Pegasus-Spionage, EU-Abgeordneter

Pegasus-Spionage: EU-Abgeordneter während PEGA-Ermittlungen infiziert

04.07.2026 - 10:25:13 | boerse-global.de

Citizen Lab belegt drei erfolgreiche Pegasus-Infektionen bei Stelios Kouloglou während seiner Tätigkeit im PEGA-Untersuchungsausschuss.

Pegasus-Spionage: EU-Abgeordneter während Ausschussarbeit überwacht
Pegasus-Spionage - Ein Smartphone mit einem stilisierten digitalen Bedrohungsbild auf dem Bildschirm, umgeben von dunklen, technologischen Elementen. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Citizen Lab belegt, dass der ehemalige griechische EU-Abgeordnete Stelios Kouloglou Ziel mehrerer Pegasus-Angriffe wurde.

Infektionen während der Ermittlungsarbeit

Die forensische Analyse ergab drei erfolgreiche Infektionsversuche. Ein erster Zugriff erfolgte am 21. Oktober 2022, weitere Angriffe am 6. und 7. März 2023. In diesen Zeiträumen arbeitete der PEGA-Ausschuss intensiv an Anhörungen und Berichtsentwürfen über staatliche Trojaner.

Die Angreifer nutzten einen Zero-Click-Exploit. Das Opfer musste keine Nachricht öffnen oder einen Link anklicken. Die Schwachstelle „PWNYOURHOME“ betraf iOS 15.5 und machte sich Lücken in Apple HomeKit sowie dem MessagesBlastDoorService zunutze.

Apple informierte Kouloglou zwischen März 2023 und April 2024 dreimal über die Angriffe. Der Politiker bemerkte die automatisierten Sicherheitswarnungen zunächst nicht. Das EU-Parlament bietet seinen Mitgliedern seit 2022 regelmäßige Checks auf Spionagesoftware an.

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Wer steckt dahinter?

Citizen Lab fand keine direkten Hinweise auf die griechische Regierung. Die technischen Merkmale überschneiden sich jedoch deutlich mit einer Kampagne gegen russische und belarussische Exiljournalisten. Vermutlich steckt derselbe staatliche oder halbstaatliche Akteur dahinter.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen gegen EU-Einrichtungen ein. Erst kürzlich bestätigte die EU-Kommission, dass ungarische Geheimdienstmitarbeiter versucht hatten, EU-Mitarbeiter anzuwerben. Im Herbst 2025 deckten Analysten zudem Cyberspionagekampagnen auf, die mit chinesischen Akteuren in Verbindung stehen und diplomatische Vertretungen in Belgien und Ungarn trafen.

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