Phishing-Training, Anfälligkeit

Phishing-Training: Anfälligkeit sinkt um 79 Prozent in einem Jahr

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 20:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regelmäßige Sicherheitstrainings reduzieren die Anfälligkeit für Phishing drastisch. KI-gesteuerte Angriffe nehmen zu.

Phishing-Schulungen senken Fehlerquote um 79 Prozent
Ein beleuchteter Laptop in einem modernen Büro zeigt ein digitales Schutzschild-Symbol als Zeichen für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mitarbeiter sind die größte Sicherheitslücke – aber sie können lernen. Ein aktueller Branchenbericht zeigt: Regelmäßige Schulungen senken die Anfälligkeit für Phishing-Angriffe drastisch.

Training wirkt – und zwar schnell

Der Phishing-Benchmark-Bericht eines führenden Sicherheitstrainings-Anbieters basiert auf 42 Millionen simulierten Angriffen bei über 14,8 Millionen Nutzern. Ohne Training liegt die Fehlerquote bei 33,2 Prozent. Nach 90 Tagen kontinuierlicher Schulungen sinkt sie auf rund 20 Prozent. Nach einem vollen Jahr sind es nur noch durchschnittlich 4,2 Prozent – ein Rückgang um 79 Prozent.

Besonders anfällig sind bestimmte Branchen. Im Gesundheitswesen und der Pharmaindustrie liegt die Basis-Anfälligkeit bei 42,7 Prozent. Die Versicherungsbranche folgt mit 38,1 Prozent, der Einzel- und Großhandel mit 36 Prozent. Regional betrachtet haben Organisationen in Afrika mit knapp 36 Prozent die höchste Ausgangsanfälligkeit. Unternehmen in Asien starten mit rund 25 Prozent am niedrigsten.

Bedrohungslage verschärft sich

Die Dringlichkeit solcher Maßnahmen zeigt die aktuelle Bedrohungslage: Phishing-Angriffe haben seit Ende 2025 um über 17 Prozent zugenommen. Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm: Die durchschnittlichen Kosten pro Datenschutzverstoß stiegen 2026 auf einen Rekordwert von 4,99 Millionen US-Dollar.

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Der Faktor Mensch bleibt die zentrale Schwachstelle. Über 85 Prozent der versicherten Verluste in der ersten Jahreshälfte 2026 gehen auf Phishing, Social Engineering oder Überweisungsbetrug zurück. Phishing ist bereits im vierten Jahr in Folge der häufigste Einstiegsvektor für Angreifer.

KI macht Angriffe gefährlicher

Künstliche Intelligenz treibt die Entwicklung an. Experten beobachten, dass KI zunehmend zur Automatisierung von Angriffen und zur Erstellung täuschend echter Phishing-Nachrichten genutzt wird. In Deutschland sind 81 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen besorgt über KI-gesteuertes Phishing.

Auch Voice-Phishing (Vishing) gewinnt an Bedeutung. Mitarbeiter fallen deutlich häufiger auf telefonische Täuschungsversuche herein als auf klassische E-Mail-Simulationen. Sicherheitsdienstleister reagieren mit mehrstufigen Szenarien und realistischen Sprachprofilen, um Belegschaften gegen diese hybriden Bedrohungen zu wappnen.

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Der Mensch allein reicht nicht

Trotz der Erfolge von Schulungen: Die menschliche Komponente ist nur ein Teil der Verteidigungsstrategie. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten hat die Ausnutzung bekannter Software-Schwachstellen den Diebstahl von Zugangsdaten als häufigste Einstiegsmethode überholt. Rund 31 Prozent der Sicherheitsbrüche lassen sich auf mangelhaftes Patch-Management zurückführen.

Hinzu kommt die mangelnde Sichtbarkeit vernetzter Geräte. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen haben keine vollständige Kontrolle über alle mit ihrem Netzwerk verbundenen Assets. Experten raten zu einer Kombination aus Identitätsprüfung über separate Kanäle, Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und konsequentem Schwachstellenmanagement. Nur so lässt sich der Schutz vor immer effizienteren Angriffsmethoden gewährleisten.

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