Osteoporose-Schmerzen: TEAS-Studie plant verblindeten Test mit 146 Frauen
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der klinischen Erforschung komplementärmedizinischer Schmerztherapien stehen die methodische Genauigkeit und die Nachvollziehbarkeit statistischer Auswertungen regelmäßig im Fokus wissenschaftlicher Debatten.
Eine im Journal of Pain Research erschienene Untersuchung von Huang et al. zum Einsatz von Elektroakupunktur bei chronischen Unterleibsschmerzen von Frauen sieht sich fachlicher Kritik ausgesetzt.
Anhand eines Leserbriefs werden Unstimmigkeiten bei der Darstellung der Behandlungseffekte sowie Fragen zur Kontrollintervention thematisiert. Gleichzeitig zeigt ein neu veröffentlichtes Studienprotokoll, wie künftige Projekte zur transkutanen elektrischen Akupunktstimulation verblindete Kontrollen und Endpunkte strukturieren.
Statistische Abweichungen und Verblindungsprobleme bei Huang et al.
Die von Huang et al. vorgelegte Untersuchung verglich als randomisierte, einfach verblindete und Sham-kontrollierte Studie die Wirkung von Elektroakupunktur mit einer Scheinintervention bei chronischen Beckenschmerzen.
Ein veröffentlichter Leserbrief bemängelt primär die statistische Aufbereitung in Tabelle 2 der Publikation: Obwohl die Tabellenüberschrift mittlere Differenzen (Mean Differences) ausweise, entsprächen die dargestellten Werte eher standardisierten mittleren Differenzen.
Konkret lagen die Werte auf der visuellen Analogskala (VAS) für Unterbauchschmerzen in Woche 8 bei 5,18 ± 0,72 in der Sham-Gruppe gegenüber 2,78 ± 0,71 in der Elektroakupunktur-Gruppe. Dies ergab eine unadjustierte mittlere Differenz von 2,40 Punkten, während in der Veröffentlichung ein Wert von 3,37 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,62 bis 4,12 angegeben worden sei. Ein ähnliches Bild zeigte sich für Woche 16: Hier stand einer unadjustierten Differenz von 2,43 ein berichteter Wert von 3,69 gegenüber.
Während die Wissenschaft noch über die optimale Anwendung von Akupunkturpunkten debattiert, bietet dieser bebilderte Guide bereits heute eine praktische Anleitung zur Selbstanwendung. Erfahren Sie, wie Sie mit der gezielten Aktivierung von Druckpunkten Ihre Beschwerden aktiv und ohne Hilfsmittel lindern können. 101 Druckpunkte gegen Schmerzen jetzt kostenlos herunterladen
Neben den rechnerischen Differenzen kritisiert der Leserbrief Unklarheiten bei der Definition des primären Endpunkts, insbesondere hinsichtlich der Abgrenzung von relativen Veränderungen gegenüber absoluten Werten.
Zudem werden Zweifel am Kontrollverfahren geäußert. Trotz des Einsatzes nicht penetrierender Nadeln traten bei zwei von 34 Teilnehmerinnen der Sham-Gruppe subkutane Hämatome auf, was Fragen zur tatsächlichen Durchführung der Scheinintervention aufwirft.
Neues Studienprotokoll zu TEAS bei postmenopausaler Osteoporose
Parallel zu den methodischen Diskussionen um frühere Arbeiten wurde im Journal of Pain Research ein neues Studienprotokoll publiziert, das die transkutane elektrische Akupunktstimulation (TEAS) bei osteoporosebedingten Schmerzen untersucht.
Die prospektive, einfach-zentrische Studie sieht ein Teilnehmer- und Prüfer-verblindetes, randomisiertes Design vor. Geplant ist der Einschluss von 146 postmenopausalen Frauen, die im Verhältnis 1:1 auf TEAS oder eine Sham-TEAS aufgeteilt werden.
Die Erforschung von Akupunkturtechniken zeigt, wie wichtig die präzise Stimulation bestimmter Körperpunkte für den Therapieerfolg ist. Wer sich für die Hintergründe dieser traditionellen Methode interessiert, findet in diesem kostenlosen Ratgeber eine Übersicht zu bewährten Techniken für den Alltag. Kostenlosen Akupressur-Ratgeber direkt anfordern
Alle Probandinnen erhalten über einen Zeitraum von acht Wochen täglich 0,25 µg Calcitriol. Die Interventionen erfolgen an den Akupunkturpunkten BL20, BL23, ST36 und SP6 jeweils jeden zweiten Tag über acht Wochen.
Als primärer Endpunkt ist die Veränderung der Schmerzintensität auf der VAS von der Baseline bis zur achten Woche definiert. Sekundäre Zielgrößen umfassen die VAS-Werte in Woche 4 und 12, die Ansprechrate, die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule, Osteoprotegerin (OPG), Kalzium, Neuropeptid Y (NPY) sowie den SF-36-Fragebogen.
Für das Vorhaben liegt seit dem 4. Juni 2026 ein positives Ethikvotum unter der Nummer 2026-011 vor; die offizielle Registrierung erfolgte am 31. August 2026 unter dem Kennzeichen ITMCTR2026002224. Die praktische Durchführung der Untersuchung ist für den Zeitraum von Januar 2027 bis Dezember 2028 angesetzt.
