PFAS im Wasser: Nanopartikel senken Schadstoffkonzentration um 87%
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stiftung Warentest hat 29 Mineralwässer der Sorte „Medium“ geprüft – und Discounter-Eigenmarken dominieren das Feld. Testsieger ist „Saskia Medium“ aus der Quelle Jessen (Lidl) mit der Note 1,3. Sowohl Sensorik als auch mikrobiologische Qualität erhielten die Bestnote 1,0. Mit 19 Cent pro Liter sicherte sich das Wasser zudem den Titel als Preis-Leistungs-Sieger.
Discounter schlagen Markenprodukte
Auch die Eigenmarken von Edeka und Rewe überzeugten mit der Note 1,5, „Quellbrunn Medium“ von Aldi Süd landete bei 1,6. Unter den Markenwässern schnitt „Mineau“ mit 1,3 am besten ab, gefolgt von „Vilsa“ (1,4) und „Rosbacher“ (1,5). Ein teures Produkt fiel dagegen ab: Die „Grüne Quelle Brandenburg“ für 1,13 Euro pro Liter erreichte wegen Etikettierungsmängeln nur Platz 19.
Die Herkunft der Discounter-Wässer variiert stark. Aldi bezieht „Quellbrunn“ aus zahlreichen Quellen – unter anderem in Breuna, Treuchtlingen, Erbeskopf und der Brandenburger Urstromquelle. Bereits 2025 hatten stille Wässer von Kaufland, Aldi und Lidl bei Öko-Test mit „sehr gut“ abgeschnitten.
Schadstoffe im Grundwasser: Diese Risiken bleiben
Trotz der grundsätzlich hohen Trinkwasserqualität in Deutschland warnen Experten vor Belastungen. Besonders im Fokus: per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Diese schwer abbaubaren Chemikalien gelangen über Industrieabfälle, Löschschäume und Deponien in den Wasserkreislauf. Ein einzelnes Glas Leitungswasser sei zwar kein akutes Gesundheitsrisiko, so Fachleute – doch die langfristige Anreicherung im Körper könne das Immunsystem schwächen oder das Krebsrisiko erhöhen.
Regionale Untersuchungen zeigen konkrete Probleme:
PFAS gelangen über Industrie und Löschschäume ins Grundwasser – und bleiben dort jahrzehntelang. Doch es gibt Hoffnung: Forscher der FAU Erlangen-Nürnberg entwickelten Nanopartikel, die die Schadstoffkonzentration um 87 Prozent senken. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Trinkwasser schützen können. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Der Verein VSR-Gewässerschutz analysierte im Juni 60 Brunnenwasserproben aus Krefeld. Jede siebte Probe überschritt den Nitrat-Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Hauptursache: die Landwirtschaft. In Allendorf (Lumda) wurde für die Ortsteile Winnen und Nordeck ein Abkochgebot erlassen – Verunreinigungen infolge niedriger Pegelstände in einem Tiefbrunnen waren die Ursache. Und in Buckow fanden sich Coli-Bakterien in einem Hochbehälter. Laut Fachleuten war ein Mückenbefall dafür verantwortlich, nicht die Hitze.
Wer längere Zeit nicht zuhause war, sollte das in den Leitungen stehende Wasser übrigens ablaufen lassen – das empfiehlt sich gegen mögliche Verkeimungen.
Vorsicht bei der Tabletteneinnahme: Nicht jedes Wasser passt
Die Wahl des Wassers kann über die Wirksamkeit von Medikamenten entscheiden. Eine Studie der Semmelweis-Universität Budapest zeigt: Stark alkalisches Mineralwasser mit einem pH-Wert über 8 beschleunigt die Freisetzung von Wirkstoffen aus magensaftresistenten Tabletten wie Omeprazol oder ASS massiv. In Laborversuchen wurden über 90 Prozent des Wirkstoffs innerhalb von fünf Minuten freigesetzt – die vorgesehene Wirkung kann dadurch beeinträchtigt werden. Die sicherste Option für die Tabletteneinnahme: herkömmliches Leitungswasser.
Sie nehmen regelmäßig Tabletten? Dann ist die Wahl des richtigen Wassers entscheidend. Stark alkalisches Mineralwasser kann die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen. Unser Leitfaden zeigt, wie Sie sicher gehen. Leitfaden jetzt kostenlos sichern
Nanopartikel gegen PFAS: Neue Hoffnung bei der Wasseraufbereitung
Bei der Entfernung von Schadstoffen gibt es Fortschritte. Ein Forschungsteam der FAU Erlangen-Nürnberg unter Leitung von Prof. Dr. Marcus Halik entwickelte spezielle Eisenoxid-Nanopartikel. Diese binden PFAS und fluorhaltiges Mikroplastik magnetisch und entfernen sie aus dem Wasser. In Tests sank die PFAS-Konzentration in kontaminiertem Wasser um 87 Prozent – damit wurden die neuen Grenzwerte von 100 Nanogramm pro Liter deutlich unterschritten.
