Passkeys, NCSC

Passkeys: NCSC erklärt sie zur sichersten Authentifizierungsmethode

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 15:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Britische Cybersicherheitsbehörde empfiehlt passwortlose Anmeldung als Standard. Tech-Konzerne wie Microsoft und Amazon integrieren die Technologie zunehmend.

NCSC stuft Passkeys als sicherste Authentifizierungsmethode ein
Ein Smartphone mit leuchtendem biometrischen Authentifizierungssymbol auf einem modernen Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das britische National Cyber Security Centre (NCSC) hat Passkeys offiziell zur sichersten Authentifizierungsmethode erklärt. Die Behörde sieht die Technologie herkömmlichen Passwörtern und Mehr-Faktor-Verfahren deutlich überlegen – insbesondere angesichts automatisierter Angriffe und der bevorstehenden Post-Quanten-Kryptografie.

Was macht Passkeys so sicher?

Passkeys nutzen Public-Key-Kryptografie. Anders als bei Passwörtern teilen Nutzer und Dienstanbieter kein gemeinsames Geheimnis. Der private Schlüssel bleibt auf dem Endgerät des Nutzers, nur der öffentliche Schlüssel wird beim Anbieter hinterlegt.

Laut NCSC macht diese Architektur Passkeys weitgehend immun gegen Phishing. Keine Zugangsdaten können abgefangen oder durch Täuschung gestohlen werden. Ein Direktor der Behörde bezeichnete die Technologie als „benutzerfreundliche Alternative, die Sicherheit und Komfort verbindet“. Die britische Regierung integriert Passkeys bereits in das Portal GOV.UK, um Bürgern sicheren Zugang zu staatlichen Diensten zu bieten.

Tech-Konzerne ziehen mit

Microsoft unterstützt Passkeys mittlerweile für Konten unter Windows 11 sowie auf Android und Apple. Google hat FIDO2-Sicherheitsschlüssel und Passkeys in die Windows-Anmeldung über Google Cloud Directory Sync integriert – Administratoren können die Zwei-Stufen-Verifizierung erzwingen.

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Angesichts der Empfehlungen internationaler Sicherheitsbehörden wird der Wechsel zur passwortlosen Anmeldung für Nutzer immer wichtiger. Wie Sie die neue Technologie bei Diensten wie Amazon, Microsoft oder WhatsApp schnell und sicher einrichten, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Passkeys jetzt einrichten und Konten schützen

Auch Amazon zieht nach: Ende Juli erlaubt der Konzern Passkeys als alleinigen Anmeldefaktor, empfiehlt aber eine Backup-Lösung für die Zwei-Stufen-Verifizierung. Branchenanalysten betonen, dass die Fido Alliance die Unterstützung auf allen großen Plattformen vorantreibt. Experten warnen jedoch: Passkeys sind kein Allheilmittel. Nutzer sollten den möglichen Verlust ihres Endgeräts einplanen.

Vorbereitung auf Quantencomputer

Parallel zu Passkeys rückt die langfristige Absicherung der Kryptografie in den Fokus. Das NCSC und Vodafone veröffentlichten Ergebnisse eines Workshops zur Migration auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC). Künftige Quantencomputer könnten heutige Verschlüsselungsverfahren brechen. Eine frühzeitige Planung der Lieferkettenbereitschaft und Einbindung der Führungsebene sei essenziell. Vodafone hat bereits ein Programm für quantensichere Kommunikation gestartet.

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KI-gestützte Angriffe treiben den Wandel

Die Dringlichkeit zeigt der „Gen H1 Threat Report 2026“. In Deutschland stieg die Zahl der Dropper um 160 Prozent, Trojaner um 145 Prozent und Betrugsversuche in Online-Shops um 134 Prozent.

Forscher der Universität Toronto demonstrierten im Juni einen selbstlernenden KI-Wurm, der innerhalb einer Woche einen Großteil eines Testnetzes infizierte. Sicherheitsfachleute raten daher zu Zero-Trust-Architekturen und konsequenten Patch-Strategien. Apple schloss kürzlich 194 Sicherheitslücken in iOS 26.6 und macOS Tahoe 26.6.

Auch Infrastruktur-Software bleibt verwundbar: In Apache Airflow ermöglichte die Lücke CVE-2026-59243 im FAB-Provider Angreifern Admin-Rechte über Azure AD OAuth. Ein Update auf Version 3.7.3 wurde bereitgestellt.

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