Phishing-Attacken, Millionen

Phishing-Attacken: 7 Millionen Angriffe in vier Wochen gezählt

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsbehörden melden drastischen Anstieg von Schadsoftware-Attacken. Besonders betroffen sind Microsoft-Nutzer und Senioren, die zunehmend Opfer von Phishing werden.

Identitätsdiebstahl-Welle: Trojaner-Angriffe legen massiv zu
Ein Smartphone und ein Laptop mit abstrakten Sicherheitssymbolen und digitalem Code im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein und der Weiße Ring warnen vor einer neuen Welle von Identitätsdiebstahl im Internet. Kriminelle setzen verstärkt auf Phishing, Datenlecks und gefälschte Webseiten, um an sensible Nutzerdaten zu gelangen. Besonders tückisch: Schadsoftware wird häufig als nützliche Anwendung getarnt.

Trojaner-Angriffe legen massiv zu

Die Bedrohungslage hat sich zuletzt drastisch verschärft. Im zweiten Quartal 2026 verzeichneten Sicherheitsanalysten einen Anstieg von Trojanern um 145 Prozent, bei sogenannten Droppern sogar um 160 Prozent. Dropper installieren weitere Schadprogramme unbemerkt auf Endgeräten. Im Umlauf ist etwa eine vermeintliche Schutzsoftware namens AntiScam Mobile, die im Umfeld eskalierender Betrugsmaschen auftaucht.

Innerhalb von vier Wochen registrierten Experten rund sieben Millionen sogenannte Device-Code-Phishing-Angriffe. 99 Prozent davon zielten auf Nutzer von Microsoft-Infrastrukturen. Deutschland liegt zudem weltweit auf Platz drei bei Betrugsfällen im Bereich des technischen Supports.

Kritische Lücken in verbreiteter Software

Neben getarnten Schad-Apps nutzen Angreifer auch Sicherheitslücken in etablierter Software aus. Besonders kritisch: die Schwachstelle CVE-2026-42897 in Outlook Web Access. Sie wird seit Ende Juli aktiv für den Diebstahl von Anmeldedaten und OAuth-Tokens genutzt. Betroffen sind verschiedene Versionen des Exchange Servers. Auch eine Lücke in Ruby on Rails (CVE-2026-66066) mit einem Schweregrad von 9,5 wurde gemeldet.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt zudem vor Sicherheitsdefiziten bei Windows Hello. Die Windows-Anmeldung per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck sei in bestimmten Konfigurationen nicht ausreichend sicher. Experten raten, sich nicht allein auf diese Mechanismen zu verlassen.

Wenn der Identitätsdiebstahl teuer wird

Die Folgen für Betroffene sind gravierend: von unbekannten Kontoabbuchungen bis zu massiven Inkassoforderungen. Ein Fall aus den Niederlanden zeigt das Ausmaß: Ein Mann verlor durch Phishing-Nachrichten und einen Anruf eines falschen Bankmitarbeiters über 174.000 Euro – umgewandelt in Kryptowährungen. In Rostock führte eine WhatsApp-Kontoübernahme zu einem Schaden von rund 3.000 Euro.

Besonders betroffen sind Senioren: Sie werden drei- bis fünfmal häufiger Opfer solcher Betrugsmaschen als jüngere Nutzer. Die Schadenssummen bei Betrugsfällen über 100.000 US-Dollar haben sich in den vergangenen Jahren mehr als versiebenfacht.

So schützen Sie sich vor Identitätsdiebstahl

Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützer empfehlen mehrere Schutzmaßnahmen:

  • Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA): Ein zweiter Faktor gilt als eine der effektivsten Maßnahmen gegen unbefugte Zugriffe.
  • Passwort-Manager: Starke, individuelle Passwörter für jeden Dienst – die Verwaltung übernimmt ein Passwort-Manager.
  • Vorsicht bei App-Downloads: Anwendungen nur aus vertrauenswürdigen Quellen beziehen. Bei angeblicher Sicherheitssoftware ist besondere Skepsis angebracht.
  • VPN im öffentlichen WLAN: Auf Reisen sollte stets eine verschlüsselte Verbindung über ein Virtual Private Network genutzt werden.
  • Prüf-Tools: Der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale hilft, die Seriosität von Online-Angeboten vor dem Kauf zu prüfen.
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Um Identitätsdiebstahl und den Missbrauch von Konten wirksam zu verhindern, setzen Experten verstärkt auf modernste Absicherungen wie Passkeys. Dieser kostenlose Report erklärt, wie Sie die sicherere Alternative zu Passwörtern bei Amazon, WhatsApp und Co. einrichten und Hackerangriffe ins Leere laufen lassen. Gratis-Report zur passwortlosen Sicherheit sichern

Juristen weisen zudem auf die wachsende Haftung von Plattformbetreibern hin. Ein Urteil des Amtsgerichts Starnberg verpflichtete einen großen Suchmaschinenbetreiber zum Schadensersatz – ein Nutzer war auf einen über eine Anzeige verbreiteten Fake-Shop hereingefallen.

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