Outlook erhält Warnfunktion: Microsoft stoppt Antworten auf alte Mails
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 01:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Softwarekonzern Microsoft rüstet seinen E-Mail-Dienst Outlook mit einer automatischen Warnfunktion aus. Sie soll Nutzer davon abhalten, auf alte Nachrichten zu antworten.
Seit dem 7. Juli 2024 testet Microsoft die neue Funktion. Der vollständige Rollout für Windows 10 und 11 soll bis Ende August 2024 abgeschlossen sein. Die Warnung wird automatisch aktiviert sein und gilt auch für Outlook.com-Konten.
Produktivitäts-Boost für den Posteingang
Doch damit nicht genug: Bis September 2024 plant Microsoft weitere Verbesserungen. Dazu gehören erweiterte Kategorisierungsmöglichkeiten und regelbasierte Vorlagen-Automatisierung. Gleichzeitig arbeitet der Konzern an der Nachrichtenverwaltung in Exchange Online. Ab Mitte August 2024 soll dort der abteilungsübergreifende Nachrichtenrückruf möglich sein – allerdings standardmäßig deaktiviert.
Für Teams Rooms führt Microsoft die IntelliFrame-Personenmarkierungen ein. Und bis September 2024 werden die benutzerdefinierten Steuerungen von Entra ID durch externe Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ersetzt.
Die Kehrseite der KI-Revolution
Am 13. Juli 2024 warnte Microsoft-CEO Satya Nadella vor dem sogenannten „Reverse Information Paradox“. Seine Botschaft an Unternehmen: Sie zahlen womöglich doppelt für KI – einmal durch Servicegebühren und ein zweites Mal durch preisgegebenes Firmenwissen.
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Nadella kritisierte, dass einige KI-Anbieter zwar die Nutzung ihrer Modelle einschränken, gleichzeitig aber Kundendaten für das Training eigener Systeme verwenden. Seine Lösung: fünf Kernmaßnahmen für Unternehmen. Dazu gehören private Evaluierungssysteme, eigene Entwicklung in geschützten Umgebungen und die Wahlfreiheit durch entkoppelte Orchestrierung. Auch effiziente Modellkombinationen und kontinuierliche Lernzyklen zählt der CEO dazu.
Die Industrie scheint sich bereits zu bewegen: Rund 29 Prozent des Datenverkehrs läuft inzwischen über das Vercel-Gateway für Open-Source-Modelle, die vor Ort gehostet werden.
GPT-5.6 als neuer Standard
Seit dem 13. Juli 2024 setzt Microsoft auf das KI-Modell GPT-5.6 für Microsoft 365 Copilot. Es kommt in Word, Excel, PowerPoint und Chat zum Einsatz. Neu verfügbar sind zudem die Tools Sales Agent und Service Agent. Sie integrieren Dynamics 365-Daten direkt in Outlook und Teams – etwa für CRM-Updates oder E-Mail-Entwürfe.
Allerdings gibt es eine Hürde: Für Microsoft 365 Copilot in Outlook ist Exchange Online Pflicht. Das betrifft Unternehmen mit lokalen oder hybriden Umgebungen. Der Dienst kostet 30 Euro pro Nutzer und Monat – als Zusatz zu bestehenden E3- oder E5-Lizenzen.
Neue Bedrohungen im Visier
Die verstärkte KI-Integration kommt nicht von ungefähr. Am 12. Juli 2024 warnte das FBI vor „Kali365“ – einer Phishing-Plattform, die seit April 2024 aktiv ist. Sie kapert Microsoft 365-Konten, indem sie OAuth-Authentifizierungstoken stiehlt – ohne dass ein Passwort nötig wäre.
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Microsoft setzt daher verstärkt auf KI zur Schwachstellenerkennung. Im Mai 2024 spürte das MDASH-System bei der Windows-Code-Analyse 16 bisher unbekannte Fehler auf. Der Juni-Patchday schloss über 200 Sicherheitslücken. Microsoft empfiehlt eine risikobasierte, kontinuierliche Patch-Strategie.
Bis Dezember 2024 stellt der Konzern zudem die alten TLS-Versionen 1.0 und 1.1 für POP und IMAP ab. Und bis Januar 2025 sollen die Dateirichtlinien in Defender for Cloud Apps zu Microsoft Purview migriert werden.
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