PayPal-Aktie fällt 2,7%: Analysten erwarten schwache Quartalszahlen
01.07.2026 - 03:22:40 | boerse-global.de
Juni deutlich an Wert – und das an einem Tag, an dem die Börsen insgesamt zulegten. Die Papiere des Zahlungsdienstleisters schlossen bei 43,18 Euro, ein Minus von 2,7 Prozent. Zum Vergleich: Der S&P 500 gewann 0,79 Prozent, die Technologiebörse Nasdaq legte sogar 1,5 Prozent zu.
Der jüngste Rückschlag reiht sich ein in eine Phase der Unsicherheit. Über den vergangenen Monat hinweg verlor die PayPal-Aktie rund 1,8 Prozent an Wert. Am Handelstag selbst rutschte der Kurs zwischenzeitlich auf 42,26 Euro ab. Das Handelsvolumen lag mit 14,1 Millionen Aktien rund 28 Prozent unter dem üblichen Tagesdurchschnitt – ein Zeichen für Zurückhaltung der Anleger.
Analysten warnen vor schwächeren Quartalszahlen
Die Märkte blicken mit Spannung auf die Zahlen zum zweiten Quartal, die am 28. Juli 2026 erwartet werden. Die Prognosen fallen verhalten aus. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 1,28 Euro – das wäre ein Rückgang von mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll bei rund 8,5 Milliarden Euro liegen, ein Plus von lediglich 2,6 Prozent.
Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2026 hatte PayPal mit 8,35 Milliarden Euro Umsatz und einem Gewinn von 1,34 Euro je Aktie die Erwartungen noch ĂĽbertroffen.
Die Großbanken zeigen sich uneins. Goldman Sachs hob das Kursziel am 29. Juni von 40 auf 41 Euro an, bleibt aber bei der Verkaufsempfehlung. Piper Sandler senkte das Ziel am 30. Juni von 46 auf 42 Euro und bewertet die Aktie weiterhin neutral. Der Medianschätzung der Analysten liegt bei rund 48 Euro.
Insider verkaufen – Institutionelle spalten sich
Ein genauer Blick auf die Handelsaktivitäten der Unternehmensinsider verrät: Die Stimmung im Management ist gedämpft. Von den 20 dokumentierten Insider-Transaktionen der vergangenen sechs Monate entfielen 19 auf Verkäufe. Anfang Juni trennten sich die Führungskräfte Suzan Kereere und Frank Keller von Aktienpaketen im Wert von rund 2,5 Millionen beziehungsweise 2,2 Millionen Euro.
PayPal-Aktie unter Druck: Insider verkaufen, Analysten senken Erwartungen. Die kostenlose Risiko-Checkliste zeigt die drei wichtigsten Warnsignale vor den Quartalszahlen am 28. Juli. Risiko-Checkliste per E-Mail anfordern
Noch deutlicher wird der Trend bei den institutionellen Anlegern. Capital Research löste nahezu seine gesamte Position von 27,1 Millionen Aktien auf. Die Bank of America hingegen stockte ihren Anteil um mehr als 67 Prozent auf – ein Plus von rund 10,4 Millionen Aktien. Insgesamt stockten 674 institutionelle Investoren auf, während 1.209 ihre Beteiligungen reduzierten.
Der Optionsmarkt untermauert die Skepsis: Am 30. Juni lag das Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen bei 1,58 – ein klares Signal für erwartete Kursverluste.
PayPal-Stablecoin schrumpft – Konkurrenz bleibt stark
Auch im Digitalgeschäft macht sich Gegenwind bemerkbar. Die umlaufende Menge des hauseigenen Stablecoins PYUSD ist von seinem Allzeithoch von 4,2 Milliarden Euro im März 2026 um 31 Prozent auf aktuell 2,92 Milliarden Euro gefallen. Das entspricht einem Rückgang von über einer Milliarde Euro Marktkapitalisierung.
Zwar ist PYUSD mittlerweile in 70 Märkten weltweit verfügbar, doch die Dominanz der etablierten Konkurrenten USDT und USDC bleibt ungebrochen.
Betrifft Ihr Depot? Drei konkrete Indikatoren helfen Ihnen, die Lage bei PayPal besser einzuschätzen. Die Checkliste liefert Fakten zu Insider-Transaktionen, Optionsmarkt und Stablecoin – kein Rat, nur Einordnung. Checkliste anfordern
Tech-Sektor unter Druck: Milliardenverluste bei den Schwergewichten
Der gesamte Technologiesektor leidet unter wachsenden Zweifeln an der Rentabilität massiver KI-Investitionen. Allein die sogenannten „Magnificent Seven“ – die sieben wertvollsten Tech-Konzerne der USA – verloren im Juni 2026 rund 2,3 Billionen Euro an Börsenwert. Unternehmen wie Microsoft und Nvidia mussten deutliche Kursverluste hinnehmen. Diese Abkühlung belastet die gesamte Digitalbranche – und damit auch PayPal.
