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Oracle PeopleSoft: Kritische Lücke CVE-2026-35273 gefährdet 100+ Organisationen

14.06.2026 - 12:46:44 | boerse-global.de

Eine Sicherheitslücke in Oracle PeopleTools ermöglicht Angreifern die Systemübernahme. Besonders Hochschulen sind betroffen.

Oracle PeopleSoft: Kritische Lücke löst weltweite Erpressungswelle aus
Oracle - A person in a hoodie typing on a laptop, surrounded by abstract digital code and network lines, symbolizing a cyberattack. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehr als 100 Organisationen weltweit wurden seit Ende Mai attackiert.

Die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) hat die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-35273 in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Sicherheitslücken aufgenommen. Der Fehler mit einem CVSS-Score von 9,8 – der höchsten Risikostufe – ermöglicht Angreifern die vollständige Übernahme betroffener Systeme.

Kritische Schwachstelle in PeopleTools

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Die Sicherheitslücke betrifft die Oracle PeopleTools Versionen 8.61 und 8.62, genauer gesagt die Komponente PSEMHUB. Das Problem: Es fehlt eine Authentifizierung (CWE-306), sodass Angreifer über HTTP-Anfragen an bestimmte Endpunkte unbemerkt in die Systeme eindringen können.

Oracle reagierte am 10. Juni 2026 mit einem Sicherheitshinweis und stellte Notfall-Maßnahmen bereit. Während vollständige Patches ausgerollt werden, empfehlen Sicherheitsexperten, den Zugriff auf die EMHub-Komponente sofort einzuschränken.

Hochschulen im Fokus der Angreifer

Die Kampagne wird von der Bedrohungsgruppe UNC6240 durchgeführt, die besser unter dem Namen ShinyHunters bekannt ist. Besonders betroffen: der akademische Sektor. Laut Branchenberichten sind 68 Prozent der angegriffenen Organisationen Hochschulen.

Die University of Nottingham bestätigte den Vorfall und meldete, dass 455.000 E-Mail-Adressen bei dem Angriff kompromittiert wurden. ShinyHunters, seit 2019 aktiv und bereits für Angriffe auf Großkonzerne verantwortlich, nutzt die gestohlenen Daten offenbar für Erpressungen. Es gibt zudem Hinweise, dass die Cl0p-Ransomware-Gruppe denselben Zero-Day-Exploit einsetzt.

Technische Angriffskette im Detail

Die Angreifer gingen äußerst raffiniert vor. Nach dem ersten Eindringen über unautorisierte Anfragen installierten sie MeshCentral-Agenten, die als legitime Azure-Dienste getarnt waren. Die Kommunikation mit den Kommando-Servern lief über die Domain azurenetfiles.net – ein Versuch, der Entdeckung zu entgehen.

Bei technischen Prüfungen kompromittierter Systeme fanden Ermittler unerwartete .jsp-Dateien und auffällige Aktivitäten in Verzeichnissen wie „persistantstorage", „logs" und „scratchpad". Der Datendiebstahl erfolgte per SSH unter Einsatz von zstd-Kompression, um große Datenmengen effizient abzutransportieren.

Die Analysten stellten zudem fest, dass die Gruppe Cloud-Fehlkonfigurationen, gestohlene OAuth-Tokens und Vishing-Techniken (Telefon-Phishing) nutzte, um sich innerhalb der Netzwerke seitwärts zu bewegen.

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Frist für Behörden, Warnung an Unternehmen

CISA hat US-Bundesbehörden eine strikte Frist gesetzt: Bis zum 15. Juni 2026 müssen sie die Sicherheitsupdates einspielen oder die empfohlenen Schutzmaßnahmen umsetzen.

Auch private Organisationen – vor allem im Bildungs- und Forschungsbereich – werden dringend aufgefordert, ihre PeopleSoft-Umgebungen auf Kompromittierungs-Indikatoren zu prüfen und Oracles Sicherheitsempfehlungen umgehend umzusetzen. Die Gefahr weiterer Datendiebstähle ist akut.

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