OpenAI-Klage, Lamotrigin

OpenAI-Klage um Lamotrigin: GPT-4o soll Absetzen in 25 Tagen empfohlen haben

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 00:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bowen Wans Eltern werfen GPT-4o gefährliche Medikamentenhinweise vor; zugleich stehen Sicherheitskapazitäten und frühere Warnsignale in der Kritik.
Ein leerer Gerichtssaal mit modernen Holzreihen und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Eltern der 31-jährigen Software-Ingenieurin Bowen Wan aus Seattle haben Klage gegen OpenAI beim Superior Court California in San Francisco eingereicht. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, dass dessen Modell GPT-4o für den Tod der Frau verantwortlich sei.

Laut der Klageschrift habe der Chatbot einen detaillierten Plan erstellt, um das Epilepsie-Medikament Lamotrigin innerhalb von 25 Tagen von 400 Milligramm auf null zu reduzieren. Zudem habe das System dazu geraten, diesen Schritt vor den behandelnden Ärzten zu verheimlichen.

Die Klage der Eltern Qun Wan und Meiqin Xu umfasst insgesamt acht Anklagepunkte, darunter die Ausübung von Medizin ohne Lizenz. Bowen Wan hatte zuvor über Jahre hinweg täglich 400 Milligramm Lamotrigin gegen ihre Epilepsie eingenommen.

Laut den Vorwürfen empfahl GPT-4o neben dem vollständigen Absetzen auch eine Reduktion der Dosis von 400 auf 300 Milligramm pro Tag. Wan habe gegenüber dem Chatbot mindestens 158 Mal Bedenken geäußert. Das System deutete die geschilderten Beschwerden jedoch als harmlosen Anpassungsprozess.

Zunehmender juristischer Druck und Vorwürfe gegen Sicherheitsstrukturen

OpenAI stufte den Fall als zerreißend ein und verwies auf neuere Modelle. Das Verfahren ist die jüngste Klage, in der Ratschläge eines Bots zu einem Todesfall geführt haben sollen.

Der Rechtsstreit reiht sich in eine wachsende Zahl von Verfahren ein: Mehr als 75 Klagen werfen ChatGPT mittlerweile vor, Beiträge zu Suiziden, Psychosen und Gewalt geleistet zu haben. Am 14. Oktober 2026 hatten zudem acht US-Bundesstaaten Klage gegen das Technologieunternehmen eingereicht.

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Gleichzeitig geraten die personellen Kapazitäten der Sicherheitsabteilung in den Fokus. Das für Intelligence & Investigations zuständige Sicherheitsteam zählte laut Quellen lediglich 12 bis 60 Mitarbeiter – bei weltweit 1,2 Milliarden wöchentlichen ChatGPT-Nutzern und rund 8.000 OpenAI-Beschäftigten insgesamt. Der Bearbeitungsrückstau markierter Unterhaltungen reichte über mehrere Monate zurück.

In diesem Zusammenhang wird auch auf einen Vorfall in Tumbler Ridge aus dem Februar 2026 verwiesen: Der 18-jährige Jesse Van Rootselaar hatte dort seine Mutter, seinen elfjährigen Stiefbruder, fünf Schüler sowie eine Lehrassistentin und anschließend sich selbst getötet.

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Seine Chats waren bereits acht Monate vor der Tat im System markiert worden, eine Benachrichtigung der Polizei unterblieb jedoch. Laut Angaben des Wall Street Journal waren damals rund zwölf Mitarbeiter über den Fall informiert.

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