Passkey-Sicherheit, Schnittstellen

Passkey-Sicherheit: 67,2% der Schnittstellen anfällig für Spoofing-Angriffe

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 13:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chrome integriert Drittanbieter-Passkeys, Forscher decken jedoch Implementierungslücken auf. Google reagiert mit Updates und personeller Neuausrichtung.

Google Chrome: Passkey-Support für Drittanbieter und Sicherheitswarnungen
Nahaufnahme von Händen an einem Laptop in einem modernen Bürogebäude bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Google hat die Integration nativer Unterstützung für Passkeys von Drittanbietern in seinen Chrome-Browser bekannt gegeben. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Sicherheit der Benutzerauthentifizierung zu verbessern und externe Lösungen direkt in die Browser-Umgebung einzubinden.

Die neue Funktion ermöglicht es Anwendern, Passkeys unterschiedlicher Anbieter nahtlos innerhalb von Chrome zu nutzen. Damit reagiert das Unternehmen auf die wachsende Bedeutung dieser Technologie, die bereits im April 2026 vom britischen National Cyber Security Centre (NCSC) als sichere Authentifizierungsmethode empfohlen wurde.

Parallel dazu arbeitet die FIDO Alliance an einem Credential Exchange Protocol, um die Fragmentierung bestehender Passkey-Lösungen zu überwinden und den Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen zu standardisieren.

Sicherheitsforscher identifizieren Schwachstellen in der Implementierung

Trotz der Vorteile der Technologie weisen aktuelle Untersuchungen auf potenzielle Risiken hin. Der Forscher Arie Olshtein von Unit 42 identifizierte drei spezifische Angriffsmethoden auf Google-Passkeys in Chrome, sofern ein System bereits mit Malware infiziert ist.

Zu den Szenarien gehören die Vortäuschung einer Geräteidentität, die Registrierung eines durch Angreifer kontrollierten Schlüssels sowie der Diebstahl eines Masterschlüssels aus den Diagnoseprotokollen des Browsers.

Den Berichten zufolge handelte es sich bei diesen Schwachstellen nicht um kryptografische Fehler der Passkey-Technologie selbst, sondern um Schwächen in der konkreten Implementierung durch Google. Das Unternehmen hat bereits reagiert und den Masterschlüssel aus den Chrome-Diagnoseprotokollen entfernt, um diese Angriffsfläche zu schließen.

Anzeige

Angesichts der aktuellen Sicherheitsrisiken bei herkömmlichen Passwörtern suchen viele Nutzer nach einer zuverlässigen Alternative. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie Passkeys bei Diensten wie Amazon, Microsoft und WhatsApp sofort einrichten und so für maximale Sicherheit sorgen. Nie wieder Passwörter merken: Diese neue Methode macht das Einloggen kinderleicht

Cornell-Studie warnt vor Missbrauchspotenzial

Weitere Sicherheitsbedenken gehen aus einer aktuellen Studie der Cornell University hervor, die Mitte August 2026 auf dem USENIX Security Symposium in Baltimore vorgestellt wurde. Die Autoren Alaa Daffalla, Nicola Dell und Thomas Ristenpart untersuchten mit 31 Teilnehmern die Robustheit von Sicherheitsschnittstellen. Dabei stellte sich heraus, dass 67,2 % der untersuchten Schnittstellen anfällig für Spoofing-Angriffe waren.

Die Forscher warnten zudem davor, dass Passkeys von böswilligen Akteuren als dauerhafte Hintertür genutzt werden könnten. Da diese kryptografischen Schlüssel Passwort-Resets überdauern können, bestehe die Gefahr eines langanhaltenden unbefugten Zugriffs. Die Tests der Forscher bezogen sich unter anderem auf die Implementierungen bei Google, PayPal und LinkedIn.

Personelle Neuausrichtung und KI-Pläne

Zeitgleich mit den technischen Neuerungen hat Google Jacob Bank zum Vice President of Product für Chrome ernannt. Bank, der zuvor Führungspositionen im Produktmanagement für Gmail, Calendar und Chat innehatte, bringt Erfahrung aus der Gründung von Relay.app mit.

Der Betrieb von Relay.app wurde im August 2026 eingestellt; für Bestandskunden endet der Zugang am 14. September 2026. Bank kündigte an, künftig verstärkt auf die Integration von Künstlicher Intelligenz innerhalb von Chrome zu setzen.

Anzeige

Da in Deutschland pro Quartal Millionen von Konten gehackt werden, ist der Wechsel auf moderne Technologien für den Schutz der digitalen Identität unerlässlich. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, warum immer mehr Menschen ihre Passwörter abschaffen und stattdessen auf Hacker-resistente Lösungen setzen. Warum immer mehr Deutsche ihre Passwörter komplett abschaffen – und was dahintersteckt

Kritische Updates für Milliarden Nutzer

Aktuelle Warnungen der indischen Sicherheitsbehörde CERT-In unterstreichen die Notwendigkeit regelmäßiger Software-Aktualisierungen. Die Behörde wies auf schwerwiegende Sicherheitslücken in älteren Chrome-Versionen hin. Betroffen sind rund 3,6 Milliarden Nutzer weltweit auf den Betriebssystemen Windows, Mac und Linux.

Als Reaktion wurden Updates auf die Versionen 151.0.7922.137 bzw. .138 bereitgestellt. Die aktuelle Version Chrome 151 führt zudem Gemini Spark AI ein, was die von Jacob Bank angekündigte strategische Ausrichtung auf KI-gestützte Funktionen im Browser-Markt untermauert.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69963934 |