Pennsylvania: KI-Werbung braucht ab 21. Dezember einen klaren Hinweis
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 07:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deZum Ende der laufenden Legislaturperiode berät das Parlament des US-Bundesstaates Pennsylvania über neue Gesetzesentwürfe für Sicherheitsstandards bei fortgeschrittenen KI-Systemen.
Parallel zu den Debatten über sogenannte Frontier-KI hat der Bundesstaat bereits verbindliche Regeln für den kommerziellen Einsatz generativer Technologien beschlossen: Gouverneur Josh Shapiro unterzeichnete am 22. Oktober 2026 den Artificial Intelligence Deceptive Advertising Act, der irreführende Werbung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz eindämmen soll.
Strengere Vorgaben für kommerzielle Werbeinhalte
Das Gesetz, geführt als Senate Bill 806, wurde von Senator Nick Pisciottano eingebracht und tritt 60 Tage nach der Unterzeichnung am 21. Dezember 2026 in Kraft. Die Regelung zielt darauf ab, Verbraucher vor Betrug und Täuschung zu schützen. Eine Offenlegungspflicht greift demnach, wenn synthetische Inhalte eine falsche Verbraucherwahrnehmung bezüglich der Art, Herkunft oder Authentizität von beworbenen Waren oder Dienstleistungen hervorrufen.
Erfasst werden Audio-, Bild-, Text- und Videodateien in Werbeanzeigen, die wesentlich durch KI umgeschrieben oder erzeugt und in Pennsylvania ausgespielt werden. Anzeigen müssen einen klaren und auffälligen Hinweis darauf enthalten, dass der Inhalt mittels KI verändert oder erzeugt wurde.
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Dieser Hinweis ist beim ersten Erscheinen im selben Medium und möglichst dauerhaft anzuzeigen. Eine Formulierung, die eine bewusste Kenntnis des Werbenden voraussetzt, wurde im Senat aus dem Entwurf gestrichen.
Ausnahmen gelten für offensichtlich fiktive Inhalte, reinen Text sowie Parodien, Satire, Kommentare und Kritik. Politische Werbung ist von der Vorlage ausgenommen. Die rechtliche Durchsetzung verbleibt ausschließlich beim Generalstaatsanwalt sowie den regionalen Bezirksstaatsanwälten; private Klagen sind nicht zugelassen.
Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 3.000 US-Dollar zuzüglich der Übernahme von Anwaltskosten. Das Gesetz zählte zu insgesamt 58 Vorlagen, die Gouverneur Shapiro am 22. Oktober 2026 unterzeichnete, während er ein Gesetz für handyfreie Schulen nicht billigte.
Kontroverse um Wahlwerbung und weitere Vorhaben
Während gewerbliche Anzeigen nun geregelt sind, stocken Vorgaben für den politischen Raum. Die House Bill 811, die eine Kennzeichnungspflicht für KI-Material in der Wahlwerbung vorsieht und Gegenkandidaten bei Verstößen Zivilklagen mit Strafen von bis zu 50.000 US-Dollar eröffnen würde, ist seit Juni im Senat blockiert.
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Der Abgeordnete Tarik Khan forderte eine parlamentarische Befassung im Senat vor der anstehenden Wahl im November. Auf kommunaler Ebene beschloss der Rat von Allegheny County bereits eine eigene Regelung, nach der lokale Kandidaten ab Januar KI-generierte Inhalte deklarieren müssen.
Neben den Vorgaben zu Werbeinhalten treibt das Parlament weitere Schutzgesetze voran. Am 21. Oktober 2026 billigte der Senat einstimmig die House Bill 2474. Das Repräsentantenhaus hatte im Mai zunächst einstimmig mit 201 zu 0 Stimmen zugestimmt und votierte nach den Senatsänderungen erneut einstimmig mit 203 zu 0 Stimmen, womit das Gesetz nun zur Unterzeichnung beim Gouverneur liegt. Es verpflichtet Berufsgruppen wie Lehrkräfte und Gesundheitspersonal zur Meldung jeglicher Fälle von sexuellem Kindesmissbrauchsmaterial, einschließlich durch Minderjährige erzeugter Inhalte. Auslöser waren unter anderem Vorfälle aus dem Jahr 2023, bei denen Schüler in Lancaster Deepfake-Bilder von Mitschülern erstellt hatten.
Der Senat billigte zudem Regelungen gegen bildgenerierende Manipulations-Apps sowie gegen schädliche Interaktionen durch KI-Chatbots. Bereits Ende September hatte das Repräsentantenhaus mit 144 zu 59 Stimmen ein Gesetz zum Einsatz von KI im Gesundheitswesen verabschiedet, das sicherstellen soll, dass Systeme die klinische Beurteilung nicht eigenständig ersetzen.
