OrtsNahePflege BW: 14,3 Millionen für Pflege in vertrauter Umgebung
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Klimawandel, demografischer Wandel, mögliche Katastrophen – das Land setzt auf ein breites Maßnahmenpaket. Von Bürgerbeteiligung über unterirdische Krankenhäuser bis zur Start-up-Förderung reichen die Pläne.
„Stark vor Ort“ – Kommunen sollen widerstandsfähiger werden
Ein zentrales Projekt heißt „Stark vor Ort – gut vorbereitet für den Ernstfall!“. Getragen wird es von der Allianz für Beteiligung, der Baden-Württemberg Stiftung und dem Staatsministerium. Ziel: die Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinschaften in Krisen zu erhöhen.
Für die Pilotphase ab Oktober 2026 sucht das Land bis zu acht Kommunen. Bewerbungen sind bis zum 15. September möglich. Jede teilnehmende Kommune erhält Sachmittel in Höhe von bis zu 4.000 Euro für Beteiligungsformate. Eine Infoveranstaltung am 27. Juli klärt über Details auf. Ab Herbst 2027 soll das Programm auf 20 weitere Kommunen ausgeweitet werden.
Minister denkt über unterirdische Krankenhäuser nach
Bei der kritischen Infrastruktur geht das Land neue Wege. Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand brachte unterirdische Krankenhausbauten ins Gespräch – als Schutz nach internationalen Vorbildern. Eine Taskforce für Hitzeschutz wurde bereits gestartet, unterstützt durch einen Fonds mit fünf Millionen Euro für Gesundheitsämter.
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Zusammen mit der Bundeswehr entsteht zudem ein digitales zivil-militärisches Gesundheitslagebild. Die Notwendigkeit regelmäßiger Übungen zeigte laut Ministerium ein Stromausfall in Reutlingen Anfang Juni.
14 Millionen für Pflegeprojekte vor Ort
Die alternde Gesellschaft erfordert neue Pflegekonzepte. Das Förderprogramm „OrtsNahePflege BW“ unterstützt sechs Modellprojekte – in Überlingen, Mannheim, Schorndorf, Tübingen sowie in den Kreisen Lörrach und Tuttlingen. Staatssekretärin Petra Krebs stellte die Initiative am 21. Juli vor.
Rund 14,3 Millionen Euro stehen zunächst bereit. Bis Ende 2029 kann das Budget auf 31 Millionen Euro steigen. Die wissenschaftlich begleiteten Vorhaben sollen Pflegebedürftigen ein langes Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen. In Mannheim konzentriert sich das Projekt auf die Stadtteile Vogelstang, Neckarstadt-West, Rheinau-Mitte und Gartenstadt. Die AOK Baden-Württemberg koordiniert das Gesamtprogramm.
99 Forschungsprojekte für die postfossile Zukunft
Die neun Landesuniversitäten präsentierten am 21. Juli in Stuttgart 99 Projekte für eine postfossile Zukunft. Sie decken erneuerbare Energien, nachhaltige Baumaterialien und ressourceneffiziente Landwirtschaft ab. Wissenschaftsministerin Petra Olschowski betonte die Rolle der Forschung für die gesellschaftliche Transformation.
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Parallel stärkt das Land die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Die landeseigene Risikokapitalgesellschaft BW-Capital startete mit 50 Millionen Euro Kapitalstock. Ihr Aufsichtsrat tagte am 20. Juli erstmals unter Vorsitz von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Das erste Investment floss in eine Plattform für KI-Transformation im Mittelstand. Flankiert wird das durch eine neue Hightech-Strategie für Künstliche Intelligenz und Halbleiter – aufbauend auf der Forschungs- und Entwicklungsquote von 5,6 Prozent, einer Spitzenposition im Land.
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