OpenAI und Daybreak Blue: Trainingsdaten ab 29. November mit Opt-out
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 19:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deOpenAI beabsichtigt, ab dem 29. November 2026 Daten aus Daybreak-Blue-Sitzungen des Programms Trusted Access for Cyber für das Training künftiger Modelle heranzuziehen. Wie das Unternehmen Mitgliedern des Trusted-Access-Programms per E-Mail mitteilte, soll der Schritt dem Schutz vor künftigen Cyberangriffen dienen.
Bislang waren Sitzungsdaten aus Daybreak Blue vollständig vom Modelltraining ausgenommen – und zwar auch dann, wenn Anwender die globale Kontoeinstellung zur Modellverbesserung nicht deaktiviert hatten.
Rasche Kehrtwende nach Kritik aus der Sicherheitsforschung
Die ursprüngliche Ankündigung sah vor, dass für das Training ab dem 29. November 2026 kein Opt-out mehr vorgesehen sei. Dies löste bei IT-Sicherheitsforschern wie Sean Heelan und Alex Ellis erhebliche Bedenken aus. Daybreak-Blue-Sitzungen umfassen regelmäßig vertrauliche und kritische Informationen, darunter noch ungepatchte Sicherheitslücken, Proof-of-Concept-Exploits sowie detaillierte Vorfallsdaten aus realen Angriffsszenarien.
Wer sich mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz befasst, muss die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und Kennzeichnungspflichten genau kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen. Umsetzleitfaden zum EU AI Act kostenlos herunterladen
Infolge des Widerspruchs reagierte OpenAI am 30. Oktober 2026 mit einer zweiten Benachrichtigung. Wenige Stunden nach der ersten Botschaft sicherte das Unternehmen Nutzern mit Privatkonten nun doch eine gesonderte Opt-out-Möglichkeit vom Modelltraining zu. Genaue Details dazu, wie dieser Widerspruch technisch umgesetzt wird, sollen kurz vor dem Stichtag am 29. November 2026 bereitgestellt werden.
Bestimmungen für API-Zugänge und Unternehmenskunden
Für Firmenkunden gelten andere Rahmenbedingungen: Unternehmenskonten mit Business- oder Enterprise-Verträgen bleiben grundsätzlich von der Verwendung ihrer Daten für das Modelltraining ausgenommen.
Die rasanten Entwicklungen bei KI-Gesetzen und Cyberrisiken stellen viele Verantwortliche vor neue Herausforderungen beim Schutz sensibler Daten. Ein gratis E-Book enthüllt, wie Sie Sicherheitslücken proaktiv schließen und gleichzeitig alle neuen gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Gratis-E-Book zur IT-Sicherheit jetzt anfordern
Für Privatpersonen bringt die Umstellung dennoch Einschnitte mit sich, da der API-Zugang für private Nutzer bei Daybreak Blue wie zuvor geplant am 20. November 2026 ausläuft. Zudem hält OpenAI daran fest, dass Interaktionen, die im Zuge von Sicherheitsüberprüfungen markiert werden, weiterhin zu Sicherheitszwecken ausgewertet und genutzt werden dürfen.
In der Fachwelt sorgt der Zugriff auf hochsensible Eingaben dennoch für Unruhe. Forscher verwiesen auf vorangegangene Streitigkeiten um geistiges Eigentum und Trainingsdaten. Als Referenz gilt der Fall der Mathematiker Tristan Buckmaster und Levent Alpöge: Beide hatten Arbeiten zu den Navier-Stokes-Gleichungen in OpenAIs Code-Assistenten Codex eingegeben.
Als OpenAI wenig später einen eigenen Beweis vorstellte, bestritt das Unternehmen jedoch, die hochgeladenen Entwürfe der beiden Wissenschaftler für das interne Training verwendet zu haben.
