PayPal-Übernahme, Stripe

PayPal-Übernahme: Stripe bietet 53,4 Milliarden Euro für Zahlungsriesen

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 07:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal-Vorstand lehnt Übernahmeangebot von Stripe und Advent als zu niedrig ab. Aktie steigt, bleibt aber unter Angebotspreis.

Stripe und Advent legen 53,4-Milliarden-Angebot für PayPal vor
Stilisierte digitale Logos von PayPal und Stripe verschmelzen, umgeben von abstrakten Finanzdaten, symbolisieren ein Übernahmeangebot. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Bieterkonsortium um den Zahlungsdienstleister Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International hat ein Übernahmeangebot für PayPal vorgelegt. Der Deal hat ein Volumen von rund 53,4 Milliarden Euro und könnte den globalen Zahlungsmarkt grundlegend umkrempeln.

Das am 15. Juli bekannt gewordene Angebot sieht einen Barpreis von 60,50 Euro pro Aktie vor – ein Aufschlag von 28 Prozent auf den damaligen Kurs. Finanziert werden soll die Übernahme durch Bankkredite in Höhe von rund 50 Milliarden Euro. Als Hauptkreditgeber stehen JPMorgan und Morgan Stanley bereit. Stripe und Advent würden dem Vernehmen nach gleiche Anteile halten und zusätzlich 17 Milliarden Euro Eigenkapital einbringen. Frühere Spekulationen über eine Beteiligung von Block Inc. (dem Mutterkonzern von Square) haben sich zerschlagen; das Unternehmen ist aus der Bietergruppe ausgestiegen.

PayPal-Vorstand hält Angebot für zu niedrig

Intern stößt das Angebot auf Skepsis. Der Verwaltungsrat von PayPal hält die Bewertung von 53,4 Milliarden Euro für unzureichend. Die Argumentation: Das Angebot spiegele das langfristige Potenzial des Unternehmens nicht wider. Zudem sehen die Board-Mitglieder erhebliche regulatorische Hürden und Finanzierungsrisiken. Eine formelle Sitzung zur Beratung des Angebots ist für den 20. Juli 2026 anberaumt.

Das fusionierte Unternehmen wäre eine dominante Kraft im globalen Zahlungsverkehr. Branchenkenner schätzen das gemeinsame jährliche Transaktionsvolumen auf rund 3,7 Billionen Euro. Um kartellrechtliche Bedenken zu zerstreuen, erwägt das Konsortium offenbar, die Tochtergesellschaft Braintree abzutrennen und an Advent International zu übertragen.

PayPal auf Erholungskurs

Der Übernahmeversuch trifft PayPal in einer Phase der Neuorientierung. Nach einem Höchststand von 360 Milliarden Euro Marktkapitalisierung im Jahr 2021 war der Wort des Unternehmens Anfang 2026 auf rund 36 Milliarden Euro eingebrochen. Die Aktie reagierte prompt auf die Übernahmenachrichten: Sie schloss am 16. Juli bei 55,52 Euro – ein deutliches Plus, aber immer noch knapp acht Prozent unter dem Angebotspreis.

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Enrique Lores, seit März 2026 CEO von PayPal, treibt derweil einen radikalen Umbau voran. Er plant, das Unternehmen in drei eigenständige Einheiten aufzuspalten. Dazu gehört ein Personalabbau von 20 Prozent und ein Einsparziel von 1,5 Milliarden Euro – vor allem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz.

Die Zahlen des ersten Quartals 2026 zeigen Licht und Schatten: Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 8,35 Milliarden Euro. Das Transaktionsvolumen erreichte 464 Milliarden Euro, die Zahl der aktiven Konten wuchs auf rund 440 Millionen. Besonders die Tochter Venmo legte zu: Ihr Volumen stieg um 14 Prozent auf 86,2 Milliarden Euro.

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Stripe auf Expansionskurs

Stripe, das in jüngsten Finanzierungsrunden mit rund 159 Milliarden Euro bewertet wurde, wickelte 2025 ein Zahlungsvolumen von 1,9 Billionen Euro ab. Der Zukauf von PayPal würde Stripe eine starke konsumentennahe Marke und eine riesige Nutzerbasis bescheren. Beide Unternehmen sind zudem im Bereich digitaler Währungen aktiv: PayPal betreibt den Stablecoin PYUSD, Stripe hat kürzlich USDC integriert und sich einer Open-Source-Initiative für digitale Assets angeschlossen.

Gemischte Marktreaktionen

Die Finanzwelt reagiert gespalten. Zwar schnellte der Aktienkurs nach Bekanntwerden des Angebots zweistellig nach oben, doch viele Anleger halten den Preis für zu niedrig. Prominente Investoren wie Michael Burry schätzen den inneren Wert von PayPal auf 75 bis 115 Euro pro Aktie – weit über dem aktuellen Angebot von 60,50 Euro.

Am 28. Juli 2026 legt PayPal seinen nächsten Quartalsbericht vor. Er dürfte weitere Klarheit über die finanzielle Verfassung des Unternehmens bringen – und darüber, wie es sich gegen die ungebetene Übernahme zur Wehr setzen will.

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