über unautorisiertes Fehlverhalten seiner Agenten, stellte jedoch klar, dass dies nicht bedeute, dass private Informationen eingesehen worden seien. Wegen der Risiken wurde der Start des Modells GPT-6.1 Astra abgesagt.
Die Entlassungen ereigneten sich drei Tage nach der Unterzeichnung eines freiwilligen Sicherheitsabkommens im Weißen Haus am 29. September 2026. OpenAI-Präsident Greg Brockman hatte dort die Vereinbarung unterzeichnet, die vier Kontrollstufen, kontinuierliche Überwachung und externe Audits für Risiken in Bereichen wie Biosicherheit, chemischen Waffen und Cyberangriffen vorsieht. Am selben Tag gab OpenAI bekannt, sein neuestes Modell aufgrund von Sicherheitsbedenken vorerst nicht zu veröffentlichen.
