Phishing-Kampagne: Hacker geben sich als CoinDesk-Chefs aus
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 00:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer gezielten Cybersicherheitskampagne haben unbekannte Angreifer versucht, Sicherheitsforscher mittels Identitätsdiebstahl zu infiltrieren. Die Akteure gaben sich als Führungskräfte des bekannten Krypto-Nachrichtenportals CoinDesk aus, um Vertrauen zu gewinnen und Experten für IT-Sicherheit in eine Falle zu locken. Ziel der Kampagne war die Verbreitung von Schadsoftware auf den Systemen der Forscher.
Gezielte Täuschung im Umfeld von Fachkonferenzen
Die Angriffe wurden strategisch um den Zeitraum der bedeutenden Sicherheitskonferenzen Black Hat und Def Con im August 2026 platziert. Ein Bedrohungsakteur, der unter dem Pseudonym @HartmansDoeke auftrat, gab sich dabei als Vizepräsident von CoinDesk aus. Die Kontaktaufnahme mit den potenziellen Opfern erfolgte vorwiegend über den Kurznachrichtendienst X.
Den kontaktierten Sicherheitsforschern wurde eine Einladung zu einer vermeintlichen Kryptowährungskonferenz unterbreitet. Diese Form des Social Engineering zielte darauf ab, das berufliche Interesse der Experten auszunutzen, um sie zur Interaktion mit schädlichen Inhalten zu bewegen. Berichten zufolge begannen diese Aktivitäten bereits um den 9. August 2026.
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Technischer Ablauf und eingesetzte Malware
Für den eigentlichen Angriff nutzten die Täter eine Kombination aus legitimen Cloud-Diensten und manipulierten Skripten. Im Zentrum der Kampagne stand ein Google-Dokument, das mit einem benutzerdefinierten Apps Script versehen war. Dieses Skript diente als Brücke, um die eigentliche Schadsoftware auf die Endgeräte der Forscher zu laden.
Dabei unterschieden die Angreifer gezielt zwischen verschiedenen Betriebssystemen:
- Für macOS-Systeme wurde der sogenannte AMOS-Stealer eingesetzt, eine Malware, die auf das Entwenden sensibler Daten spezialisiert ist.
- Windows-Nutzer wurden mit dem NetSupport RAT (Remote Access Trojan) angegriffen, der einen Fernzugriff auf das infizierte System ermöglicht.
Um die Installation der Schadsoftware zu verschleiern, tarnten die Hintermänner den Download als legitimen Installer für die Hardware-Wallet Ledger. Den Opfern wurde zudem ein gefälschter Entschlüsselungsschlüssel vorgelegt, was den Anschein einer gesicherten oder exklusiven Information verstärken sollte.
Dokumentation und Reaktionen
Die Kampagne wurde von dem Sicherheitsunternehmen Huntress dokumentiert und analysiert. Weitere Berichte über den Vorfall wurden in Fachmedien wie TechCrunch veröffentlicht. Die Analysen verdeutlichen, dass selbst Experten der Cybersicherheitsbranche ins Visier hochspezialisierter Phishing- und Impersonations-Kampagnen geraten können.
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Trotz der Nutzung von Google-Dokumenten für die Verbreitung der Malware hat sich Google bisher nicht offiziell zu diesem spezifischen Vorfall oder den Maßnahmen gegen den Missbrauch seiner Dienste in dieser Kampagne geäußert. Der Fall unterstreicht die wachsende Gefahr durch Akteure, die etablierte Marken der Krypto- und Medienbranche imitieren, um gezielte Angriffe auf eine hochspezialisierte Zielgruppe durchzuführen.
