Pflegeheimkosten: Eigenanteil liegt im Schnitt bei 3.236,89 Euro im Monat
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.dePflegebedürftigkeit kann für Betroffene schnell zu einer existenzbedrohenden Belastung werden. Insbesondere Selbstständige sehen darin eine ernsthafte Gefahr, die ohne ausreichende finanzielle Rücklagen in eine wirtschaftliche Notlage führt. Branchenerhebungen und Marktanalysen verdeutlichen, wie ausgeprägt die Sorge vor hohen Pflegekosten ist und wie weit Anspruch und Absicherung in der Praxis auseinanderklaffen.
Pflegebedürftigkeit als dominierendes Finanzrisiko
Laut einer Mitte September 2026 durchgeführten Erhebung von Debeka und dem Meinungsforschungsinstitut Civey sehen 34 Prozent der Befragten eine Pflegebedürftigkeit im Alter als ihr größtes persönliches Finanzrisiko an.
Die Umfrage unter 1.000 volljährigen Bundesbürgern ohne Rentner sowie 1.000 privat Vorsorgenden ergab, dass die Furcht vor Altersarmut mit 27 Prozent auf dem zweiten Rang folgt. Das Risiko einer Berufsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall nannten 14 Prozent, Langzeitarbeitslosigkeit rangiert mit 11 Prozent dahinter.
Mit steigendem Lebensalter verschiebt sich die Risikowahrnehmung merklich: Während bei den 18- bis 29-Jährigen die Altersarmut mit 40 Prozent als größte Bedrohung wahrgenommen wird und ein Pflegefall mit 12 Prozent eine untergeordnete Rolle spielt, liegt die Sorge vor Pflegebedürftigkeit bei den 50- bis 64-Jährigen mit 47 Prozent an erster Stelle. Bei den über 65-Jährigen erreicht dieser Wert 56 Prozent.
Steigende Eigenanteile belasten Betroffene
Die Furcht vor einer Überlastung spiegelt die Kostenentwicklung der vergangenen Monate wider. Eine Analyse des Portals pflegemarkt.com mit Stichtag zum 1. August 2026, die Daten von 11.378 Pflegeheimen und damit mehr als 97 Prozent aller vollstationären Einrichtungen erfasst, weist einen durchschnittlichen monatlichen Eigenanteil von 3.236,89 Euro aus. Gegenüber Dezember 2025 bedeutet dies einen Anstieg um 7,7 Prozent. Bundesweit legte der einrichtungseinheitliche Eigenanteil um 8,54 Prozent zu.
Regional weichen die Belastungen stark voneinander ab: Den höchsten monatlichen Eigenanteil verzeichnet das Saarland mit 3.665,52 Euro, gefolgt von Bremen mit 3.569,80 Euro und Nordrhein-Westfalen mit 3.519,88 Euro. Am niedrigsten liegt der Wert in Sachsen-Anhalt mit 2.788,27 Euro.
Der durchschnittliche Eigenanteil für einen Pflegeheimplatz liegt bei 3.236,89 Euro im Monat — ein Anstieg von 7,7 Prozent gegenüber Dezember 2025. Über mehrere Jahre summiert sich das je nach Pflegeform auf 150.000 bis 300.000 Euro. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihren persönlichen Bedarf berechnen und die Lücke schließen. Kostenlosen Pflegevorsorge-Leitfaden anfordern
Der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland beläuft sich somit auf über 877 Euro pro Monat beziehungsweise mehr als 10.500 Euro im Jahr. Wie Daten von Statista zeigen, beläuft sich der Eigenanteil im Bundesdurchschnitt auf über 3.300 Euro monatlich, was sich über mehrere Jahre hinweg je nach Pflegeform auf 150.000 bis 300.000 Euro summiert.
Große Lücken bei der privaten Vorsorge
Trotz der bekannten Kostenrisiken besteht eine erhebliche Deckungslücke. Einer im September 2026 durchgeführten repräsentativen Umfrage von Swiss Life Deutschland und YouGov unter 2.015 Personen zufolge fühlen sich 67 Prozent der Menschen im Pflegefall finanziell schlecht abgesichert, 28 Prozent sogar sehr schlecht.
Als größte Sorge bezeichnen 69 Prozent den Verlust der Selbstständigkeit, gefolgt von der finanziellen Belastung mit 47 Prozent und körperlichen Schmerzen mit 38 Prozent.
Dennoch besitzen lediglich 9 Prozent der Befragten eine private Pflegezusatzversicherung. Zudem gaben 57 Prozent an, keine Notwendigkeit für eine private Vorsorge zu sehen, während 56 Prozent sich auf die gesetzliche Pflegeversicherung oder staatliche Sozialleistungen verlassen.
Nur 9 Prozent der Deutschen besitzen eine private Pflegezusatzversicherung — dabei fühlen sich 67 Prozent im Pflegefall finanziell schlecht abgesichert. Wenn Sie zu den 61 Prozent gehören, die noch nie auf Pflegevorsorge angesprochen wurden, liefert Ihnen dieser Leitfaden die 5 entscheidenden Schritte. 5 Schritte zur Pflegevorsorge jetzt sichern
Zwar schätzen 41 Prozent den monatlichen Eigenanteil mit 3.000 Euro oder mehr realistisch ein, allerdings wurden 61 Prozent der Personen ohne Zusatzversicherung nach eigenen Angaben noch nie auf eine entsprechende Vorsorge angesprochen.
Hinsichtlich der Versorgungsform wünschen sich 47 Prozent betreutes Wohnen, 24 Prozent die Pflege durch Angehörige im eigenen Zuhause und lediglich 14 Prozent einen Platz in einem Pflegeheim.
