Oracle, NVIDIA

Oracle und NVIDIA: OCI-Supercluster soll auf Multi-Gigawatt-Skala wachsen

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 22:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vera-Rubin-Systeme und Vera-Prozessoren sind auf Oracle Cloud verfügbar; der Ausbau der Supercluster auf Multi-Gigawatt-Skala ist angekündigt.
Weitläufiges, modernes Umspannwerk bei Dämmerung mit Hochspannungsleitungen und Transformatoren. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Konferenz Oracle AI World in Las Vegas haben NVIDIA und Oracle den geplanten Ausbau der OCI-Supercluster mit der Architektur NVIDIA Vera Rubin NVL72 angekündigt. Die Recheninfrastruktur soll künftig auf eine Multi-Gigawatt-Skala erweitert werden.

Wie aus Berichten vom 27. Oktober 2026 hervorgeht, sind sowohl die Rack-Systeme NVIDIA Vera Rubin NVL72 als auch die NVIDIA Vera-CPUs ab sofort auf der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) allgemein verfügbar.

Leistungssteigerung und neue Serverarchitektur

Die Rechenzentrumsarchitektur setzt auf dichte Vernetzung: Jedes Vera Rubin NVL72-Rack koppelt 72 GPUs über NVLink, während das Gesamtsystem für den Verbund von Hunderttausenden GPUs ausgelegt ist. Nach Angaben von Oracle erzielt Vera Rubin NVL72 im Vergleich zur Blackwell-Generation einen bis zu 30-mal höheren Inferenz-Durchsatz pro Watt sowie die vierfache Trainingsleistung.

Ergänzend ist das System NVIDIA HGX Rubin NVL8 mit acht Rubin-GPUs und x86-Basis geplant, das zwei Intel Xeon 6-Prozessoren mit jeweils 64 Kernen, 4 TB DDR5-Arbeitsspeicher und 6,4 Tbps RDMA umfasst; dieses Modell ist derzeit noch nicht allgemein verfügbar.

Im Rahmen der Kooperation ist Oracle der erste Hyperscaler, der die NVIDIA Vera-CPUs einführt. Bei Vera handelt es sich um den ersten vollständig von NVIDIA selbst entwickelten Hauptprozessor, der über 88 Kerne, 176 Threads, bis zu 1,2 TB/s LPDDR5X-Speicherbandbreite und eine Bisectional-Bandwidth von 3,4 TB/s verfügt.

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Als Dual-Prozessor-Instanz auf OCI stellt das System 176 Kerne, 352 Threads, 1 TB LPDDR5X, 7,68 TB lokalen NVMe-Speicher und eine 200-Gbps-Acceleron-Netzwerkanbindung bereit, wahlweise als Bare Metal oder Flex VM.

NVIDIA beziffert den Leistungsvorsprung bei agentischen Aufgaben auf bis zu 80 Prozent gegenüber führenden x86-CPUs, wobei dieser Wert auf Plattform-Benchmarks des Herstellers und nicht auf OCI-Instanztests basiert. Die Markteinführung umfasst initial 150.000 CPUs, beginnend in ausgewählten Regionen in diesem Quartal.

Getrennte Skalierung und eigene Netzwerkchips

Um ungenutzte Serverkapazitäten zu verringern, ermöglicht die OCI Kubernetes Engine die voneinander unabhängige Skalierung von CPU- und GPU-Ressourcen. Dem Thema Auslastung kommt in Rechenzentren eine erhebliche Bedeutung zu: In Pulse-Umfragen von VentureBeat Intelligence aus den Monaten Juli, August und September meldeten 79 Prozent von 218 Befragten eine GPU-Auslastung von höchstens 50 Prozent.

Innerhalb dieser Gruppe planen 70 Prozent einen Wechsel der Plattform; die Erhebung basiert auf Selbstauskünften ohne messtechnische Überprüfung der Hardware.

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Auf Netzwerkebene kombiniert Oracle 102,4-Tb/s-Spectrum-X und Zwei-Tier-Netzwerke für mehr als 131.000 GPUs, setzt dabei jedoch teilweise auf eigene Acceleron-Netzwerkchips anstelle von NVIDIA-Komponenten.

Zu den Anwendern der OCI-Infrastruktur gehört OpenAI: Das KI-Unternehmen trainierte und betrieb das Modell GPT-6 Astra im texanischen Abilene auf einem OCI-Supercluster mit mehr als 100.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs und setzt die Vera-CPUs produktiv für agentische Sandbox-Workloads ein.

Der finanzielle Gesamtwert der erweiterten Vereinbarung zwischen Oracle und NVIDIA wurde nicht beziffert. NVIDIA-Chef Jensen Huang stellte jedoch in Aussicht, dass Systeme der Vera-Rubin-Reihe für NVIDIA bis zu 40 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Gigawatt generieren können. Oracle bekräftigte zeitgleich sein Investitionsziel von rund 90 bis 95 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2027 vor einem in dieser Woche anstehenden Investorentag.

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