Outlook, Microsoft

Outlook ab August: Microsoft bringt Copilot in Classic-Version

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 02:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft bringt Copilot ins klassische Outlook, kämpft aber mit massiven Störungen. Neue Sicherheitsbedrohungen und geänderte Authentifizierung fordern Unternehmen heraus.

Microsoft 365: KI-Integration trotz schwerer Ausfälle und neuer Sicherheitsrisiken
Moderner Büroarbeitsplatz mit Laptop, der E-Mail- und Workflow-Software in einer professionellen, sonnigen Umgebung zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Softwarekonzern kämpft mit massiven Ausfällen und bereitet gleichzeitig die Integration neuer KI-Funktionen vor. Für Unternehmen wird die Lage zunehmend unübersichtlich.

Neuer Copilot für klassisches Outlook

Microsoft bringt die künstliche Intelligenz nun auch in die alte Version seines E-Mail-Programms. Ab August 2026 erhalten Nutzer von Classic Outlook for Windows einen dauerhaften Zugang zum Copilot-Assistenten. Damit zieht die Legacy-Version mit der modernen „New Outlook"-Oberfläche gleich. Der KI-Helfer soll künftig kontextbezogen bei der Verwaltung von E-Mails und Aufgaben unterstützen.

Die IT-Abteilungen der Unternehmen stehen vor einer Herausforderung: Sie müssen Berechtigungen prüfen und ihre Support-Dokumentation aktualisieren, bevor der Rollout beginnt. Ergänzend dazu führt Microsoft die Funktion „Copilot Cowork" ein – ein Werkzeug für die Zusammenarbeit, das mehrstufige Arbeitsabläufe automatisiert und die Dokumentenerstellung zentralisiert. Das System arbeitet mit einem verbrauchsbasierten Guthabensystem und erlaubt Administratoren, eigene Skills und Plugins zu integrieren.

Schwere Ausfälle erschüttern die Zuverlässigkeit

Doch die jüngsten technischen Pannen überschatten die KI-Offensive. Am 23. Juli 2026 legte ein großflächiger Microsoft-365-Ausfall Teams und Outlook lahm. Tausende Nutzer konnten sich nicht anmelden. Der Vorfall traf das Unternehmen in einer Phase massiver Umstrukturierungen – erst kürzlich hatte Microsoft Personal am Hauptsitz in Redmond und in den Gaming-Sparten abgebaut.

Nur vier Tage zuvor, am 19. Juli, war bereits ein schwerer Fehler in Exchange Online aufgetreten. Unter der Incident-Nummer EX1436407 führte eine Infrastrukturänderung zu Speicherüberlastung. Die Folge: Das System quarentänisierte fälschlicherweise zahlreiche Benutzer-Postfächer. Geschäftskunden konnten weder E-Mails senden noch empfangen, auch der Kalenderzugriff war blockiert. Microsoft arbeitet an der Wiederherstellung und versichert, dass keine Daten verloren gegangen seien.

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Sicherheitsrisiken durch automatisierte Workflows

Mit der zunehmenden Integration von KI in E-Mail- und Kalendersysteme wachsen die Sicherheitsbedenken. Ein Bericht der Info-Tech Research Group vom 22. Juli warnt vor fragmentierten Governance-Strukturen und unkontrolliertem Datenwachstum. Die Analysten empfehlen Unternehmen, klare Rollen und richtlinienbasierte Kontrollen zu etablieren, um zu steuern, wie KI mit sensiblen Daten interagiert.

Noch alarmierender: Sicherheitsforscher entdeckten am 20. Juli die Schadsoftware „HollowGraph". Sie nutzt Microsoft-365-Kalendereinladungen als Steuerungskanal – und sucht gezielt nach Terminen, die für das Jahr 2050 geplant sind. Parallel dazu läuft seit Mai 2026 eine Phishing-Kampagne, die kompromittierte Outlook-Konten missbraucht. Die Angreifer umgehen damit die Zwei-Faktor-Authentifizierung und stehlen Sitzungscookies von multinationalen Konzernen und Bildungseinrichtungen.

Neue Standards für externe Zusammenarbeit

Microsoft ändert zudem die Regeln für die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Zwischen Mai und Juni 2026 stellte der Konzern die Einmal-Passwort-Methode (SPO OTP) für den Dateiaustausch in OneDrive und SharePoint ein. Künftig kommt die Microsoft-Entra-B2B-Authentifizierung zum Einsatz. Besonders betroffen sind Organisationen, die mit kontrollierten, nicht-geheimen Informationen (CUI) arbeiten. Sie müssen ihre Einstellungen für den externen Zugriff bis Ende Juli überprüfen.

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Berufsstände reagieren mit Ethik-Richtlinien

Die technologischen Umwälzungen zwingen auch Berufsverbände zum Handeln. Die Alabama State Bar veröffentlichte am 22. Juli eine Richtlinie, die Anwälte verpflichtet, KI-generierte Arbeiten zu überprüfen und die Vertraulichkeit von Mandantendaten zu schützen. Einen Tag später folgte das Tax Practitioners Board mit einer Stellungnahme: KI könne die professionelle Urteilsfähigkeit unterstützen, doch Steuerberater müssten vor der Nutzung solcher Werkzeuge die ausdrückliche Zustimmung ihrer Mandanten einholen, wenn sensible Daten betroffen sind.

OpenAI drängt in den Markt

Parallel zu Microsofts Aktivitäten erweitert auch OpenAI sein Angebot. Am 22. Juli startete das Unternehmen den Dienst „Presence", der Firmen den Einsatz von KI-Agenten für spezielle Aufgaben ermöglicht – etwa für die Bearbeitung von Versicherungsansprüchen oder IT-Anfragen. Erste Anwender aus dem Banken- und Versicherungssektor berichten von einem deutlichen Rückgang des menschlichen Eingreifbedarfs bei eingehenden Kundenanfragen.

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