PFAS-Belastung: Shein-Jacke übersteigt Grenzwert um das 12.000-fache
29.06.2026 - 04:41:14 | boerse-global.de
Das Bremer Umweltinstitut hat im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) 18 Shein-Kleidungsstücke getestet – sieben davon verstoßen gegen EU-Grenzwerte. Besonders alarmierend: die Belastung von Kinder- und Jugendtextilien.
PFAS-Werte bis zu 12.000-fach überschritten
Eine Kinderjacke enthielt per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) in einer Konzentration, die den Grenzwert um das 1.100-fache übersteigt. Bei einer Teenager-Jacke lag die Überschreitung sogar beim 12.000-fachen. Auch Damen-Schnürstiefel fielen negativ auf: Die Prüfer fanden 179.000 Milligramm DEHP pro Kilogramm – erlaubt sind unter 1.000 Milligramm.
Shein reagierte umgehend und nahm die betroffenen Produkte aus dem Sortiment. Die DUH leitete juristische Schritte ein und verschickte eine Abmahnung.
Doch nicht nur chemische Belastungen bereiten dem Unternehmen Probleme. Das kanadische Unternehmen INAC wirft Shein vor, indigene Designs und Werbefotos ohne Erlaubnis genutzt zu haben. Die Vorwürfe wurden am 27. Juni 2026 bekannt.
Billig-Mode frisst Secondhand-Markt
Die aggressive Preispolitik von Shein und Temu setzt den Markt für gebrauchte Kleidung massiv unter Druck. Neuware ist oft günstiger als Secondhand-Ware. Branchenbeobachter berichten Ende Juni 2026 von einem deutlichen Nachfragerückgang bei Gebrauchtkleidung.
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Hochwertige Vintage-Segmente halten ihre Position noch. Doch die Billigimporte verdrängen zunehmend lokale Anbieter und klassische Wiederverkaufsmodelle. Das erschwert die Kreislaufwirtschaft massiv. In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2025 eine Pflicht zur getrennten Alttextil-Sammlung – basierend auf der EU-Abfallrahmenrichtlinie.
Ermittlungen gegen Vinted
Auch Online-Marktplätze für Privatverkäufe von Kleidung geraten ins Visier der Behörden. Die französische Staatsanwaltschaft Nanterre hat Vorermittlungen gegen Vinted eingeleitet. Grund sind Anzeigen mit extrem hohen Preisen und spezifischen Altersangaben – im Netz kursierten Spekulationen über Kinderhandel.
Die deutschen Polizeipräsidien in Konstanz und Pforzheim fanden nach eigenen Angaben keine Hinweise auf Straftaten. In Frankreich laufen die Prüfungen weiter. Vinted selbst weist die Vorwürfe zurück: Die Altersangaben bezögen sich auf Spielzeug-Zielgruppen, hohe Preise erklärten sich durch Sammlerwerte oder Provokationen.
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Gefahr auch jenseits der Mode
Das Problem belasteter Konsumgüter beschränkt sich nicht auf Kleidung. Berichte aus China vom 25. Juni 2026 deuten auf Formamid-Funde in Windeln hin. Interne Schätzungen einer Prüfstelle legen nahe, dass ein erheblicher Teil der eingesandten Proben belastet sein könnte. Chinesische Behörden haben offizielle Untersuchungen eingeleitet.
Parallel dazu kämpft Bayer weiter mit den Folgen des Herbizids Glyphosat. Der US Supreme Court schloss fehlende Warnhinweise als Klagegrund zwar aus – doch rund 67.000 Verfahren wegen möglicher Produktfehler sind noch anhängig. Die Botschaft an global agierende Unternehmen ist klar: Strengere Qualitätskontrollen und transparente Lieferketten werden zur Überlebensfrage.
