Osteoporose-Medikamente: Bisphosphonate senken Alzheimer-Risiko um 24%
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 16:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie der UniversitĂ€t Hongkong deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen gĂ€ngigen Osteoporose-Medikamenten und einem verringerten Risiko fĂŒr Alzheimer und andere Demenzerkrankungen hin. Die Untersuchung wertete elektronische Patientenakten von mehr als 120.000 Personen ab 60 Jahren aus dem Zeitraum 2005 bis 2020 aus, wie scitechdaily.com berichtete.
Deutlich geringeres Risiko bei bestimmten PrÀparaten
Im Zentrum der Analyse stehen sogenannte stickstoffhaltige Bisphosphonate (NBP), zu denen Wirkstoffe wie Alendronat und Zoledronat zĂ€hlen. Diese Substanzen werden seit Jahren standardmĂ€Ăig zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt, um den Knochenabbau zu bremsen.
Laut der Auswertung der UniversitÀt Hongkong hatten Personen, die NBP einnahmen, ein um 16 Prozent geringeres Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Demenzform zu erkranken, verglichen mit Personen ohne entsprechende Behandlung.
Noch deutlicher fiel der Unterschied im Vergleich zu Patienten aus, die andere Osteoporose-Medikamente erhielten: Hier lag das Risiko der NBP-Nutzer laut der Studie um 24 Prozent niedriger.
Die Forscher werten dies als Hinweis darauf, dass der beobachtete Effekt nicht allein auf die Behandlung der Osteoporose an sich zurĂŒckzufĂŒhren sein dĂŒrfte, sondern möglicherweise mit spezifischen Eigenschaften der stickstoffhaltigen Bisphosphonate zusammenhĂ€ngt.
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Frauen und HĂŒftfraktur-Patienten besonders betroffen
Die Daten der UniversitĂ€t Hongkong zeigen zudem, dass der schĂŒtzende Effekt nicht gleichmĂ€Ăig ĂŒber alle Patientengruppen verteilt war. Besonders ausgeprĂ€gt zeigte er sich bei Frauen sowie bei Patienten, die zuvor eine HĂŒftfraktur erlitten hatten. Diese Gruppen gelten ohnehin als besonders anfĂ€llig fĂŒr Osteoporose und ihre FolgeschĂ€den, sodass die Ergebnisse fĂŒr einen relevanten Teil der Ă€lteren Bevölkerung von Bedeutung sein könnten.
Wie groĂ ist der Effekt im Behandlungsalltag?
Um die klinische Relevanz der Ergebnisse greifbarer zu machen, berechneten die Forscher der UniversitĂ€t Hongkong eine sogenannte Number Needed to Treat: Demnach mĂŒssten 48 Patienten ĂŒber einen Zeitraum von fĂŒnf Jahren mit NBP behandelt werden, um einen einzigen Fall von Demenz zu verhindern. Eine solche Kennzahl wird in der Medizin hĂ€ufig herangezogen, um den praktischen Nutzen einer Behandlung im VerhĂ€ltnis zum Behandlungsaufwand einzuordnen.
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Veröffentlichung und Einordnung
Die Studie wurde im Fachjournal Alzheimer's & Dementia veröffentlicht (DOI: 10.1002/alz.70503). Da die Analyse auf retrospektiven Patientenakten aus den Jahren 2005 bis 2020 beruht, handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die einen statistischen Zusammenhang aufzeigt, jedoch keinen direkten ursÀchlichen Nachweis liefert.
Dennoch reihen sich die Ergebnisse in eine wachsende Zahl von Untersuchungen ein, die nach möglichen Nebeneffekten weit verbreiteter Medikamente auf die kognitive Gesundheit im Alter suchen.
FĂŒr die Millionen Menschen, die weltweit wegen Osteoporose mit Bisphosphonaten behandelt werden, liefert die Studie damit einen zusĂ€tzlichen Anhaltspunkt fĂŒr die laufende Diskussion um mögliche Zusatznutzen dieser etablierten Medikamentenklasse â auch wenn weitere Forschung nötig sein dĂŒrfte, um den beobachteten Zusammenhang zu bestĂ€tigen und die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen zu klĂ€ren.
