Paramount, Warner Bros.

Paramount übernimmt Warner: Neuer Hollywood-Konzern Skydance startet mit Milliardenschulden

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 14:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Paramount hat die rund 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner abgeschlossen. Der neue Konzern Skydance muss nun hohe Schulden, die Integration der Unternehmen und politische Bedenken rund um CNN bewältigen.

  • Warner Bros. ist ein Hollywood-Urgestein. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
    Warner Bros. ist ein Hollywood-Urgestein. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
  • Der Megadeal krempelt Hollywood um. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
    Der Megadeal krempelt Hollywood um. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa
Warner Bros. ist ein Hollywood-Urgestein. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa Der Megadeal krempelt Hollywood um. (Archivbild) - Bild: Jae C. Hong/AP/dpa

Paramount hat die rund 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner abgeschlossen und vereint damit zwei der traditionsreichsten Hollywood-Konzerne unter einem Dach.

Neue Ära für Hollywood

Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison beherrschte Paramount-Konzern führt das Geschäft künftig unter dem Namen Skydance. Auf den neuen Konzern warten eine komplexe Integration und eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar.

In Hollywood wird deshalb mit Stellenabbau gerechnet. Der Zusammenschluss krempelt die Branche ähnlich stark um wie die Übernahme von 20th Century Fox durch Disney im Jahr 2019.

Vorgaben für das Kinogeschäft

Paramount hat im Fusionsprozess zugesagt, in den ersten beiden Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme der beiden Studios pro Jahr in die Kinos zu bringen. In den drei folgenden Jahren sollen es 32 Filme sein.

Für jeden Film unterhalb dieser Vorgabe soll eine Zahlung von 30 Millionen Dollar fällig werden. Außerdem will der Dachkonzern in den kommenden fünf Jahren zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar in Produktionen in den USA investieren.

David Ellison an der Spitze

Führender Kopf des neuen Konzerns ist der Filmproduzent David Ellison, der unter anderem am zweiten „Top Gun“-Film beteiligt war. Er ist der Sohn von Larry Ellison, dessen Milliardengarantie die Übernahme ermöglicht hat.

Kurz vor dem Abschluss holte David Ellison den bisherigen Chef des Spielzeugherstellers Mattel, Ynon Kreiz, in eine Doppelspitze. Ellison soll für die Strategie zuständig sein, Kreiz für das operative Geschäft. Anlegern wurden Einsparungen von sechs Milliarden Dollar nach drei Jahren versprochen.

Sorge um CNN

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Nachrichtensender CNN, der häufig kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet. Trump greift den Sender regelmäßig an und hatte ihn zuletzt aus dem Weißen Haus verbannt.

Larry Ellison ist im Trump-Lager etabliert. Nach der Übernahme von Paramount durch seine Familie schlug der Paramount-Sender CBS einen freundlicheren Ton gegenüber dem Präsidenten und dessen Regierung an. Kritiker des Warner-Deals befürchten deshalb einen Verlust redaktioneller Unabhängigkeit bei CNN.

Paramount hat zugesagt, für CNN ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium zu bilden. Der bisherige Chefredakteur Mark Thompson soll den Sender weiterführen.

Neue Zuständigkeiten

Das gemeinsame Filmgeschäft sollen die bisherigen Paramount-Studiochefs Dana Goldberg und Josh Greenstein leiten. Ihre Pendants bei Warner scheiden aus.

Casey Bloys, bislang Chef des Warner-Streamingdienstes HBO Max, soll dagegen den gemeinsamen Streamingbereich mit Paramount+ führen. Warner ist unter anderem für „Batman“, „Superman“ und „Harry Potter“ bekannt, Paramount für „Mission: Impossible“ und „Star Trek“.

Paramount setzte sich gegen Netflix durch

Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr bereits Netflix mit Warner auf den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount gab jedoch nicht auf und legte ein höheres Gebot für den gesamten Warner-Bros.-Discovery-Konzern vor – einschließlich Fernsehsendern wie CNN.

Ein Zusammenschluss mit hoher finanzieller Last

Mit rund 110 Milliarden Dollar zählt die Transaktion zu den größten Übernahmen der Medienbranche. Der neue Konzern muss die traditionsreichen Filmstudios, Streamingangebote und Fernsehsender organisatorisch zusammenführen und zugleich Einsparungen von sechs Milliarden Dollar innerhalb von drei Jahren erreichen. Das erhöht den Druck auf Budgets, Produktionsabläufe und Arbeitsplätze.

Kinogeschäft bleibt entscheidend

Die zugesagte Mindestzahl von 30 Kinofilmen pro Jahr in den ersten beiden Jahren soll die Bedeutung des klassischen Filmgeschäfts sichern. Gleichzeitig zeigt der schwache Start des teuren Warner-Films „Digger“, wie riskant große Produktionen trotz prominenter Besetzung und namhafter Regisseure sein können. Für den neuen Konzern wird daher entscheidend sein, Ausgaben, Kinoauswertung und Streaminggeschäft besser aufeinander abzustimmen.

Medienmacht und redaktionelle Unabhängigkeit

Besondere Bedeutung hat die Kontrolle über CNN. Der Sender verbindet internationale Reichweite mit politischer Relevanz; die angekündigte unabhängige redaktionelle Aufsicht soll Bedenken gegen möglichen Einfluss der Eigentümer begrenzen. Für Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt damit nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns wichtig, sondern auch die Frage, wie sich die Eigentümerstruktur auf die journalistische Linie des Nachrichtensenders auswirkt.

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