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openDesk: Sechs Anbieter gründen GmbH für den Angriff auf Microsoft 365

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 07:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sechs Plattformanbieter bündeln ihre Kräfte, um openDesk kommerziell in Unternehmen und kritischen Infrastrukturen zu etablieren.
Modernes, minimalistisches Büro-Interieur mit großen Fenstern und Blick auf eine Berliner Skyline bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Sechs Anbieter der quelloffenen Arbeitsplatzplattform openDesk haben sich zusammengeschlossen und die Open Productivity Software GmbH mit Sitz in Berlin gegründet.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören Collabora Productivity, Element, Nordeck, Open-Xchange, Univention und XWiki. Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll openDesk als einheitliche kommerzielle Alternative zu etablierten Cloud-Lösungen wie Microsoft 365 am Markt positionieren und die Software gezielt in der Wirtschaft etablieren.

Einheitlicher Marktauftritt gegen Microsoft 365

Das primäre Ziel des Berliner Unternehmens liegt darin, openDesk bei mittleren bis sehr großen Unternehmen sowie Betreibern kritischer Infrastrukturen zu verankern. Die Geschäftsführung übernimmt Dr. Gerald Pfeifer, der zuvor als EMEA-Technologiechef beim Linux-Distributor SUSE tätig war.

Zum Start arbeitet die Gesellschaft bereits mit Integrationspartnern zusammen: Adfinis aus der Schweiz, die msg-Gruppe sowie das französische Unternehmen Smile begleiten den Rollout. Die sechs Gründerunternehmen decken die zentralen Softwarebausteine der Plattform ab.

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Dazu zählen Online-Office-Lösungen, Kommunikationswerkzeuge, E-Mail- und Kollaborationsdienste, Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie Wissensmanagement. Das Unternehmen Element steuert beispielsweise seine auf dem Matrix-Protokoll basierende Echtzeitkommunikation über die Element Server Suite bei.

Von den insgesamt acht an openDesk beteiligten Herstellern sind sechs Teil des neuen Gemeinschaftsunternehmens. Die Anbieter Nextcloud für die Dateiverwaltung und OpenProject für das Projektmanagement sind nicht an der Gesellschaft beteiligt, bleiben jedoch weiterhin integrale Bestandteile der Plattform selbst.

Technische Basis und Enterprise-Angebot

Technologisch setzt openDesk auf einen vollständig browserbasierten Ansatz, dessen Anwendungen auf Kubernetes ausgeführt werden. Nach Angaben von Geschäftsführer Gerald Pfeifer umfasst eine Bereitstellung über 60 Container inklusive eigener Datenbanken und Speichersysteme. Aufgrund dieser Architektur richtet sich die empfohlene Mindestgröße für Implementierungen an Organisationen mit einigen hundert bis zu mehreren tausend Nutzern.

Für den Einsatz stehen zwei Vertriebsmodelle bereit: Neben einer kostenlosen Community Edition offeriert die Open Productivity Software GmbH eine Enterprise Edition, die professionellen Support sowie definierte Service Level Agreements umfasst. Die Plattform befindet sich bei der Minor-Release-Version 1.19; neue Versionen werden monatlich veröffentlicht.

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Ergänzung zum öffentlichen Sektor

Das neue Unternehmen ergänzt die Aktivitäten des Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS), welches die Entwicklung von openDesk für die deutsche öffentliche Verwaltung koordiniert. Das ZenDiS hatte im September 2026 ein eigenes Partnerprogramm für die Privatwirtschaft gestartet.

Während die bisherigen Implementierungen ihren Schwerpunkt vor allem im deutschen öffentlichen Sektor haben, existieren bereits Machbarkeitsnachweise in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Mit dem gemeinsamen kommerziellen Dach wollen die beteiligten Open-Source-Spezialisten nun den Schritt in die freie Wirtschaft beschleunigen.

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