Phishing-Netzwerk zerschlagen: 18.000 GerÀte befreit, 47 Millionen Dollar gesperrt
25.06.2026 - 07:36:04 | boerse-global.de
Sie sollen Nutzer vor betrĂŒgerischen Anrufen und unbefugter GerĂ€tekopplung schĂŒtzen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Aktuelle Berichte belegen massive SchĂ€den durch KI-gestĂŒtztes Phishing und Telefonbetrug.
Neue Schutzmechanismen fĂŒr Messenger-Nutzer
WhatsApp fĂŒr Android und iOS zeigt jetzt bei Nachrichten von unbekannten Nummern sofort Kontext-Informationen an. Dazu gehören der ungefĂ€hre Standort des Absenders, sein Kontaktstatus und gemeinsame Gruppen. Der Dienst reagiert damit auf die Flut an Spam-Anrufen â allein in Indien erreicht sie ein Volumen von 41 Milliarden Anrufen und 129 Milliarden Nachrichten pro Jahr.
ZusĂ€tzlich markiert das System verdĂ€chtige Versuche der GerĂ€tekopplung. Nutzer erhalten Warnhinweise mit Standort und technischen FĂ€higkeiten des zugreifenden GerĂ€ts. Das soll sogenanntes Device-Linking-Phishing verhindern. Die technische AufrĂŒstung erfolgt vor dem Hintergrund rasant wachsender Verluste: In Australien stiegen die SchĂ€den durch Betrug im Jahr 2025 um 7,8 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro.
KI-Phishing und Milliardenverluste
Die Dimension des Problems zeigt sich in aktuellen Daten von UK Finance. Im Jahr 2025 beliefen sich die Verluste durch Zahlungsbetrug auf etwa 1,5 Milliarden Euro â ein Plus von vier Prozent. Besonders rasant entwickelt sich der sogenannte APP-Betrug (Authorized Push Payment), bei dem Opfer zur Ăberweisung von Geld verleitet werden. Hier verzeichnete die Statistik ein Plus von 19 Prozent auf 670 Millionen Euro.
Ein prominenter Fall unterstreicht die Rolle kĂŒnstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Betrugsinfrastrukturen. Google geht derzeit gerichtlich gegen das chinesische Phishing-Netzwerk âOutsider Enterpriseâ vor. Den Betreibern wird vorgeworfen, mithilfe der KI Gemini rund 8.000 gefĂ€lschte Webseiten erstellt zu haben. Der Gesamtschaden wird auf rund 1,8 Milliarden Euro geschĂ€tzt. In nur zwei Wochen im Mai sollen ĂŒber diesen Kanal 2,5 Millionen Spam-Nachrichten versendet worden sein.
Die neuen WhatsApp-Sicherheitsfunktionen helfen â aber die beste Verteidigung ist Ihr eigenes Wissen. In unserem kostenlosen Guide erfahren Sie, wie Sie KI-Phishing in Sekunden erkennen und Ihre GerĂ€tekopplung sicher prĂŒfen. Jetzt kostenlosen Schutz-Guide anfordern
Regionale Betrugsvarianten und Malware-Gefahren
Neben globalen Netzwerken agieren Kriminelle auch mit lokal angepassten Methoden. In der Schweiz warnte die Kantonspolizei ZĂŒrich vor einer Welle von Telefonbetrug. Die TĂ€ter geben sich als Mitarbeiter des Energieversorgers EWZ aus und ĂŒbernehmen ĂŒber Spoofing und manipulierte Webseiten Twint-Konten. In Deutschland kursieren derweil gefĂ€lschte E-Mails der Deutschen Rentenversicherung, die unter dem Vorwand einer âSicherheitsverbesserungâ zur Preisgabe persönlicher Daten auffordern.
Sicherheitsforscher von Kaspersky GReAT weisen auf eine gefĂ€hrliche Methode hin: SchĂ€dliche DateianhĂ€nge werden ĂŒber bereits kompromittierte WhatsApp-Konten verbreitet. Die als Rechnungen oder KontoauszĂŒge getarnten Dateien mit Endungen wie .vbs, .js oder .bat ermöglichen Angreifern nach dem Ăffnen den Fernzugriff auf die EndgerĂ€te.
Internationaler Schlag gegen die Infrastruktur
Allein in Indien erreichen Spam-Anrufe ein Volumen von 41 Milliarden pro Jahr â und KI macht die Betrugsversuche tĂ€uschend echt. Bevor Sie den nĂ€chsten Anruf von einer unbekannten Nummer annehmen, sichern Sie sich unsere Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung zur Erkennung gefĂ€lschter Nachrichten. Schutz-Guide jetzt kostenlos sichern
Am Mittwoch gelang Ermittlungsbehörden ein bedeutender Erfolg gegen die Cyber-KriminalitĂ€t. Unter Beteiligung des Bundeskriminalamts (BKA), der Zentralstelle zur BekĂ€mpfung der InternetkriminalitĂ€t (ZIT) Frankfurt und Microsoft wurden ĂŒber 200 Command-and-Control-Server abgeschaltet. Sie dienten zur Steuerung der Schadprogramme âAmadeyâ und âStealCâ.
Durch den Eingriff konnte die Kontrolle ĂŒber etwa 18.000 infizierte Computer weltweit gekappt werden. Allein in der ersten MaihĂ€lfte waren 140.000 Neuinfektionen registriert worden â Deutschland war nach den USA am stĂ€rksten betroffen. Die Ermittler sicherten 27 Millionen Zugangsdaten von rund 385.000 Opfern und sperrten Krypto-Guthaben im Wert von ĂŒber 47 Millionen US-Dollar. Das BKA fĂŒhrt das Verfahren wegen des Verdachts der banden- und gewerbsmĂ€Ăigen Erpressung.
