Pflegeeinrichtungen, TI-Anschluss

Pflegeeinrichtungen: TI-Anschluss ist Pflicht, digitale Abrechnung folgt schrittweise

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 17:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Digitale Vernetzung verändert Pflegeabrechnung und Zusammenarbeit; die TI-Pauschale refinanziert laufende Kosten der technischen Anbindung.
Ein heller, moderner Flur in einer Pflegeeinrichtung mit natürlichem Lichteinfall und minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens schreitet voran und bindet den Pflegesektor immer verbindlicher ein. Seit Juli 2025 sind sowohl ambulante als auch stationäre Pflegeeinrichtungen gesetzlich dazu verpflichtet, sich an die bundesweite Telematikinfrastruktur (TI) anzuschließen.

Der Anschluss markiert einen tiefgreifenden Systemwechsel: Die elektronische Verordnung häuslicher Krankenpflege macht den digitalen Zugang für Leistungserbringer unverzichtbar.

Zudem wird auch die Abrechnung mit den Pflegekassen schrittweise auf die digitale Infrastruktur umgestellt. Für Pflegeeinrichtungen bedeutet dies, dass ohne eine funktionsfähige TI-Anbindung perspektivisch keine reguläre Abrechnung ihrer Leistungen mehr möglich sein wird.

Technische Ausstattung und finanzielle Erstattung

Um die Anbindung an das geschützte Datennetz zu realisieren, müssen Pflegebetriebe spezifische technische und organisatorische Voraussetzungen erfüllen.

Zur notwendigen Grundausstattung gehören die Institutionskarte SMC-B, elektronische Heilberufsausweise für das Fachpersonal, ein E-Health-Kartenterminal sowie ein gesicherter TI-Zugang. Hinzu kommt der Einsatz einer kompatiblen Pflegesoftware, die Daten nach den geltenden Standards verarbeiten kann.

Anzeige

Wer sich mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung sensibler Gesundheitsdaten befasst, muss auch die damit verbundenen IT-Risiken im Blick behalten. Dieses kostenlose E-Book enthüllt, wie Sie Sicherheitslücken schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen proaktiv erfüllen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen

Die laufenden Kosten für Beschaffung und Betrieb müssen die Träger dabei nicht vollständig aus eigenen Mitteln tragen: Sie werden über die gesetzlich vorgesehene TI-Pauschale refinanziert. Dennoch stellt die technische Umrüstung viele Dienste vor logistische Herausforderungen.

Alexander Teske vom Beratungsunternehmen denkkontor warnte davor, den zeitlichen Aufwand der Umsetzung zu unterschätzen. Einrichtungen sollten berücksichtigen, dass eine vollständige TI-Anbindung einen organisatorischen und technischen Vorlauf von mehreren Monaten benötigt.

Vernetzung der Akteure und Entlastung durch Assistenzsysteme

Welche Chancen und Anforderungen die veränderten Rahmenbedingungen in der Praxis mit sich bringen, stand im Mittelpunkt einer regionalen Informationsveranstaltung des Landratsamts Miltenberg, die in Kooperation mit dem Pflegenetz sowie der Initiative GesundheitsregionPlus veranstaltet wurde. Als Partner beteiligten sich das Landeskompetenzzentrum PFLEGE-DIGITAL Bayern und das Kompetenzcluster Innovative Pflege (KiPf).

Anzeige

Mit der Einbindung in digitale Infrastrukturen wachsen auch die Anforderungen an den Datenschutz und die Compliance im Unternehmen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt in 5 Schritten, wie Sie Ihre gesetzlichen Pflichten rechtssicher und einfach abhaken. Kostenlosen DSGVO-Ratgeber mit Checkliste sichern

Landrat Björn Bartels hob im Landkreis Miltenberg die Bedeutung einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit hervor und betonte das Potenzial einer durchgängigen digitalen Vernetzung zwischen Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern.

Einen vertiefenden Einblick in die konkreten Fachanwendungen gab Rebecca Seemann von PFLEGE-DIGITAL Bayern: Sie erläuterte die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA), Mechanismen für eine sichere digitale Kommunikation, bestehende Unterstützungsangebote sowie Details zur Refinanzierung der Infrastruktur.

Ergänzend zu den administrativen Vorgaben standen praktische Erleichterungen für das Pflegepersonal im Fokus. Madeleine Keßler vom Kompetenzcluster Innovative Pflege stellte in diesem Kontext technische Assistenzsysteme vor, die darauf ausgelegt sind, Pflegekräfte bei ihrer täglichen Arbeit gezielt zu entlasten und die Versorgungsqualität weiter zu sichern.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70436022 |