Phishing-Kampagne, Bundesbank

Phishing-Kampagne: Bundesbank und Finanzministerium starten am 10. Oktober

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die einmonatige Initiative soll Verbraucher für Phishing sensibilisieren; 2025 registrierte die Bundesbank rund 1,8 Millionen betrügerische Zahlungen.

Bundesbank und Finanzministerium starten Kampagne gegen Zahlungsbetrug
Innenansicht einer modernen, leeren Bankfiliale mit minimalistischer Architektur und sanfter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Bundesbank und das Bundesfinanzministerium starten am 10. Oktober 2026 die bundesweite Aufklärungskampagne „Machen wir Phishen Impossible!“. Die Initiative ist auf eine Laufzeit von etwa einem Monat angelegt und soll Bankkunden sowie Verbraucher für betrügerische Angriffe im Zahlungsverkehr sensibilisieren.

Inhaltlich stützt sich das Vorhaben auf den Roundtable Betrugsbekämpfung, den die Bundesbank im November 2025 ins Leben gerufen hatte, um Phishing und Zahlungsbetrug einzudämmen.

Wie dringlich das Thema ist, zeigen die Zahlen der Bundesbank: Im Jahr 2025 registrierte die Notenbank rund 1,8 Mio. betrügerische Zahlungsvorgänge. Der daraus entstandene finanzielle Schaden belief sich auf mehr als 580 Mio. Euro.

Zunehmende Angriffswellen bei Zahlungsdiensten und Banken

Verbraucherschützer beobachten derzeit fortlaufend neue Betrugsversuche. Die Verbraucherzentrale warnte kürzlich vor einer Phishing-Welle im Namen des Bezahldienstes PayPal. Darin behaupten Kriminelle, ein neues Schutzmodul für 2026 müsse per SMS-Verifikation freigeschaltet werden.

Empfänger werden aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden zu handeln, andernfalls drohten Kontoeinschränkungen oder gar eine Kontolöschung. Ziel der Täter ist es, Zugangsdaten und Verifizierungscodes abzufangen, um Konten vollständig zu kapern. Auch das Verbraucherschutzforum Berlin warnte vor gleichgelagerten Nachrichten bezüglich eines angeblichen Sicherheitsupdates für das Jahr 2026.

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Parallel dazu geraten Kunden traditioneller Kreditinstitute ins Visier. Die Verbraucherzentrale Brandenburg registrierte gefälschte Schreiben im Namen der Sparkassen, die eine Rückerstattung vermeintlich zu Unrecht berechneter Kontoführungsgebühren in Höhe von 106,99 Euro versprechen.

Die Auszahlung soll binnen 24 Stunden über einen Link bestätigt werden, der auf Phishing-Seiten zur Erfassung von Online-Banking- und Kartendaten führt. Eine weitere Masche setzt Kunden eine Frist von 48 Stunden zur angeblichen Aktualisierung ihrer Kontodaten. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Banken persönliche Zugangsdaten grundsätzlich niemals per E-Mail, SMS oder Telefon abfragen.

Neue Betrugsmaschen und Empfehlungen für Betroffene

Phishing hat sich längst zu einem Massenphänomen entwickelt: Laut dem Südwestrundfunk haben bereits zwei Drittel aller E-Mail-Nutzer entsprechende Betrugsnachrichten erhalten. Zudem verfeinern Angreifer ihre Methoden technisch.

Das Sicherheitsunternehmen ANY.RUN identifizierte das Phishingkit Wazza, das Organisationen und Finanzinstitute in Europa, den USA und Australien ins Visier nimmt und Erkennungssysteme über mehrstufige Browser- und Token-Prüfungen umgeht.

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Auch außerhalb des Bankensektors werden erbeutete Daten für gezielten Betrug genutzt. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) verzeichnet mehrere Fälle pro Woche, in denen Urlauber nach Buchungen kontaktiert werden.

Da Täter dabei echte Buchungsnummern und Gästedaten verwenden, wirken die Aufforderungen zur Zahlungsverifizierung besonders glaubwürdig. Der Verbraucherschutzverband Deutschland warnt zudem vor Betrugsformen mit KI-generierten Stimmen oder Videos, die Bankmitarbeiter nachahmen, und fordert stärkere Schutzmaßnahmen sowie eine intensivere Aufklärung.

Verbraucherschützer raten generell, verdächtige Links keinesfalls zu öffnen. Online-Konten sollten ausschließlich über offizielle Apps oder durch manuelle Eingabe der Webadresse aufgerufen werden.

Wer bereits Zugangsdaten eingegeben hat, sollte umgehend Passwörter ändern, Kontobewegungen prüfen und das zuständige Kreditinstitut oder den Zahlungsdienstleister informieren. Verdächtige E-Mails können zudem an Meldestellen wie phishing@verbraucherzentrale.nrw oder phishing@paypal.de weitergeleitet werden.

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