Phishing-Anstieg, Cyberkriminelle

Phishing-Anstieg 1500%: Cyberkriminelle nutzen Cloud-Dienste

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Halbjahresbericht von CrowdStrike verzeichnet eine Verdreifachung von Device-Code-Phishing. Zudem nutzen Angreifer zunehmend KI und missbrauchen Cloud-Dienste für raffinierte Kampagnen.

CrowdStrike-Bericht: Explosionsartiger Anstieg von Device-Code-Phishing und KI-Angriffen
Laptop-Bildschirm in einem Hotelzimmer mit angedeuteter digitaler Sicherheitswarnung als Symbol für Phishing-Gefahren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Cyberkriminelle setzen zunehmend auf professionelle Methoden und missbrauchen legitime Cloud-Dienste. Der aktuelle Bedrohungsbericht von CrowdStrike für das erste Halbjahr 2026 zeigt einen Anstieg von Device-Code-Phishing-Angriffen um das 15-Fache.

Angriffswelle auf Geschäftsreisende

Microsoft warnt parallel zur Kampagne „CaptiveCrunch“, die der russischen Gruppe Storm-2945 zugerechnet wird. Seit dem Frühjahr kompromittieren die Angreifer WLAN-Gateways in Hotels und leiten Gäste auf gefälschte Microsoft-365-Anmeldeseiten um. Spezialisierte Malware wie „CornFlake“ und „ChocoShell“ zeichnet dabei Tastatureingaben auf, steuert Mikrofon und Webcam und stiehlt Browser-Daten.

Besonders kritisch: Der Diebstahl von OAuth-Tokens, die bei Microsoft 365 bis zu 90 Tage gültig bleiben. Damit umgehen Angreifer die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) komplett – sie setzen einfach eine autorisierte Sitzung fort.

Phishing-Infrastruktur erweist sich als resilient

Die Strafverfolgung kämpft gegen ein scheinbar unzerstörbares Ökosystem. Europol zerschlug Anfang des Jahres die Plattform „Tycoon 2FA“, die monatlich für über neun Millionen Angriffe verantwortlich war, und beschlagnahmte mehr als 300 Domains. Doch nur wenige Wochen später erreichten die Aktivitäten wieder das alte Niveau.

Der Code tauchte unter neuen Namen wie „Mamba 2FA“ oder „Sneaky 2FA“ wieder auf. Gruppen wie Jinkusu verkaufen Phishing-Kits wie „Starkiller“ sogar im Abonnementmodell. Diese nutzen Adversary-in-the-Middle-Techniken (AiTM), um echte Login-Seiten von Google, Microsoft oder Banken in Echtzeit zu spiegeln und Einmal-Codes abzufangen.

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KI macht Phishing kaum noch erkennbar

Die Angreifer setzen zunehmend auf Automatisierung. 67 Prozent der Phishing-E-Mails bestanden im ersten Halbjahr die DMARC-Prüfung – für Empfänger kaum noch als Betrug erkennbar. In jedem vierten Fall nehmen die Angreifer gezielt Führungskräfte ins Visier.

Die Angriffszyklen beschleunigen sich rasant: 88 Prozent der bekannten Sicherheitslücken werden innerhalb von 48 Stunden ausgenutzt. Bereits 86 Prozent aller Phishing-Versuche sind KI-gestützt – und damit um ein Vielfaches häufiger als menschlich erstellte Kampagnen.

Neue Wege über den Browser-Cache

Der seit Juni aktive Dienst „DOUBLECUP“ nutzt manipulierte PNG-Bilder im Browser-Cache, um Schadsoftware einzuschleusen. Gefälschte CAPTCHA-Abfragen imitieren bekannte Business-Plattformen und verleiten Nutzer zur Interaktion. Die Malware empfängt ihre Steuerungsbefehle teils über Smart Contracts auf Ethereum oder Polygon – klassische Sicherheitsfilter laufen ins Leere.

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Sicherheitsexperten empfehlen Unternehmen deshalb phishing-resistente MFA-Lösungen wie FIDO2 und die konsequente Nutzung von VPN-Verbindungen – besonders in fremden Netzwerken wie Hotel-WLANs.

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