Phishing mit KI: 86% der Attacken nutzen künstliche Intelligenz
23.06.2026 - 17:22:49 | boerse-global.de
Der Trojaner Mamont erscheint in neuen Varianten, die in Kotlin programmiert sind – eine Sprache, die herkömmliche Sicherheitslösungen schlechter erkennen. Das macht die Schadsoftware gefährlicher und gleichzeitig schwerer aufzuspüren.
Infektion per Messenger-Nachricht
Die Verbreitung läuft oft über Messenger-Dienste wie den MAX-Messenger. Die Täter setzen auf Social Engineering: Sie schicken Nachrichten mit Phishing-Texten, die Nutzer zum Klicken verleiten. Enthält die Nachricht eine APK-Datei, reicht deren Installation zur Infektion.
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Doch Mamont ist nicht die einzige Bedrohung. Kaspersky berichtet von Kampagnen, bei denen kompromittierte WhatsApp-Kontakte VBScript-Dateien verschicken – getarnt als Rechnungen oder Mahnungen. Nach der Infektion installieren die Angreifer oft Fernwartungssoftware. Ein Großteil der Fälle wurde in Malaysia registriert. WhatsApp reagiert und stellt die Medienverarbeitung auf die sicherere Sprache Rust um.
Google und Samsung ziehen die Zügel an
Google verschärft die Regeln für Entwickler. Bis zum 30. September 2026 müssen Entwickler in Ländern wie Indonesien, Singapur, Brasilien und Thailand strengere Verifizierungsprozesse durchlaufen. Zudem plant Google Einschränkungen beim Sideloading. Wer Apps aus Drittquellen installieren will, muss künftig im Entwicklermodus 24 Stunden warten.
Auch Samsung baut die Sicherheit aus. Die aktuelle Beta von One UI 9 (basierend auf Android 17) automatisiert Schutzfunktionen. Neu sind ein intelligenter Lockdown-Modus und die Möglichkeit, den USB-Anschluss komplett für Datenübertragungen zu sperren – im „Maximum Restrictions“-Modus. Die stabile Version soll Ende Juli 2026 erscheinen.
KI macht Phishing zur Massenwaffe
Die Qualität von Phishing-Angriffen hat sich durch Künstliche Intelligenz massiv verbessert. 86 Prozent aller Phishing-Attacken nutzen mittlerweile KI-Tools. Die Erfolgsquote liegt bei 54 Prozent – ein gewaltiger Sprung gegenüber klassischen Methoden mit nur 12 Prozent.
Die weltweiten Schäden durch Betrug beliefen sich 2024 auf rund 850 Milliarden Euro. Allein in Deutschland entstanden Verluste von 178,6 Milliarden Euro.
Angriffe auf Lieferketten und veraltete Router
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Die Erpressergruppe World Leaks veröffentlichte über 200.000 Dokumente des Zulieferers Tata Electronics. Darunter: vertrauliche technische Zeichnungen und Qualitätsstandards von Apple und Tesla.
Parallel dazu warnt IT-Analysten vor dem Botnetz AryStinger. Es hat über 4.000 veraltete Router infiziert – darunter Modelle von D-Link wie den DIR-850L. Die Hacker nutzen Schwachstellen wie CVE-2013-3307 und CVE-2025-11837, um die Geräte als Proxys für weitere Angriffe zu missbrauchen.
Die staatlich motivierte Gruppe Gamaredon greft ebenfalls zu. Sie nutzt eine Sicherheitslücke in WinRAR (CVE-2025-8088), um gezielt Infrastrukturen in der Ukraine anzugreifen.
