Phishing-Betrug, Mio

Phishing-Betrug: 215 Mio. Dollar Schaden durch gefÀlschte Behörden

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 13:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BetrĂŒger verursachten hohe SchĂ€den mit Spoofing und Phishing. Neue Angriffsmethoden trafen Bankkunden, Unternehmen und Smartphone-Nutzer weltweit.

FBI meldet 215 Millionen Dollar Schaden durch Bankbetrug
Ein minimalistisch eingerichtetes, leeres BĂŒro bei DĂ€mmerung, das eine AtmosphĂ€re der Unsicherheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle Netzwerke, die sich als Bankmitarbeiter oder Regierungsbeamte ausgeben, haben nach Angaben des FBI finanzielle Verluste in Höhe von rund 215 Mio. US-Dollar verursacht. Die TĂ€ter setzen dabei auf eine Kombination aus technischer Manipulation und psychologischem Druck, um Opfer zu Zahlungen ĂŒber SofortĂŒberweisungsdienste wie Zelle oder klassische BankĂŒberweisungen zu bewegen.

Berichten zufolge nutzen die Angreifer verstÀrkt das sogenannte Spoofing, um ihre tatsÀchliche IdentitÀt zu verschleiern und den Anschein einer legitimen Kommunikation zu erwecken. Besonders perfide agieren die TÀter in einer zweiten Welle der Betrugskampagne, die gezielt Personen ins Visier nimmt, die bereits in der Vergangenheit Opfer von Betrug geworden sind.

Rekordverluste und hohe Erfolgsquoten im US-Markt

Die Dimensionen des Betrugs werden durch Daten der Federal Trade Commission (FTC) verdeutlicht. Im Jahr 2025 erreichten die Verluste durch Betrug in den USA ein Rekordhoch von offiziell gemeldeten 15,9 Mrd. Dollar. Experten der Behörde schÀtzen die realen Verluste jedoch auf bis zu 200 Mrd. Dollar, da viele FÀlle nicht zur Anzeige gebracht werden.

Die Reichweite dieser Kampagnen ist immens: Laut FTC wurden 98 % der Amerikaner Ziel von Betrugsversuchen, wobei 30 % der Betroffenen tatsĂ€chlich Geld verloren. Neben dem unmittelbaren Kapitalverlust leiden die Opfer hĂ€ufig unter zusĂ€tzlichen finanziellen Belastungen wie Steuernachforderungen oder BankgebĂŒhren, die im Zuge der missbrĂ€uchlichen Transaktionen anfallen.

Technologische Evolution der Phishing-Methoden

Unternehmen wie Microsoft beobachten eine zunehmende Professionalisierung der Angriffsmethoden. Eine groß angelegte Phishing-Kampagne nutzte zuletzt das sogenannte ASCII-Smuggling, bei dem unsichtbare Unicode-Zeichen verwendet werden, um Sicherheitsfilter zu umgehen.

Auf dem Höhepunkt dieser AktivitĂ€ten Ende Februar wurden tĂ€glich bis zu 2,37 Mio. betrĂŒgerische Nachrichten versendet. Die Kampagne, die mindestens bis Mai 2026 aktiv war, nutzte 148 verschiedene Absender-Domains fĂŒr Finanzthemen. Microsoft gab an, dass der hauseigene Defender ĂŒber 99 % dieser Nachrichten blockieren konnte.

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Parallel dazu verzeichnet die Cybersicherheitsfirma Kaspersky einen massiven Anstieg bei mobilen Bedrohungen. Im ersten Quartal 2026 wurden 162.275 neue Installationspakete fĂŒr Mobile-Banking-Trojaner entdeckt – mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2024. Diese Trojaner machen mittlerweile 52,96 % aller bösartigen mobilen Anwendungen aus. Im Durchschnitt belĂ€uft sich der Schaden pro erfolgreichem Mobile-Banking-Betrug auf 733 US-Dollar.

Internationale Brennpunkte und komplexe Betrugsszenarien

Die Problematik ist ein weltweites PhÀnomen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

  • Frankreich: Eine koordinierte Business-Email-Compromise-Kampagne (BEC) gegen Notare fĂŒhrte ĂŒber einen Zeitraum von vier Jahren zu einem Schaden von ĂŒber 35 Mio. Euro. Über 500 Kanzleien waren betroffen, wobei die Hacker Transaktionsdetails modifizierten, ohne Dokumente fĂ€lschen zu mĂŒssen.
  • Asien: In Singapur stiegen die Verluste durch Tech-Support-Betrug von 769.000 Dollar im ersten Halbjahr 2025 auf 4,9 Mio. Dollar im ersten Halbjahr 2026. In Indien wurde ein HĂ€ndler aus Ahmedabad Anfang September Opfer eines Betrugs, bei dem er nach einem klick auf einen gefĂ€lschten Link fĂŒr ein Bußgeld (E-Challan) Rs 5,67 Lakh verlor.
  • Russland: Ein Krypto-Investor verlor im Juni rund 2,1 Mio. Dollar, nachdem er einem Phishing-Link in einer vermeintlichen Antwort von ChatGPT gefolgt war.
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In SĂŒdkorea zeigt sich unterdessen ein gegenteiliger Trend mit einem RĂŒckgang der gemeldeten Voice-Phishing-FĂ€lle um 40 %. Dort setzen Institutionen wie die Toss Bank gemeinsam mit der Nationalen Polizeibehörde auf gezielte Schulungsprogramme fĂŒr Senioren, um diese gegen Smishing und Messenger-Betrug zu wappnen.

Auch die philippinische Zentralbank und lokale Institute wie die BDO warnen verstÀrkt vor gefÀlschten SMS, die Kreditkartenbelohnungen oder Transaktionsverifizierungen vortÀuschen.

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