Phishing-Angriffe: 14-fache Steigerung und 1,8 Milliarden Euro Schaden
16.06.2026 - 03:16:57 | boerse-global.de
Branchenbeobachter zählen eine 14-fache Steigerung im Vergleich zu Vorperioden. Besonders alarmierend: Rund 82 Prozent dieser Attacken sind KI-generiert. Der Gesamtschaden: 1,8 Milliarden Euro.
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Falsche Bürgermeister und Finanzamt-Tricks
Aktuell imitieren Betrugswellen verstärkt offizielle Stellen. Mitte Juni kursierten E-Mails, die angeblich von Bürgermeistern aus dem Bezirk Braunau stammten – darunter Daniel Lang aus Mattighofen. Die Täter forderten Empfänger zum Kauf von Apple-Pay-Gutscheinen für 100 Euro auf.
Die BaFin warnt vor gefälschten Zahlungsaufforderungen vom angeblichen Bundesfinanzministerium. Darin werden Steuern auf Börsentransaktionen eingefordert. Auch die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland ist betroffen: Hier nutzen Kriminelle KI-Texte und echte Behörden-Logos, um unter dem Vorwand von Guthaben oder neuen EU-Richtlinien Daten zu stehlen.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kämpft gegen Identitätsdiebstahl. Eine gefälschte Website imitiert das offizielle Portal, während Betrüger per Telefon Bankdaten sammeln.
Baubranche und Microsoft-Nutzer im Fadenkreuz
Ein weiterer Schwerpunkt: die Baubranche. Kriminelle verschicken gefälschte Ausschreibungen im Namen des Baukonzerns PORR. Ziel ist der Diebstahl von Microsoft-365-Zugangsdaten über manipulierte Anmeldeseiten.
Das FBI warnt vor dem Phishing-Kit „Kali365“, das seit Frühjahr aktiv ist. Es umgeht die Multi-Faktor-Authentifizierung, indem es OAuth-Tokens über gefälschte Gerätecodes stiehlt. Die Miete solcher Kits: rund 250 Dollar pro Monat.
Auch OpenAI-Nutzer sind betroffen. Seit Mitte Juni kursieren Fake-Mails über einen angeblichen „Zahlungsstreit“ – mit der Aufforderung, die Zahlungsmethode innerhalb von 48 Stunden zu aktualisieren.
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Google klagt – und Bitdefender warnt
Google hat gegen das mutmaßlich chinesische Netzwerk „Outsider Enterprise“ Klage eingereicht. Die Vorwürfe: KI-generierte Fake-Shops und Phishing-Seiten mit einem Schaden von 1,9 Milliarden Dollar. Fast vier Millionen Kreditkartendaten sollen gestohlen worden sein.
Eine Bitdefender-Studie zeigt ein hohes Risiko bei Messenger-Diensten: 60 Prozent der riskanten WhatsApp-Chats stammen von Business-Konten. Betrüger nutzen den blauen Haken, um Vertrauen zu erschleichen und Nutzer auf Phishing-Seiten zu locken.
Die „Operation Atlantic“ von US-Justizministerium und FBI zeigt das Ausmaß: Die Ermittler beschlagnahmten Kryptowährungen im Wert von 15 Milliarden Dollar.
Experten raten zu erhöhter Wachsamkeit – besonders bei unaufgeforderten Zahlungsaufforderungen und der Abfrage von Zugangsdaten. Technische Schutzmaßnahmen wie Whitelist-DNS-Filter helfen zusätzlich.
