Oracle, OpenAI

Oracle und OpenAI: ChatGPT und Codex ziehen in Fusion und NetSuite ein

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kooperation verbindet OpenAI-Modelle mit Oracle-Systemen und umfasst neue Software, Dienstleistungen sowie Schulungen für Fachkräfte.
Moderne, minimalistische Server-Infrastruktur in einem klimatisierten Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Auf der Fachkonferenz Oracle AI World in Las Vegas hat Oracle eine erweiterte Partnerschaft mit OpenAI angekündigt. Die Kooperation sieht vor, Modelle von OpenAI wie ChatGPT und das Code-Modell Codex direkt mit Oracle-Anwendungen, Unternehmensdaten und der konzerneigenen Cloud-Infrastruktur OCI zu verknüpfen.

Vier neue Softwareangebote vorgestellt

Im Zuge der Ankündigung stellte Oracle vier neue Produkte vor. Das Angebot Oracle AI Workspace bietet eine einheitliche Oberfläche innerhalb von ChatGPT, die OpenAI-Modelle mit Systemen wie Fusion Applications, NetSuite, der Oracle AI Database und OCI verbindet.

Mitarbeiter sollen Aufgaben künftig anhand von Geschäftszielen statt über einzelne Applikationen steuern können, wobei bestehende Zugriffsrechte, Freigaben und Unternehmensrichtlinien unverändert wirksam bleiben.

Mögliche Einsatzfelder liegen laut Oracle bei Kundenaufträgen, Lieferkettenstörungen, Finanzanalysen und Einarbeitungsprozessen. Für den Dienst wurde bisher kein Datum für die allgemeine Markteinführung genannt; Oracle bezeichnete ihn als demnächst verfügbar.

Als zweite Neuerung präsentierte der Konzern das Oracle AI Security Mesh. Dieses setzt auf Cyber-Modelle von OpenAI auf, um Schwachstellen über Cloud- und On-Premises-Infrastrukturen hinweg zu identifizieren.

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Mit dem Oracle App Composer kündigte das Unternehmen zudem einen verwalteten OCI-Dienst an, mit dem Mitarbeiter ohne eigene Programmierkenntnisse Anwendungen mittels Codex und APEXlang erstellen, veröffentlichen und teilen können.

Die Bereitstellung erfolgt über OCI Kubernetes Engine und Autonomous AI Database inklusive integrierter Sicherheitsprüfungen des Anbieters Fortinet. Das Werkzeug befindet sich derzeit in einer begrenzten Verfügbarkeitsphase.

Das vierte Produkt, das Oracle AI SMB Bundle, richtet sich speziell an private, gewinnorientierte und unabhängige Unternehmen in den USA. Es umfasst jährlich 12.000 US-Dollar an OCI-Guthaben für bis zu drei Jahre und startet kostenfrei.

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Behörden, Non-Profit-Organisationen, Krypto-Firmen und reine Beratungsunternehmen sind von dem Programm ausgeschlossen; selbiges gilt bei einem bisherigen Verbrauch von über 250.000 US-Dollar an Universal Credits. US-Kunden erhalten zudem die Möglichkeit, die Programmierschnittstellen von OpenAI, Codex und ChatGPT Work über den Oracle Marketplace über Universal Credits zu erwerben.

Ausbau der Dienstleistungen und Schulungen

Neben den Softwarewerkzeugen baut Oracle über die Sparte Oracle Customer Success Services eine spezialisierte Dienstleistungseinheit für OpenAI-Technologien auf. OpenAI übernimmt dabei die Schulung der Oracle-Teams.

Die Schwerpunkte liegen auf der Implementierung in Fusion Cloud Applications, der Anwendungsentwicklung, Datenarchitekturen sowie Sicherheitsfragen. Ergänzend kündigte das Unternehmen an, über die Oracle University eine Million Entwickler und Fachkräfte in OpenAI-Technologie schulen und zertifizieren zu wollen.

Die AI Data Platform des Konzerns soll zudem um KI-generierte Ontologien, eine Semantic Reasoning Engine sowie ein Verzeichnis für Agenten und Werkzeuge erweitert werden, wobei entsprechende Governance-Funktionen binnen zwölf Monaten erwartet werden.

Im eigenen Haus greift Oracle nach Unternehmensangaben bereits intensiv auf die Modelle zu: Rund 130.000 aktive ChatGPT-Nutzer und mehr als 95.000 aktive Codex-Nutzer seien im Konzern registriert. Unter anderem habe das interne Recruiting-Team durch ChatGPT Work Arbeitsabläufe bei der Marktforschung von mehreren Tagen auf 15 bis 20 Minuten verkürzt.

Die Kooperation stützt sich auf eine bereits bestehende Vereinbarung, nach der OpenAI Cloud-Kapazitäten von Oracle im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre abnimmt, was ab 2027 einer Leistung von rund 4,5 Gigawatt entspricht. In Las Vegas betonten Oracles Konzernchef Clay Magouyrk und OpenAI-Präsident Greg Brockman die Tragweite der Allianz.

Oracles Executive Vice President T.K. Anand verwies darauf, dass automatisierte Agenten zunehmend operative Geschäftsentscheidungen treffen würden. Ein Termin für die allgemeine Verfügbarkeit der neu angekündigten Produkte steht bislang noch nicht fest.

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