PayPal, Umbau

PayPal plant Umbau bis 2028: Agentic Payments und digitale Identitäten

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 07:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal verfolgt eine neue Strategie mit KI und digitalen Identitäten. Die Quartalszahlen zeigen gemischte Ergebnisse, während ein Sparprogramm läuft.

PayPal setzt auf KI und Stablecoins für die Zukunft des Bezahlens
Modernes Büro-Besprechungszimmer mit Smartphone, das digitale Daten und biometrische Sicherheitsoberflächen zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Zahlungsdienstleister PayPal will mit künstlicher Intelligenz und digitalen Identitäten die Zukunft des Bezahlens neu erfinden. Das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen hervor.

Strategische Neuausrichtung auf „Agentic Payments“

PayPal-Chef Enrique Lores skizzierte einen Drei-Phasen-Plan zur Modernisierung der Plattform. Die aktuelle Phase bis 2027 dient der Stabilisierung des Kerngeschäfts. Ab Ende 2027 soll Schwung aufgenommen werden, bevor 2028 der Durchbruch mit sogenannten „Agentic Payments" sowie fortschrittlichen digitalen Identitäts- und Biometriesystemen gelingt.

Der Konzern will sich damit vom reinen Transaktionsabwickler zum umfassenden Anbieter digitaler Identitäten wandeln. Eine zentrale Rolle spielen dabei Stablecoins und biometrische Verfahren, die ein nahtloseres Bezahlerlebnis ermöglichen sollen.

Gemischte Quartalszahlen

Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 fielen durchwachsen aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 8,68 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen von rund 8,47 Milliarden Euro. Das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) legte um zehn Prozent auf 486,4 Milliarden Euro zu.

Allerdings verfehlte der Gewinn je Aktie nach US-Standard (GAAP) mit 1,26 Euro die Prognosen von 1,28 Euro knapp. Der bereinigte Gewinn lag mit 1,38 Euro darüber, weshalb PayPal seine Jahresprognose auf etwa 5,38 Euro je Aktie anhob.

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Milliarden-Sparprogramm läuft

Parallel zur strategischen Neuausrichtung treibt PayPal ein ehrgeiziges Kostensenkungsprogramm voran. Ziel sind Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Euro in den nächsten zwei bis drei Jahren. Bereits bis Ende 2026 sollen 400 Millionen Euro eingespart sein.

Drei Führungsebenen wurden bereits gestrichen, um Abläufe zu verschlanken. Künstliche Intelligenz hilft zudem bei der Programmierung: KI-gestütztes Codieren verkürzte die Implementierungszeiten um 25 Prozent.

Venmo und Ratenzahlung als Wachstumstreiber

Der eigene Bezahldienst Venmo entwickelt sich weiter zum Zugpferd. Das Zahlungsvolumen stieg um 14 Prozent, die „Pay with Venmo"-Transaktionen legten sogar um 44 Prozent zu. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer der Venmo-Debitkarte schnellte um 50 Prozent nach oben.

Auch das Ratenzahlungsgeschäft (Buy Now, Pay Later) boomt mit einem Plus von 26 Prozent. Diese hochprofitablen Finanzdienstleistungen machen inzwischen rund 20 Prozent der Transaktionsmarge aus. Das klassische Bezahlen an der Kasse wuchs immerhin um zwei Prozent – das zweite Quartal in Folge mit Wachstum.

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Stablecoins gewinnen an Bedeutung

PayPals Vorstoß in den Kryptomarkt trägt Früchte. Die Initiative „PayPal World" wickelte zwischen Venmo und PayPal ein Volumen von rund 200 Millionen Euro ab. Die Bilanz enthielt zudem eine nicht zahlungswirksame Anpassung von 81 Millionen Euro im Zusammenhang mit Krypto-Anlagen.

Übernahmeangebot abgelehnt

Die Quartalszahlen kamen vor dem Hintergrund anhaltender Übernahmespekulationen. PayPal hatte kürzlich ein 53,4 Milliarden Euro schweres Angebot des Zahlungskonkurrenten Stripe und des Finanzinvestors Advent abgelehnt. Das Angebot von umgerechnet 60,50 Euro je Aktie bewertete der Vorstand als zu niedrig. Branchenkenner sehen den fairen Wert bei etwa 70 Euro pro Aktie.

Lores signalisierte gleichzeitig Offenheit für Übernahmen – allerdings nur, wenn diese „herausragenden Wert für die Aktionäre" schaffen.

Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet PayPal mit Restrukturierungskosten zwischen 120 und 140 Millionen Euro. Trotz der Belastungen bleibt der Konzern auf Aktionärskurs: Im zweiten Quartal wurden eigene Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft.

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