Phishing-Welle: 2.291 Cyberangriffe pro Woche auf Reisebranche
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsanalysten von Check Point Research haben eine neue Phishing-Kampagne identifiziert, die gezielt gefälschte E-Mails zu Flugbuchungen einsetzt, um Unternehmen und Privatpersonen zu schädigen. Die Experten beobachten dabei eine zunehmende Professionalisierung der Angreifer, die insbesondere die Hauptreisezeit ausnutzen, um Schadsoftware zu verbreiten oder sensible Zugangsdaten zu entwenden.
Massive Zunahme der Angriffe auf die Reisebranche
Die Reisebranche sieht sich laut aktuellen Analysen von Check Point Research einer erheblichen Bedrohungslage gegenüber. Im Mai verzeichnete der Sektor durchschnittlich 2.291 Cyberangriffe pro Woche. Dies entspricht einem Anstieg von 24 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Parallel dazu stieg die Zahl der neu registrierten Domains mit Bezug zum Reisethema sprunghaft an. Im Mai wurden 47.318 neue Reise-Domains registriert, was einem Zuwachs von 33 % gegenüber dem Vormonat April entspricht. Besonders kritisch bewerten die Forscher den Umstand, dass eine von 112 dieser neu angemeldeten Domains als bösartig eingestuft wurde.
Die Kampagnen nutzen häufig die Gutgläubigkeit von Reisenden aus, die in der Urlaubszeit verstärkt mit Korrespondenz von Fluggesellschaften und Buchungsportalen rechnen. Die gefälschten E-Mails sind dabei oft so präzise gestaltet, dass sie auf den ersten Blick kaum von legitimen Buchungsbestätigungen zu unterscheiden sind.
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Missbrauch von Microsoft OAuth-Seiten zur MFA-Umgehung
Ein technologisch besonders besorgniserregender Aspekt der aktuellen Bedrohungslage ist der Missbrauch von Microsoft OAuth-Seiten. Zwischen Ende Juni und Ende Juli beobachteten die Experten von Check Point Research, dass legitime Anmeldeseiten (login.microsoftonline.com) für betrügerische Zwecke instrumentalisiert wurden. In diesem Zeitraum wurden über 200 manipulierte E-Mails an 120 verschiedene Organisationen versandt.
Das Ziel dieser Angriffe ist der Diebstahl von sogenannten Authentifizierungs-Token. Durch diesen Mechanismus sind die Angreifer in der Lage, die Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) zu umgehen. Da der Token den bereits verifizierten Status einer Sitzung speichert, benötigen die Täter kein Passwort oder einen zweiten Bestätigungscode, um Zugriff auf die Unternehmenskonten der Opfer zu erhalten.
Nordamerika und Fertigungssektor im Fokus der Angreifer
Die geografische Ausrichtung der OAuth-Kampagne war laut den Sicherheitsforschern sehr spezifisch. So befanden sich 98,3 % der identifizierten Ziele in Nordamerika. Die Analyse der betroffenen Branchen zeigt zudem, dass die Angreifer ihre Ziele quer durch verschiedene Wirtschaftszweige wählen, wobei Schwerpunkte erkennbar sind.
Am stärksten betroffen war die Fertigungsindustrie, auf die 19,3 % der Angriffe entfielen. Dahinter folgte das Rechtswesen mit einem Anteil von 13,9 %. Auch gemeinnützige Organisationen standen mit 10,9 % im Fokus der Kampagne. Behörden waren zu 8,9 % Ziel der Attacken, während das Gesundheitswesen mit 6,9 % der Angriffsversuche gelistet wurde.
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Die Experten raten Organisationen und Anwendern zu erhöhter Wachsamkeit bei unaufgeforderten E-Mails, die Anhänge oder Links zu Buchungsdetails enthalten. Da herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Multi-Faktor-Authentisierung durch die beschriebenen Token-Diebstähle unterwandert werden können, gewinnen zusätzliche Überwachungsmechanismen für Kontoaktivitäten und die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Phishing-Merkmale zunehmend an Bedeutung.
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