PFO-Verschluss, Speiseröhren-Ultraschall

PFO-Verschluss: Ohne Speiseröhren-Ultraschall sinkt die Eingriffszeit auf 26 Minuten

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Verzicht auf Speiseröhren-Ultraschall verkürzte PFO-Eingriffe, während AFFIRMO die Betreuung älterer Menschen mit Vorhofflimmern untersucht.
Modernes Katheterlabor in einem Krankenhaus mit hochmoderner medizinischer Bildgebungsausrüstung. Illustration mit AI erstellt.

Die Optimierung von Behandlungsabläufen bei chronischen und interventionell behandelten Herzerkrankungen steht zunehmend im Fokus der klinischen Versorgungsforschung. Neue wissenschaftliche Erhebungen verdeutlichen, wie veränderte Interventionsmethoden Behandlungszeiten beeinflussen und wie multizentrische Betreuungskonzepte bei älteren Hochrisipatienten die Versorgung strukturieren sollen.

Einen aktuellen Schwerpunkt bildet dabei die Verleihung des Sven-Effert-Posterpreises an Oberärztin Dr. Jelena Zickwolf von der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) im Rahmen der Herztage der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Hamburg.

PFO-Verschluss: Zeitgewinn gegen Strahlen- und Kontrastmitteleinsatz

Die an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem durchgeführte Untersuchung widmete sich dem Verschluss eines offenen Foramen ovale (PFO) ohne den begleitenden Einsatz von Ultraschall über die Speiseröhre.

Grundlage der Analyse bildete der Vergleich von klinischen Daten von 180 Patienten. Dabei wurden Eingriffe mit Speiseröhren-Ultraschall aus dem Zeitraum zwischen 2005 und 2021 den Verfahren gegenübergestellt, die zwischen 2021 und 2026 ausschließlich unter Nutzung von Röntgen- und Kontrastbildgebung stattfanden.

Die Auswertung der Daten legte signifikante verfahrenstechnische Unterschiede dar:
- Bei der Durchführung mit Ultraschall lag die durchschnittliche Eingriffsdauer bei 43,5 Minuten.
- Der Verzicht auf den Speiseröhren-Ultraschall reduzierte die Dauer im Schnitt auf 26 Minuten.
- Ohne Ultraschallführung trat jedoch eine höhere Strahlenbelastung auf, gemessen an einem Dosisflächenprodukt von 1.354 cGy·cm² gegenüber 746 cGy·cm² beim traditionellen Vorgehen.
- Auch die verabreichte Menge an Kontrastmittel war mit 100 Millilitern gegenüber 20 Millilitern bei der Ultraschall-gestützten Methode deutlich erhöht.

Wie aus Fachberichten vom 26. Oktober 2026 hervorgeht, sollen die Ergebnisse der Lausitzer Arbeitsgruppe am 3. November beim renommierten TCT-Kongress in San Diego in den USA vorgestellt werden.

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Vernetzte Versorgansätze bei multimorbiden Vorhofflimmer-Patienten

Parallel zu veränderten Kathetereingriffen untersuchen groß angelegte Studien, wie die ambulante Betreuung chronisch herzkranker Personen verbessert werden kann. Im Zentrum der europäischen AFFIRMO-Studie (registriert unter ClinicalTrials.gov NCT06775028) steht eine cluster-randomisierte, multizentrische Prüfung zur Senkung des 12-Monats-Risikos für ungeplante Krankenhauseinweisungen.

Zielgruppe sind Betroffene mit Vorhofflimmern ab einem Alter von 65 Jahren (?65 Jahre), die mindestens eine weitere chronische Begleiterkrankung (?1 chronische Begleiterkrankung) aufweisen.

Das Studienprotokoll kombiniert einen digital gestützten Behandlungspfad nach dem etablierten ABC-Schema mit einem umfassenden geriatrischen Assessment (Comprehensive Geriatric Assessment, CGA). Für das Vorhaben wurden in sechs europäischen Ländern – Bulgarien, Dänemark, Italien, Rumänien, Serbien und Spanien – insgesamt 1.260 Patienten mit Vorhofflimmern rekrutiert.

Das Kollektiv wies ein Durchschnittsalter von 74 Jahren (Standardabweichung SD 6) auf; der Frauenanteil lag bei 44,4 Prozent. Die zu Beginn erhobenen Baseline-Parameter unterstreichen das ausgeprägte Risikoprofil der Kohorte:
- Der mediane CHA2DS2-VASc-Score betrug 4 (Interquartilsabstand IQR 3-5), während der HAS-BLED-Score im Median bei 1 (IQR 1-2) lag.
- Bei den Begleiterkrankungen dominierten Hypertonie mit 992 Betroffenen (78,7 Prozent) sowie Diabetes mellitus mit 369 Fällen (29,3 Prozent).
- Hinsichtlich der Gebrechlichkeit wurden 507 Teilnehmende (40,5 Prozent) als prefrail und 171 Teilnehmende (13,7 Prozent) als frail eingestuft.
- Eine orale Antikoagulation erhielten 1.225 Patienten (97,2 Prozent), wovon 1.149 Personen (91,2 Prozent) mit Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOAK) behandelt wurden.

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Die Daten spiegeln wider, dass moderne kardiologische Strategien neben kürzeren Prozeduren im Herzkatheterlabor zunehmend auf eine ganzheitliche Risikoerfassung älterer Patienten setzen müssen, um kardiovaskuläre Komplikationen langfristig zu minimieren.

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