Phishing-Angriffe: Baden-Württemberg verzeichnet +320 Prozent Zuwachs
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Cyber-Sicherheitsbehörde Baden-Württemberg (CSBW) hat in ihrem aktuellen Jahresbericht eine erhebliche Verschärfung der digitalen Bedrohungslage für das Jahr 2025 dokumentiert.
Demnach verzeichnete das Bundesland einen massiven Zuwachs bei Cyber-Straftaten, insbesondere in den Bereichen Phishing und betrügerischer Online-Shops. Parallel zu diesen statistischen Entwicklungen warnt aktuell der Europa-Park in Rust vor gefälschten Eintrittskarten und Buchungsbetrug über inoffizielle Kanäle.
Massive Zuwächse bei Phishing und Identitätsdiebstahl
Laut dem in Stuttgart vorgestellten Jahresbericht 2025 der CSBW sind die Phishing-Angriffe in Baden-Württemberg um 320 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Eine noch drastischere Entwicklung zeigt sich bei sogenannten Fake-Shops: Hier registrierte die Behörde einen Anstieg von 1.230 Prozent. Auch die Zahl kompromittierter Passwörter nahm deutlich zu und stieg um 230 Prozent an.
Die Präsidentin der CSBW, Nicole Matthöfer, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Bedrohungslage sowohl für öffentliche Institutionen und Unternehmen als auch für Privatpersonen spürbar gewachsen sei. Innenminister Manuel Hagel ergänzte, dass die digitale Verwundbarkeit ein reales Risiko darstelle.
Die Behörde führt die steigende Erfolgsquote dieser Angriffe unter anderem auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zurück, welche die Erstellung täuschend echter Phishing-Inhalte erleichtere. Aus Sicht der CSBW stellt das Jahr 2026 eine entscheidende Weichenstellung für die Abwehrstrategien dar.
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Öffentlicher Sektor und Kommunen im Visier
Die statistische Auswertung der CSBW verdeutlicht, dass verstärkt staatliche und kommunale Strukturen angegriffen werden. Die Vorfälle bei Landkreisen, Städten, Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen stiegen um fast 50 Prozent. An Hochschulen wurde bei minderschweren Fällen sogar ein Zuwachs von über 160 Prozent beobachtet. Konkret berichtet die Behörde von Ransomware-Angriffen auf drei Schulen und zwei Kommunen.
Trotz der gestiegenen Angriffsintensität konnte das Cybermonitoring der CSBW nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von rund 24 Millionen Euro verhindern. Die Cyber-Ersthilfe der Behörde bearbeitete insgesamt 327 Meldungen, was eine Verdopplung gegenüber den 159 Meldungen des Vorjahres bedeutet. Zudem wurden 249 Darknet-Warnungen ausgesprochen und 38 Schwachstellenscans durchgeführt.
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Warnung vor Ticketbetrug beim Europa-Park
Ein konkretes Beispiel für die aktuelle Betrugswelle betrifft den Europa-Park. Das Unternehmen, das jährlich über 6 Millionen Besucher verzeichnet, warnt derzeit vor gefälschten Tickets und betrügerischen Buchungsversuchen über externe Webseiten und Apps.
Betroffen sind laut Unternehmensangaben nicht nur Eintrittskarten für den Freizeitpark selbst, sondern auch Angebote für die Wasserwelt Rulantica, Hotelbuchungen, das Gastronomie-Erlebnis Eatrenalin sowie verschiedene Events und der ResortPass.
Das Polizeipräsidium Offenburg registrierte in den vergangenen zwölf Monaten bereits 24 Anzeigen im Zusammenhang mit Fake-Tickets für den Europa-Park. Der höchste gemeldete Einzelschaden belief sich dabei auf 700 Euro beim Kauf mehrerer Karten. Die Ermittler gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.
Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sind die Aussichten für Betroffene gering, ihr Geld zurückzuerhalten; dies gelinge nur in einem niedrigen einstelligen Prozentsatz der Fälle. Experten raten daher dringend dazu, Buchungen ausschließlich über die offiziellen Kanäle des Resorts vorzunehmen.
