Optimismus, Skalenpunkte

Optimismus im Alter: Sechs Skalenpunkte hÀngen mit 15 Prozent weniger Demenzrisiko zusammen

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 09:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Harvard-Auswertung verbindet höhere Optimismuswerte mit einem geringeren Demenzrisiko; soziale AktivitÀt geht mit besseren kognitiven Testergebnissen einher.
Ein sonnendurchfluteter Waldweg im Herbst mit goldenem Laub, der eine ruhige und positive Stimmung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Eine positive psychologische Grundhaltung kann die kognitive Gesundheit im Alter spĂŒrbar schĂŒtzen. Das verdeutlicht eine Untersuchung von Forschenden der Harvard-UniversitĂ€t, die im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlicht wurde.

Grundlage der Untersuchung bildeten Daten von ĂŒber 9.000 kognitiv gesunden Teilnehmenden ab 70 Jahren aus der US-amerikanischen Langzeitstudie Health and Retirement Study. Die Analyse ergab einen deutlichen Zusammenhang zwischen einer optimistischen Lebenseinstellung und einer Verringerung des Demenzrisikos.

Demnach war jeder Zuwachs von sechs Punkten auf einer standardisierten Optimismusskala mit einer 15%igen Reduktion des Risikos fĂŒr eine Demenzerkrankung verbunden. Dieser Schutzeffekt blieb auch nach statistischer Bereinigung um Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnie, Bildungsstand sowie das Vorliegen von Depressionen und chronischen Vorerkrankungen stabil.

Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass optimistisch eingestellte Personen hĂ€ufiger gesunde Verhaltensweisen an den Tag legen, darunter regelmĂ€ĂŸige sportliche BetĂ€tigung und der Verzicht auf das Rauchen.

Negative Denkmuster und neurobiologische Spuren

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Welche biologischen Folgen gegensÀtzliche Denkmuster haben können, zeigt eine Beobachtungsstudie des University College London unter Leitung von Dr. Natalie Marchant.

In der Untersuchung von ĂŒber 350 Personen ab 55 Jahren, die ĂŒber einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet wurden und von denen ein Drittel einen PET-Scan des Gehirns erhielt, wiesen wiederkehrend negativ denkende Teilnehmende mehr Ablagerungen von tau- und beta-Amyloid-Proteinen auf.

Über einen Folgezeitraum von vier Jahren zeigten diese Probanden zudem ein schlechteres GedĂ€chtnis und einen stĂ€rkeren kognitiven Abbau. Bei Personen mit depressiven Verstimmungen und Ängsten wurde in derselben Studie zwar ebenfalls ein beschleunigter kognitiver Verfall festgestellt, ihre Tau- und Amyloidwerte waren jedoch im Vergleich nicht erhöht.

Der Einfluss von Lebensstil und sozialer Einbindung

Die Bedeutung mentaler und verhaltensbezogener Schutzfaktoren wird durch Erkenntnisse aus der PrĂ€ventionsforschung unterstrichen. Wie Dr. Howard Chertkow, wissenschaftlicher Direktor des Canadian Consortium on Neurodegeneration in Aging (CCNA), auf einer Fachkonferenz darlegte, steigern chronischer Stress, Einsamkeit, ein fehlender Lebenssinn sowie Depressionen die AnfĂ€lligkeit fĂŒr kognitive EinschrĂ€nkungen.

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Ein relevanter Mechanismus seien periphere EntzĂŒndungsprozesse, die ĂŒber Zytokine das zentrale Nervensystem erreichen und insbesondere durch Adipositas verstĂ€rkt werden.

Körperliche Bewegung und Gewichtsreduktion bieten hier wirksame Gegenmaßnahmen. Fachleute empfehlen neben gesunder ErnĂ€hrung, ausreichendem Schlaf und der Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes mindestens 150 Minuten Aerobic-Übung pro Woche.

ErgĂ€nzend belegt eine Analyse der chinesischen Shandong-UniversitĂ€t den Wert zwischenmenschlicher Kontakte fĂŒr die kognitive Reserve. Anhand von Daten von 57.793 Teilnehmenden aus 24 LĂ€ndern und fĂŒnf Langzeitstudien mit einer medianen Nachbeobachtung von sechs Jahren zeigte sich, dass sozial aktive Ă€ltere Erwachsene bessere Ergebnisse in kognitiven Leistungstests erzielten.

Die Effekte verstĂ€rkten sich bei der AusĂŒbung mehrerer AktivitĂ€ten parallel und erwiesen sich insbesondere bei ehrenamtlicher TĂ€tigkeit, Vereinsmitgliedschaften, bei Frauen sowie bei Personen ab 60 Jahren als ausgeprĂ€gt.

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