Pflege-Stress: Gartenarbeit und Humor helfen pflegenden Angehörigen
12.06.2026 - 21:31:59 | boerse-global.de
Immer mehr Organisationen reagieren mit speziellen Kursen, Beratungsangeboten und neuen Konzepten.
Gartenarbeit als Therapie
Ein Bericht des Magazins „Ich pflege“ zeigt einen ungewöhnlichen Weg gegen Stress: Gärtnern. Die Gartentherapeutin Susanne Büssenschütt erklärt, dass die Arbeit im Grünen die Selbstwirksamkeit stärkt und hilft, den Kopf freizubekommen.
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Besonders geeignet sind robuste Pflanzen wie Fetthenne, Hauswurz, Lavendel oder Geranien. Sie brauchen wenig Pflege und sind ideal für den Alltag neben der Betreuung eines Angehörigen.
Austausch und Wissen vor Ort
In Dreis-Brück öffnet ein Café für pflegende Angehörige. Die Termine in der Dreiser Schule sind der 18. Juni, der 10. September und der 3. Dezember. Der Eintritt ist frei.
Die Psychologin Nanni Glück spricht am 25. Juni in Ludwigsburg über Humor und Selbstfürsorge. Ihre Botschaft: Lachen hilft gegen Überforderung.
Die Würzburger Betreuungsvereine bieten am 16. Juni ein Online-Seminar zur Kommunikation bei Demenz an. In Wiener Neustadt ist für den 17. November ein Kurs geplant – Thema: Ruhe bewahren im Alltag mit Demenzkranken.
Warnsignale erkennen
Die VHS Gunzenhausen veranstaltet am 9. Juli einen Informationsabend. Die Referentinnen Lena Ziegler und Julia Vogl erklären, wie man Schuldgefühle abbaut und eigene Grenzen erkennt.
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Ein weiteres Angebot richtet sich an Quereinsteiger: Am 26. Juni informiert ein Abend über den Beruf der Senioren-Assistenz. Wer professionell im häuslichen Umfeld helfen möchte, bekommt hier eine Orientierung.
Neuer Pflegestützpunkt und finanzielle Hilfen
In Geretsried hat ein neuer Pflegestützpunkt eröffnet. Er berät zu Pflegestufen und Wohnformen. Viele Angehörige kennen ihre finanziellen Ansprüche nicht:
- Pflegegrad 1: 131 Euro Entlastungsbetrag, etwa für Körperpflege
- Pflegegrad 2: Anspruch auf Pflegesachleistungen bei professioneller Versorgung
- Verhinderungspflege: 3.539 Euro jährlich, wenn die Hauptpflegeperson ausfällt
Die DRK-Tagespflege in Schmalförden feierte im Juni ihr 15-jähriges Bestehen. Wegen der hohen Nachfrage baute die Einrichtung von 8 auf 17 Plätze aus.
Kritik an den politischen Plänen
Trotz der vielen lokalen Initiativen gibt es Ärger auf höherer Ebene. Dr. Carola Reimann, Chefin des AOK-Bundesverbandes, kritisiert das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG). Ihre Vorwürfe: Die Beitragszahler werden einseitig belastet, die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige fehlen.
Zwar lobt sie die geplante Liquiditätsgarantie für Pflegekassen. Doch wesentliche Fragen zur Refinanzierung – etwa bei den verbliebenen Coronakosten – blieben offen.
