PayPal-Aktie, Euro

PayPal-Aktie fällt auf 40,80 Euro: 23% Minus seit Jahresbeginn

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 02:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

PayPal-Aktie fällt um 3,4 Prozent. Das Management plant Einsparungen von 1,5 Milliarden Dollar durch KI-Einsatz und Konzernumbau.

PayPal Aktie unter Druck: Kursrutsch und Milliarden-Sparplan mit KI
PayPal-Aktie - Leuchtendes KI-Gehirn-Netzwerk über digitaler Zahlungsoberfläche, mit fallenden Aktiencharts im Hintergrund, symbolisiert PayPals KI-Strategie und Aktienperformance. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 8. Juli fiel der Aktienkurs um 3,36 Prozent auf 40,80 Euro (umgerechnet 44,10 US-Dollar). Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 23 Prozent – ein herber Rückschlag für den Digitalzahlungs-Pionier.

Das jüngste Kursminus fällt in eine Phase geopolitischer Unsicherheiten, die den gesamten Technologiesektor belasten. Hinzu kommen interne Baustellen: PayPal kämpft mit schrumpfenden operativen Margen und einer grundlegenden Neuausrichtung.

Milliarden-Programm mit KI als Hebel

Das Management setzt auf eine radikale Effizienzoffensive. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und eine Verschlankung der Konzernstruktur sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren jährlich rund 1,4 Milliarden Euro (1,5 Milliarden US-Dollar) eingespart werden. Ein dringend nötiger Schritt: Im ersten Quartal 2026 lag die operative Marge (non-GAAP) bei nur noch 18,4 Prozent – ein Rückgang um 229 Basispunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Zu diesem Zweck hat sich PayPal neu aufgestellt. Das Unternehmen gliedert sich nun in drei Geschäftsbereiche: Checkout Solutions & PayPal, Consumer Financial Services & Venmo sowie Payment Services & Crypto. Zeitgleich wurde der Zahlungsdienst aus dem Russell Top 200 Index gestrichen und in den Russell Midcap Index verschoben – ein symbolischer Rückschlag.

Zwiespältige Quartalszahlen

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um sieben Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro (8,35 Milliarden US-Dollar). Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 1,24 Euro (1,34 US-Dollar) über den Analystenerwartungen von 1,17 Euro. Auch das Transaktionsvolumen (TPV) legte um elf Prozent auf rund 429 Milliarden Euro zu.

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Doch diese Erholung folgt auf ein schwaches Schlussquartal 2025, in dem PayPal Umsatz- und Gewinnerwartungen verfehlte und die Aktie daraufhin um fast 20 Prozent einbrach.

Rasanter BNPL-Wachstum – aber scharfe Konkurrenz

Ein Lichtblick ist das Geschäft mit „Buy Now, Pay Later“ (BNPL). Hier verzeichnete PayPal im ersten Quartal ein Volumenplus von 23 Prozent. Branchenbeobachter sehen im Ratenkauf-Modell weiterhin enormes Potenzial, vor allem zur Neukundengewinnung und Steigerung der durchschnittlichen Bestellwerte.

Allerdings ist die Konkurrenz gnadenlos. Der Spezialist Affirm steigerte sein Bruttowarenvolumen (GMV) um 35 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Der schwedische Rivale Klarna legte um 33 Prozent auf 31,2 Milliarden Euro zu. PayPal muss sich hier gegen agilere Wettbewerber behaupten.

Börse uneins: Ist PayPal unterbewertet?

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 8,2 für die kommenden zwölf Monate erscheint PayPal im Vergleich zur Branche (durchschnittlich 18,2) regelrecht günstig. Einige Analysten sehen ein Kurspotenzial von bis zu 60 Euro (65 US-Dollar). Das wäre ein Plus von rund 50 Prozent – allerdings liegt der Kurs aktuell mehr als 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 72,40 Euro.

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Die Analystengemeinde ist gespalten. Von 45 beobachtenden Experten raten 32 zum Halten, sieben zum Kauf und sechs zum Verkauf. Die durchschnittlichen Kursziele für die nächsten zwölf Monate bewegen sich zwischen 44,30 und 50,90 Euro. Technische Analysten sehen den nächsten Widerstand bei 41,60 Euro, die Unterstützung bei 40,00 Euro.

Insider-Verkäufe und hohe institutionelle Beteiligung

Ein warnendes Signal: Konzerninterne haben in den letzten 90 Tagen mehr als 20.000 Aktien im Wort von rund 895.000 Euro verkauft. Gleichzeitig halten institutionelle Anleger weiterhin stolze 68 Prozent der Anteile – ein Zeichen für grundsätzliches Vertrauen, aber auch für Abhängigkeit von Großanlegern.

Strategische Neuausrichtung im Hintergrund

Unbestätigten Berichten zufolge erwägt PayPal eine Verschiebung seiner Händlerstrategie. Die Plattform Braintree, die bislang stark auf Volumen setzt, könnte künftig weniger Gewicht erhalten. Stattdessen rückt die Fastlane-Funktion – ein One-Click-Checkout – in den Fokus, um die Margen zu verbessern. Einige Händler klagen über mangelnde Preistransparenz und Servicequalität. Intern soll über einen möglichen Verkauf bestimmter Händler-Assets diskutiert werden. Offizielle Stellungnahmen gibt es dazu nicht.

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