Operation Highland: Chinesische Hacker zehn Jahre in kritischen Netzen
Veröffentlicht am: 13.06.2026 um 23:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine chinesische Hackergruppe namens Velvet Ant blieb ĂŒber ein Jahrzehnt unentdeckt in isolierten Netzwerken kritischer Infrastruktur. Die Operation Highland gilt als einer der ausgeklĂŒgeltsten SpionagefĂ€lle der letzten Jahre.
Die Angreifer schafften es, von 2016 bis Anfang 2026 in hochgesicherten Systemen zu lauern. Ihr Ziel: die totale Kontrolle ĂŒber abgeschottete Netzwerkumgebungen â sogenannte Air-Gapped-Systeme, die eigentlich als uneinnehmbar gelten. Sicherheitsexperten der Firma Sygnia deckten die Kampagne auf und sprechen von einer neuen Dimension digitaler Bedrohung.
Wie die Eindringlinge die Firewall umgingen
Anzeige: Die Operation Highland zeigt: Selbst Air-Gapped-Systeme sind nicht sicher, wenn Angreifer die Authentifizierungsinfrastruktur kontrollieren. Dieser Report liefert eine Checkliste zur Erkennung von PAM-Manipulationen und einen Bereinigungsplan fĂŒr kompromittierte Legacy-Komponenten. Jetzt Sicherheits-Report anfordern
Der Angriff folgte einem prĂ€zisen Plan. ZunĂ€chst infiltrierten die Hacker internetfĂ€hige Server. Von dort aus arbeiteten sie sich Schritt fĂŒr Schritt in die isolierten Bereiche der Netzwerke vor. Entscheidend war der Trick, Nginx- und FastCGI-Konfigurationen zu manipulieren â Komponenten, die normalerweise den Datenverkehr steuern.
Um die LĂŒcke ins abgeschottete System zu schlagen, setzte Velvet Ant auf SOCKS5-Proxys und eine speziell angepasste Version des Netzwerk-Tools GS-Netcat. Statt auf klassische Schadsoftware zu setzen, konzentrierten sich die Angreifer auf eine neue Taktik: den Diebstahl von Zugangsdaten. âDas ist ein klarer Wandel hin zu identitĂ€tsbasierten Angriffen", erklĂ€ren Branchenkenner.
Die Achillesferse: Authentifizierung als Einfallstor
Das HerzstĂŒck der Spionage war die Manipulation der Authentifizierungsmechanismen. Die Forscher entdeckten neun verschiedene Varianten manipulierte Pluggable Authentication Modules (PAM) â Systemkomponenten, die bei der Anmeldung von Nutzern zum Einsatz kommen. Mit diesen HintertĂŒren konnten die Hacker Passwörter abgreifen und sich dauerhaft Zugang verschaffen.
Doch damit nicht genug: Velvet Ant installierte auch prĂ€parierte Versionen von OpenSSH-Komponenten wie ssh, sshd und scp. Diese Werkzeuge gehören zur Grundausstattung jedes Servers. Wer sie kontrolliert, kann Ăberwachungs- und WartungsaktivitĂ€ten unbemerkt verfolgen.
Anzeige: Passwort-Reset wirkungslos? Wenn Angreifer Ihre PAM- und SSH-Komponenten kontrollieren, hilft nur eine vollstĂ€ndige Identifikation und der Austausch aller manipulierten Systemteile. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie neun Varianten von PAM-HintertĂŒren erkennen und Ihre Netzwerke dauerhaft sĂ€ubern. Bereinigungs-Leitfaden jetzt sichern
Das groĂe AufrĂ€umen: Warum Passwort-Reset nicht half
Die tiefe Verwurzelung der Angreifer in den Betriebssystemen machte die Bereinigung zur Herkulesaufgabe. Ein einfacher Passwort-Reset, wie er bei normalen SicherheitsvorfÀllen empfohlen wird, zeigte keine Wirkung. Der Grund: Die Hacker kontrollierten die gesamte Authentifizierungsinfrastruktur.
Die vollstĂ€ndige Wiederherstellung erforderte die Identifizierung und den Austausch zahlreicher kompromittierter Legacy-Komponenten. Operation Highland zeigt eindrucksvoll, wie verwundbar selbst die bestgeschĂŒtzten Systeme sein können â und wie lange ein Angreifer unentdeckt bleiben kann, wenn er die richtigen Hebel in der Hand hĂ€lt.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
