PayPal, Schicksalswoche

PayPal vor Schicksalswoche: 53-Milliarden-Übernahmeangebot im Fokus

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PayPal veröffentlicht Quartalszahlen, während ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Stripe und Advent die Zukunft des Zahlungsdienstleisters bestimmen könnte.

PayPal vor Schicksalswoche: Quartalszahlen und Übernahmeangebot
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Der Zahlungsdienstleister PayPal steht vor einer Schicksalswoche: Am Dienstag legt das Unternehmen seine Quartalszahlen vor – und die könnten über die Zukunft des Konzerns entscheiden.

Seit Wochen brodelt es im Hintergrund. Ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Stripe und Advent International hat PayPal unter Druck gesetzt. Die Börse reagierte mit einem Kurssprung von rund 27 Prozent. Nun könnten die Zahlen zum zweiten Quartal den Ausschlag geben – für den Verkauf oder den Kampf um die Eigenständigkeit.

Das Übernahmeangebot: 53 Milliarden auf dem Tisch

Am 15. Juli 2024 legten Stripe und Advent ein offizielles Angebot vor: 60,50 Euro pro Aktie, insgesamt rund 53 Milliarden Euro. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 28 Prozent auf den Kurs vor der Offerte. Finanziert werden soll der Deal mit rund 50 Milliarden Euro.

Doch der Vorstand von PayPal winkte ab. Die Offerte sei unzureichend, hieß es aus dem Unternehmen. Branchenkenner rechnen mit einer möglichen Nachbesserung – Preise zwischen 62 und 70 Euro pro Aktie gelten als realistisch.

Die Aktie notiert derzeit bei rund 56 Euro. Die US-Bank Truist Financial hat PayPal daraufhin von "Verkaufen" auf "Halten" hochgestuft und das Kursziel auf 57 Euro angehoben.

Quartalszahlen: Erwartungen und Risiken

Für das zweite Quartal erwarten Analysten einen Gewinn pro Aktie von rund 1,28 Euro bei einem Umsatz von etwa 8,5 Milliarden Euro. Der Umsatz dürfte damit leicht über dem Vorjahreswert liegen. Der Gewinn je Aktie würde jedoch unter den 1,34 Euro aus dem ersten Quartal fallen.

Der Optionsmarkt signalisiert erhöhte Volatilität: Ein Kurssprung von 8,8 Prozent wird eingepreist – fast doppelt so viel wie der historische Durchschnitt von 4,6 Prozent nach Quartalszahlen.

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Die Erwartungen im Detail:
- Transaktionsvolumen: rund 473 Milliarden Euro
- Transaktionsmarge: nahe 44 Prozent
- Aktive Nutzer: 439 Millionen (Stand Q1)

Strategischer Umbau unter neuer Führung

CEO Enrique Lores hat PayPal grundlegend umgekrempelt. Der Konzern wurde in drei eigenständige Geschäftsbereiche aufgeteilt. Ziel: Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Euro. Dafür strich das Unternehmen 20 Prozent der Stellen und einigte sich mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich über 30 Millionen Euro.

Doch die Kehrseite zeigt sich in den Zahlen: Die Betriebskosten stiegen, die operative Marge sank von 19,6 auf 17,8 Prozent. Zudem verbuchte PayPal im zweiten Quartal einen negativen operativen Cashflow von 1,2 Milliarden Euro – nach plus 800 Millionen im Vorquartal.

Bewertung und Ausblick

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 49,5 Milliarden Euro ist PayPal derzeit mit dem etwa 10,5-Fachen des Gewinns bewertet – unter dem Branchenschnitt von 13. Der Kurs hat sich zwar vom Jahrestief bei 40 Euro erholt, liegt aber noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 79,50 Euro.

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Institutionelle Anleger zeigen sich weiter interessiert: Der Pensionsfonds des US-Bundesstaates Ohio stockte sein Engagement um 5,5 Prozent auf über 406.000 Aktien auf.

Die Quartalszahlen dürften zur Trumpfkarte in den Verhandlungen werden. Liefern sie starke Ergebnisse, gewinnt der Vorstand Argumente für einen höheren Preis – oder für den Weg in die Eigenständigkeit.

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