PayPal, Malediven

PayPal expandiert: Malediven und Tansania ab sofort verfügbar

16.06.2026 - 08:49:23 | boerse-global.de

PayPal erschließt zwei neue Märkte in Asien und Afrika, während in Großbritannien verschärfte BNPL-Regeln in Kraft treten.

PayPal startet auf Malediven und in Tansania durch
PayPal - Digital network connecting payment systems in the Maldives, Tanzania, and the UK, with a subtle PayPal logo. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juni 2026 gleich mehrere Meilensteine seiner globalen Expansion erreicht. Mit dem Start in den Malediven und Tansania erschließt sich das Unternehmen zwei wachstumsstarke Märkte in Südasien und Afrika. Parallel dazu bereitet sich PayPal auf eine grundlegende Regulierung des „Buy Now, Pay Later"-Sektors in Großbritannien vor.

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Neue Märkte: Malediven und Tansania

Auf den Malediven wurde der Dienst offiziell von Präsident Dr. Mohamed Muizzu in der Hauptstadt Malé eingeweiht. Möglich wurde der Start durch eine Partnerschaft mit Ooredoo Maldives und deren digitaler Geldbörse mFaisaa. Bereits im Mai 2026 fanden Systemtests statt, zudem hatte die maledivische Zentralbank im Herbst des Vorjahres eine Inward-Remittance-Lizenz an den lokalen Partner vergeben.

Der Dienst richtet sich vor allem an Freiberufler, kleine Unternehmen und Content-Creator auf den Malediven. Sie können künftig internationale Zahlungen empfangen und direkt auf ihre lokalen digitalen Geldbörsen überweisen. Die Regierung sieht darin einen wichtigen Baustein der Digitalstrategie „Malediven 2.0", die den Anteil der digitalen Wirtschaft am nationalen BIP bis 2030 auf 15 Prozent steigern will. Ein neuer Creator Hub soll zudem am 11. November in Malé eröffnen.

Parallel dazu gab Vodacom M-Pesa Tanzania eine Partnerschaft mit PayPal bekannt. Über eine spezielle Super-App können tansanische Nutzer künftig Geld zwischen PayPal und M-Pesa-Wallets transferieren. Das eröffnet lokalen Entwicklern und Unternehmen den Zugang zu internationalen E-Commerce-Plattformen.

Strengere Regeln für BNPL in Großbritannien

Während PayPal in neuen Märkten Fuß fasst, steht in Großbritannien eine der größten Regulierungswellen der Branche bevor. Ab dem 15. Juli 2026 unterliegen alle BNPL-Anbieter – darunter PayPal, Klarna und Clearpay – der direkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA).

Die neuen Vorschriften verlangen von den Anbietern Bonitätsprüfungen bei jedem Kauf sowie transparente Informationen für die Nutzer. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen:

  • Section 75 Coverage: Käufe zwischen 100 und 30.000 Pfund erhalten denselben rechtlichen Schutz wie Kreditkartenzahlungen.
  • Finanzielle Wiedergutmachung: Verbraucher können Beschwerden beim Financial Ombudsman Service einreichen.
  • Unterstützungsmaßnahmen: Anbieter müssen Kunden in finanziellen Schwierigkeiten Hilfe anbieten und auf kostenlose Schuldenberatung hinweisen.
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Der BNPL-Market in Großbritannien hatte 2024 die Marke von 13 Milliarden Pfund überschritten. Rund 10,9 Millionen Erwachsene nutzten die Dienste in den zwölf Monaten bis Mai 2024. Kein Wunder also, dass die Regulierungsbehörden jetzt eingreifen.

Plattform-Integrationen und Stablecoin-Vorstoß

Am 15. Juni kündigte PayPal zudem mehrere technische Partnerschaften an. Besonders bemerkenswert: Die Zusammenarbeit mit Fiserv ermöglicht die Interoperabilität zwischen Fiservs FIUSD und PayPals eigenem Stablecoin PYUSD. Das soll grenzüberschreitende Transaktionen mit bankenfreundlichen digitalen Assets vereinfachen.

Im Verbraucherbereich integrierte The Knot Worldwide Venmo in seine Hochzeitsregister-Plattform. Venmo zählt über 100 Millionen Kunden – und 89 Prozent der Paare legen Wert auf einfache Zahlungsmöglichkeiten für ihre Gäste.

In Europa launchte Shopware im Juni 2026 „Shopware Payments" in Deutschland und Österreich – eine Lösung, die auf PayPal basiert. In Großbritannien brachte eine Partnerschaft mit Hey Savi die erste „agentische" Commerce-Anwendung mit nativem PayPal-Checkout auf den Markt.

Wachstumszahlen und Finanzkennzahlen

Die Zahlen sprechen für sich: PayPal Fastlane, die Gast-Checkout-Lösung, ist mittlerweile auf über 40.000 Online-Shops aktiv. Die Abschlussrate liegt 32 Prozentpunkte über herkömmlichen Checkout-Formularen.

Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 7 Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar. Das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) legte um 11 Prozent auf 464 Milliarden Dollar zu. Im Gesamtjahr 2025 hatte PayPal ein Umsatzplus von 4 Prozent auf 33,17 Milliarden Dollar verbucht, das GAAP-Ergebnis je Aktie stieg um 35 Prozent.

Im April 2026 reorganisierte sich das Unternehmen und spaltete seine Geschäfte in Checkout Solutions und Consumer Financial Services (mit Venmo). Analysten sehen den fairen Wert der Aktie bei 51,35 Dollar und prognostizieren bis 2029 einen Umsatz von 38 Milliarden Dollar.

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